Kyffhäuser

19.11.2018 12:22

Gestern waren wir mal wieder unterwegs. Diesmal gings zum Kyffhäuserdenkmal bei Sangerhausen.

Das Kyffhäuserdenkmal (auch Barbarossadenkmal) ist ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal im Kyffhäusergebirge im Gelände der ehemaligen Reichsburg Kyffhausen in der Gemarkung von Steinthaleben im thüringischen Kyffhäuserkreis. Das 81 m hohe Denkmal wurde 1890 bis 1896 zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. errichtet und ist nach dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica das drittgrößte Denkmal Deutschlands.

de.wikipedia.org/wiki/Kyffh%C3%A4userdenkmal

Ich war schon ein paarmal da. Zuletzt wieder während meiner Studienzeit. Da haben wir auch ab und an mal so Ausflüge gemacht, unter anderem auch zum Kyffhäuser.

1. Das Denkmal steht weit sichtbar auf einem kleinen Berg, den man über 36 Serpentinen erklimmt. Im Sommer ist es ein Treffpunkt für Motoradfahrer, die hier ihr Können unter Beweis stellen und bei wilden Kurvenfahrten Spaß haben.

2. Wir waren im Studium mal auf Exkursion am Kyffhäuser, weil das kleine Kyffhäusergebirge naturschutzfachlich einige Highlight aufweist. Schade, ich bin damals nicht selber gefahren und deswegen erinnere ich mich nicht mehr genau, wo wir da exakt waren, aber könnte man ja nochmal auf Google Maps recherchieren. Das Ganze war wirklich super: es gibt dort Waldmeister-Buchenwälder, Hallenbuchenwälder auf Kalk mit Weißem und Rotem Waldvöglein (Orchideen), Traubeneichenwälder und schöne Trockenrasen an den Südhängen.

Charakteristisch für den Naturpark sind die weißen Gipshänge am Südrand des Kyffhäusergebirges. Da hier ein sehr trocken-warmes Klima herrscht, hat sich eine Steppenlandschaft gebildet, wie sie sonst in Ost- und Südeuropa zu finden ist. In dieser Landschaft blüht z. B. das Frühlings-Adonisröschen oder das Kyffhäuser Federgras.

de.wikipedia.org/wiki/Naturpark_Kyffh%C3%A4user

3. Weil die Südhänge eben trocken-warm sind, finden sich hier auch entsprechende Eichenwäler:

 4. Oder Eichen-Buchen-Mischwälder.

Ich war gestern von der rostroten Farbe der Wälder beeindruckt:

5. Auf der nordexponierten Seite findet man dann hauptsächlich Buchen. Interessant: die Bäume düngen sich quasi selber. Die transportieren über ihre Wurzeln Nährstoffe aus tieferen Schichten nach oben, lagern die in den Blättern und lassen diese Nährstoffe dann als wärmende Decke im Herbst herabregnen, wo sie, wenn es wieder wärmer wird, langsam von entsprechenden Bodenorganismen zersetzt werden und schlussendlich wieder als frei verfügbare Nährstoffe in Humusform enden.

Genau daher hat man sich die Praktik des Mulchens abgeschaut. Das kopiert man da ja... die Natur machts vor und der Mensch machts eben nach.

So bildet sich jedes Jahr Humus, der dann auch gleich für die Jungbäume, die noch nicht so tief wurzeln, als Nahrung dienen.

Ein lokaler Kreislauf eben.

6. Das Denkmal.

Geärgert hat mich der Eintrittspreis. Die verlangen 7,50€ pro Person, was meine beiden Oldies veranlasste, nicht mit reinzugehen. Da gab es eine gewisse Verweigerungshaltung, zumal sie beide ja schon drin waren vor Jahren. Ich fands auch frech, weil das Denkmal ja eigentlich ein Kulturerbe aller Menschen hier ist und man den Menschen den Zugang nicht mit so hohen Eintrittspreisen verwehren sollte. Es waren viele Familien mit Kindern dort und so wird da ein Sonntagsausflug schnell mal richtig teuer, was natürlich viele abschreckt, die sich dann einen Teil der eigene Geschichte schlichtweg nicht leisten können.

Wenn man da 2-3€ genommen hätte und Kinder frei, wäre es auch OK gewesen, zumal man das Ding ja nicht mal selber gebaut hat, sonder es quasi erbte und nun nur erhalten muss. Das kostete auch, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das pro Jahr mehrere Millionen Euro kostet, die dem wohl als Einnahmen entgegen stehen. Selbst gestern, an einem kühlen und nicht gerade sonnigen Herbsttag waren bestimmt 200 Menschen dort in der Zeit, wo ich auch dort war. Im Frühling und Sommer sind die Besucherzahlen wohl deutlich höher.

Lese gerade, dass die das für 14 Millionen saniert haben... das erklärt natürlich einiges.

Ich frage mich da gerade, wieso solche bedeutenden Kulturdenkmäler nicht frei zugänglich sind, oder eben über einen eher symbolischen Ovolus, und man den Rest aus der Gemeinschaftskasse bezahlt?

Man buttert irgendwelchen Firmen mit MILLIARDEN an Subventionen den Arsch, oder gibt Milliarden für Rüstung aus und da sperrt man die aus, die es sich nicht leisten können.

Da stellt sich eh die Frage: wem gehört das Ding eigentlich? Und wenn es allen gehört, weil eben ein Kulturerbe, wieso muss man dann überhaupt Eintritt bezahlen und es über regionale GmbHs vermarkten?

Mir ist das schon mehrfach aufgefallen auf Reisen, das viele Museen und Kirchen zum Teil einen heftigen Eintrittspreis verlangen. Klar, alles muss erhalten bleiben, muss sich tragen, Angestellte müssen bezahlt werden, das sechsstellige Gehalt der jeweiligen Geschäftsführer will auch erstmal erwirtschaftet werden, aber es beisst sich für mich, dass man einerseits mal aus dem Kalten Milliarden für marode und einfach schlecht wirtschaftenden Banken und Milliardensubventionen für große Firmen locker macht, aber dort kein Geld da ist, um auch armen Familien, oder einfach jedem Interessierten, den FREIEN Zugang zur Kultur zu ermöglichen.

Dazu abschließend noch eine Literaturempfehlung: www.heise.de/tp/features/Die-Dreifaltigkeit-der-Tributoekonomie-3927880.html?seite=all

7. Kaiser Wilhelm I., auch genannt der Friedenskaiser, dem hier ein Denkmal gesetzt wurde.

Also ich glaube, damals waren die Menschen robuster und kräftiger als heute. Damals gab es ja in Europa extrem viele starke Völker, die sich alle gegenseitig periodisch an die Gurgel gingen (wobei zwischen 1871 und 1914 eine lange Friedensperiode in Deutschland herrschte) und wer sich da behaupten wollte, brauchte schon auch eine enorme Stärke und Staatskunst. Auf Bildern der damaligen Zeit beeindruckt mich immer wieder, dass es scheint, als seinen die aus einem ganze anderem Holz geschnitzt. Robuster, auch mental stärker und abgehärteter.

Die Menschen sind ja damals zumeist ländlich aufgewachsen, mit der Natur und haben da eben das Leben hautnah erlebt. Es gab Kindersterblichkeit, Missernten, ein hartes Leben, man erlebte täglich, wie die Natur ist. Geburt, Leben, Tod. Gerade auf dem Land mit Tieren sieht man das ja. Da stirbt auch mal ein Lamm oder ein Kalb, da ist man ganz nah dran am Leben. Und das macht die Menschen dann auch geistig entsprechend stark. Mich hat das noch bei meinen Großeltern beeindruckt, wie "hart" die zum Teil waren, also nicht verhärtet, sondern robust. Aber gleichzeitig auch sanft und liebevoll. Also so eine gewisse gesunde geistig-körperliche Robstheit. Es wurde nicht viel geklagt und gejammert. Es wurde angepackt und dann auch viel gefeiert! 

Und genau das strahlt dieses Denkmal auch irgendwie aus. Das waren schon harte Jungs! Die haben sich noch als Studenten und dann im Krieg mit echten Säbeln geschlagen, gingen aufrecht und erhobenen Hauptes, konnten reiten wie die Teufel, waren ritterlich drauf im Kampf und absolut nicht dumm, sondern studierten Kunst, Philosophie und Literatur.

Es waren eben Kinder ihrer Zeit an der Spitze des jeweiligen Landes, in dem Fall eben des Deutschen Reiches.

Bismark gehört ja auch in diese Zeit.

Im 19. Jahrhundert war ja auch die Zeit, wo der Peak Intelligenz in Deutschland war (Anzahl der Wissenschaftler, Künstler, Philosophen, Musiker) und, um das Jahr 1850 rum, die Biodiversität der Gefäßpflanzen (bedingt durch die externe Landwirtschaft) ihren Höhepunkt hatte.

Ich will das mal nicht verklären, aber es ist eben Teil der Geschichte und so ein Denkmal strahlt ja auch was aus. Eine gewisse Energie, die damals herrschte. Und da gings eben um Stärke, um sich durchsetzen, sich behaupten, um Ehre und Glanz.

8. Und es ging um Einheit:

Damals entstand ja das, was wir heute unter "Deutschland" kennen. Die Deutsche Einigung von 1871. Davor waren es ja alles mehr oder weniger eigentständige Länder, die dann 1871 von Bismarck zu dem zusammengeschmiedet wurde, was dann später auch die BRD wurde.

Das auf dem Foto zu sehende Relief findet man in ähnlicher Ausprägunge, nur mit anderen Landernahmen, auf allen vier Seiten des Denkmals.

9. Das Denkmal in seiner Gesamtheit:

10. Und ein paar Infos dazu:

11. Unter Kaiser Wilhelm I. befindet sich ein Relief von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa).

Friedrich den I. hat man dort hingesetzt, weil die Kyffhäusersage erwähnt, dass er dort irgendwo schläft.. aber lest einfach selber:

Der Kyffhäuser ist der zentrale Punkt einer Sage der Bergentrückung, in der sich der über Jahrhunderte populäre Volksglaube an die Rückkehr eines Friedenskaisers ausdrückt. Nach dieser Sage schläft in einer Höhle des Kyffhäuserbergs der Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, mitsamt seinen Getreuen, um eines Tages zu erwachen, das Reich zu retten und es wieder zu neuer Herrlichkeit zu führen.

Während er schläft, wächst sein Bart um einen Steintisch. Bis jetzt reicht er zweimal herum und wenn die dritte Runde beendet ist, beginnt das Ende der Welt. Alle hundert Jahre wacht der Kaiser auf, und wenn dann noch immer Raben um den Berg kreisen, schläft er für ein weiteres Jahrhundert. Sobald er erwacht, reitet er zum Walserfeld, wo der vertrocknete Walser Birnbaum, an welchen der Kurfürst von Bayern seinen Wappenschild hängt, wieder erblüht. Dort schlägt er die letzte Schlacht zwischen Gut und Böse, welche (hoffentlich) das Gute gewinnt. Doch wenn das „Böse“ gewinnt, wird es, laut der Sage, Feuer regnen, und die Reiter der Hölle werden dem Boden entsteigen und die Seelen aller sammeln.

de.wikipedia.org/wiki/Kyffh%C3%A4user#Kyffh%C3%A4usersage

Ich fand es gestern irgendwie beeindruckend, dort zu stehen. War in dem Moment auch kein anderer da und man spürt da auch irgendwo, wo man hingehört. Man ist eben ein Mitglied der "deutschen Stämme". Und das reicht ja tief in die Geschichte zurück und hat eine reiche Geschichte. Man ist eben nicht entwurzelt und abgeschnitten, sondern energetisch ist man mit genau diesen Menschen verbunden. Das ist alles Teil der Geschichte "des Stammes". Mit allen Höhen und Tiefen und man gehört da eben dazu. Man ist eben energetisch kein Türke, kein Araber, kein Afrikaner, sondern man gehört zu einem deutschen Stamm. Und das reicht eben zurück bis tief in die Vergangenheit. Wie ein Baum, der verschiedenste dicke Äste hat.

Das heisst nicht, dass andere besser oder schlechter sind... absolut nicht, es heisst nur, dass man weiß, wer man ist! Wo man herkommt, welcher energetischen Linie man enstammt.

Geht man ganz weit zurück, geht alles mal auf Adam und Eva zurück, also symbolisch auf eine gemeinsamen Ursprung und von da hat es sich eben wie bei einem Baum entwickelt und verästelt. Und so ist es auch mit den Menschen und den Stämmen passiert. Aus einer gemeinsamen Wurzel, einem gemeinsamen Ursprung haben sich eben diese verschiedenen Kulturen und Völker gebildet.

Und wenn man weiß, wo man hingehört, so gibt das Stärke, Identität und Halt.

Es geht dabei nicht um Chauvinsimus, also einem Überlegenheitsgefühl, sondern um ein energetisches Angebundensein.

Man ist dann eben kein Blatt im Wind, dass lose rumhertreibt, nicht weiß wo es hingehört, von der energetischen Versorgung abgeschnitten, jeder Mode hinterherrennend, um dort Halt zu finden, nur um am Ende doch am Boden zu landen, wo man vom Leben wieder verdaut wird, sondern energetisch angebunden zu sein. Zu wissen, zu welchem "Stamm" man gehört.

An solchen "kultischen" Orten gibt es eben noch solche energetischen Verbindungen (zu den Ahnen mehr oder weniger). Und man ist eben Teil der Geschichte, im Positiven (Entwicklung, Kunst, Kultur), wie im Negativen (Kriege, drittes Reich). Man ist eben energetisch nicht nur in der Familie eingebundene, sondern immer auch in größere energetische Zusammenhänge.  

Und es gehörte schon immer zu den Mitteln der Macht, die Menschen von ihren Wurzeln abzuschneiden. Sie zu Blättern im Wind zu machen. Man hat dazu Menschen umgesiedelt, verboten, ihre Sprache zu sprechen, hat Kinder weggenommen und sie in Schulen gesteckt, hat ihnen mit Gewalt die herrschende Religion aufgezwungen... die Geschichte ist voll mit solchen Beispielen, wo man versucht hat, Menschen energetisch "klein" zu machen, um sie besser beherrschen zu können.

Das ist so wie bei einem Baum, wo dann ein Ast versucht, den anderen das Licht wegzunehmen und den dann zu einem Dasein im Schatten zwingt, ohne zu erkennen, dass man aus der gleichen Wurzel, die eben energetisch tief in der Vergangenheit liegt, genährt wird.

Hier braucht es eben das Bewusstsein in den jeweiligen "Stämmen", dass sich alles harmonisch entwickeln darf. Wie bei einem Apfelbaum, der gut "erzogen" ist und wo alle Äste stark und gesund sind und dann gute Früchte tragen.

Wenn man weiß, wer man ist, zu welchem Stamm man gehört, dann kann man auch andere Stämme gut akzeptieren. Da ist man angebunden und sieht andere Stämme als gleichwertig und gleich angebunden an. Als Brüder und Schwestern, wenn man so will. Und wenn man dann merkt, ein Stamm will da etwas auf Kosten eines anderen, dann kann man da selbstbewusst sagen, Stopp, so funktioniert das nicht! Wie bei einem guten, harmonisch erzogenen Apfelbaum eben. Nur das es in dem Fall nicht der Gärtner macht, sondern es sich aus einem Bewusstsein für energetische Zusammenhänge ergibt.

Davon sind wir weit entfernt.

Wir sind noch im Stadium des unbewussten Wildwuchses. Es geht noch um Dominanz, um energetischen Raub, um Konkurrenz um Licht und Nährstoffe, um große, aber nicht lagerfähige und zu kleine Früchte.

Viele Äste werfen nun auch schon die Blätter ab, die nun vom Wind vor sich hergetragen werden, abgeschnitten von der energetischen Versorgung, ohne Halt und ohne Bewusstsein, wohin sie gehören, nur eines ist klar, sie werden schneller wieder Humus als gewollt, so dass sie den unharmonischen Fruchtansatz auch noch verstärken.

Das menschliche Leben ist wie ein Baum mit tausenden Ästen und Milliarden Blättern. Wenn man weiß, zu welchem Stamm man gehört, wo man energetisch angeschlossen ist, dann ist man kein loses Blatt im Wind, das, noch grün, schon vom Baum gefallen ist. Und wenn einem bewusst ist, dass die anderen Blätter und Stämme alle aus der gleichen Wurzel, die unergründlich tief ins Dunkel der Zeit ragt, versorgt werden, dann kriegt man ein Gefühl von Harmonie und dann kann der Baum an allen Ästen gute Früchte bringen.

Aber wie gesagt, davon sind wir noch weit entfernt.

Was wir derzeit sehen, ist ja eine Art Entlaubungsaktion.

Da Schöne: anders wie bei echten Blättern kann sich jeder wieder energetisch anschließen, wenn er das will.

Und zu unserem Stamm, zu unserem Ast gehören eben Leute wie Barbarossa, Friedrich I. Beethoven, Bach, aber auch die Nazis. Und so hat jeder Stamm seine guten und seine schlechten Seiten, wie in der Natur auch: die Sonnen- und die Schattenseite.

12. Interessant fand ich dieses Relief:

Also David Icke würde wohl hier einen Hinweis auf retaloide Blutlinien sehen. Damit hat er vielleicht nicht unrecht, wer weiß das schon genau? lol

Ich habe gerade mal gegoogelt, und auf einem Blog habe ich das gefunden:

Barbarossa höchstpersönlich findet man im Sockelbereich des Denkmals, wo er als brachial anmutende Gestalt von Nikolaus Geiger aus dem Sandstein herausgemeißelt wurde. Im germanisierenden Stile der damaligen Zeit erkennt man in der Figur Parallelen zum nordisch-germanischen Gott Odin oder Wotan, der bekanntlich in Valaskjalf/Walhalla residiert, während er seine zwei Raben Hugin und Munin in die Welt entsendet, um zu sehen, was dort geschieht. Die zwei Raben finden sich rechts und links an den Kapitellen zweier Säulen, die Barbarossas Thron (Odins magischer Thron Hlidskialf) einrahmen, während die Basis von Schlangen und gefallenen Helden gebildet wird. Letztere könnte man als Einherjer ansehen. Odin trug den Beinamen Hrafnaguð (Rabengott) und genauso spielen die Raben in der Barbarossa-Sage eine wichtige Rolle. Auch die Darstellung Barbarossas mit wallendem langem Bart ist kein Zufall, war doch Odin als Síðskeggr (Langbart) bekannt. Das hin und wieder in Beschreibungen zu findende Detail, dass Barbarossa gar nicht schlafen, sondern gar mit einem Auge zwinkern würde, könnte eine weitere Anlehnung an den germanischen Gott sein. Odin opferte sein linkes Auge als Pfand, um einen Schluck aus Mimirs Brunnen zu nehmen und seherische Fähigkeiten zu erlangen. Er war damit der einäugige Gott oder Bileygr (der schlecht Sehende). Ob der unten rechts am Thron erkennbare Raubtierkopf einen von Odins Wölfen darstellen soll, kann ich nicht mit Gewissheit sagen. An Tafeln und Beschreibungen mangelt es vor Ort zwar nicht. Hinweise auf diese mythologische Symbolik sucht man jedoch vergebens. Die Religion unserer Altvorderen ist nicht mehr politisch korrekt und fällt deshalb einfach unter den Tisch. Gern sehen das christliche Historiker, für die europäische Geschichte überhaupt erst mit der Christianisierung beginnt und gern sehen das die Antifa-Helden der Neuzeit, die jedwede heidnische Religion undifferenziert mit Nazikram gleichsetzen. Beide vereint die Hoffnung, dass Verschweigen die Wahrnehmung der Besucher beeinflusst und sie vor unerwünschtem Gedankengut bewahrt.

www.frankcebulla.info/2015/der-kyffhaeuser-und-die-ideologen

Der ganze Artikel ist sehr lesenswert!

Und es bestätigt nochmal meine Wahrnehmung, dass man die Menschen aus (wechselnden) ideologischen Gründen von ihrer Geschichte und ihren energetischen Wurzeln abschneiden möchte, um sie so eben besser vor sich hertreiben zu können.

Das ständige Ringen um die Deutungshoheit auf dem Kyffhäuser ist ein Lehrstück für Ideologie im allgemeinen. Ideologen gleich welcher Richtung haben sich noch nie besonders viel Mühe gegeben, die "Volksseele" zu verstehen. Vielmehr geht es immer nur darum, wie man Wahrnehmung und Denken am besten manipulieren und gleichschalten kann, notfalls, indem man etwas daraus komplett tilgt. Von einigen kritischen Phasen abgesehen, hat das dem Kyffhäuser glücklicherweise nicht geschadet. Die Menschen lieben offensichtlich diesen Ort und lassen sich von seiner Geschichte und Aussstrahlung inspirieren. Was sie dabei denken und empfinden, ist ihre Sache — ob nun pathetisch angerührt, architektonisch interessiert oder kritisch distanziert.

Ich habe mich "verbunden" gefühlt. Als Teil einer langen Geschichte, als Teil eines Stammes, eines Volkes, dass wie alle Völker dieer Welt gute und schlechte Seiten hat und das gerade schwierige Zeiten durchmacht und wo die Gefahr besteht, dass es "eingeht", weil zuviele Blätter energetisch vom Stamm abgetrennt sind und nun wild rumwirbeln, ohne zu wissen, wer sie sind und wo sie hingehören und die zum Teil sogar mit ihrem Stamm nichts mehr zu tun haben wollen... man kann sich ausmalen, wohin das führen würde und welche Heilungskrisen uns da noch erwarten in der Zukunft.

13. Man kann das Denkmal auch über einen schöne Wendeltreppe erklimmen und so sieht es von Innen aus:

14. Und der Blick von oben in die Landschaft (es war etwas diesig, aber gut...). Auf einem Bild sieht man auch den Brocken, die höchste Erhebung des Harzes.

15. Auf dem Heimweg konnte ich noch dieses Spektakel beobachten:

Es wären noch mehr Fotos möglich, aber fahrt doch einfach mal selber hin (wenn euch die 7,50€ Eintritt nicht stören!)

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