Low-Carb

02.11.2018 20:01

Pünktlich zum Beginn der Winterzeit habe ich, ganz instinktiv, auf alles Süße verzichtet und bin wieder bei Low-Carb gelandet. Und wie immer nach ein paar Tagen fangen die Darmbakterien, die an den Zuckerschub angepasst sind, an rebellisch zu werden. Deswegen habe ich gerade ein komisches Gefühl im Bauch. Da baut sich gerade was um.

Dieser Umbau geht, auch das ist mir nun schon vertraut, mit einem gewissen Speichefluß und vor allem mit dem Bedürfnis einher, eine Tonne Bananen zu fressen. Die Bakterien geben sich nicht so leicht geschlagen und man merkt auch, wie sehr der "Instinkt" oder der "Bedarf" von den Darmbakterien gesteuert wird. Einfach mal ein paar Tage ohne und schon ist da wer richtig vergnatzt.

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren möchte ich aber nicht mehr die volle Revolution hinlegen, sondern wenigstens einmal die Woche meinen Apfelbestand etwas reduzieren. Wäre ja schade drum.

Apropos Äpfel, die habe ich ja nun seit September reichlich gefuttert und wahrscheinlich war das die Ursache, mal ne Pause zu machen.

Und wie ich schon schrieb, sowie man das Süße reduziert, isst man mehr Gehaltvolles wie Nüsse, Samen, Keimlinge, fette Produkte. Und die enthalten ja zumeist auch mehr Mineralien und das ist dann für die Zähne wieder eine Chance, sich zu erholen, bzw. vielleicht sogar zu heilen, falls es da Probleme gibt.

Gestern hatte ich nach langer Zeit mal wieder Hering. War gut! Aber ich fühle mich nicht mehr so stark zu Fisch hingezogen wie früher. Wahrscheinlich weil ich öfters mal Fleisch esse. Da bin ich anscheinend gut versorgt und schon lässt da der Bedarf auch nach. Auch fand ich Hering und Makrele auch immer so extrem ambivalent in der Wahrnehmung. Einmal echt genial, dann schnell eklig fischig. Viel besser waren da Heilbutt, Thun- und Schwertfisch. Nur gibts das hier nicht in guter Qualität.

Aber auf Leber hätte ich mal wieder Lust. Ich sehe schon, ich bin im Wintermodus! Na schauen wir mal...

Ansonsten hatte ich den Tag mal wieder eine kleine Diskussion mit einem rohen Freund bezüglich Tropenfrüchte. Ich bin da mittlerweile ganz weg von der "genetischen Anpassung" als Kampfbegriff, also das wir nun aus den Tropen stammen, nicht an das Klima hier angepasst seinen und deswegen Tropenfrüchte bräuchten. Ich sehe das ganz anders. Ich denke, wir sind hier mittlerweile hervorragend angepasst, körperlich und auch geistig / mental, wenn man die Menschen nur mal leben lassen würde, statt sie in widernatürliche und dem Biorythmus widersprechende Strukturen zu pressen. Und wir brauchen auch keine Tropenfrüchte, um eine gute und genussvolle Rohkost zu machen. Das geht auch gut mit Local Food.

Klar, ab und an was "Exotisches" ist schon mal nett, das bringt immer auch Abwechslung und neue Erfahrungen, aber die Idee, die Grundnahrungsmittel, also das, was man eigentlich permanent verzehrt, erst aus Thailand ranzukrarren, ist für mich nah am Wahnsinn.

85-90% der Nahrungsmittel sollten eigentlich aus dem eigenen Land, besser Bundesland, noch besser aus dem Kreis, wo man lebt, kommen. Das geht natürlich nicht immer und überall und da es heute keine Lachse mehr gibt, zumindest nicht ausreichend, die die Flüße bis tief ins Inland raufziehen und so quasi das Meer zu den Menschen bringen, kann man da ruhig auch mal den Rahmen etwas weiter fassen.

Und wer eben Feigen essen möchte, oder Durian, der kann ja in diese Gebiete reisen! Bis nach Südfrankreich kann man recht schnell fahren und dort eine Woche Feigen schlemmen und sich noch was mitnehmen.

Also wie gesagt, es spricht nichts gegen den gelegentlichen Verzehr exotischer Produkte, aber rein ökologisch war das, was wir damals so getrieben haben Anfang der 2000der einfach bescheuert. Da ganze Mangobomber zu chartern und dann die Versorgung darauf aufzubauen ist weder nachhaltig, noch vernünftig. 

Es ist eben alles ein Lernprozess.

Ich habe mal geschaut, was ich noch an Exoten esse und das sind eben ab und an Avocados. Gut, das ist irgendwie auch ein Ersatz für Fette aus Fisch wie oben genannt oder Wildschwein oder alten Hausschweinrassen. Da man dies in ansprechender Qualität oft nicht zur Verfügung hat, sucht man sich da eben Ersatz und irgendwann wird es dann Gewohnheit.

Dann gab es Anfang des Jahres ab und an Datteln aus dem Iran. Tja.. die würde ich für guten dunklen Wabenhonig sofort stehen lassen. Da es den aber auch nicht in ausreichenden Mengen gibt, nimmt man eben das. Und dann gewöhnt man eben dran.

Dabei gibt es ja hier noch viel mehr Potential, was man machen kann. Bis hin zu Gewächshäusern, wo man dann eben mal exotische Sachen anbaut. Warum nicht? Tomaten, Gurken und Melonen stammen auch nicht aus Mecklenburg oder dem Saarland.

Mein Ideal ist da wirklich so eine Garten-/ Farmkultur wie bei Paul Kaiser oder Sepp Holzer, dazu eben Wiesen und Weiden, Streuobstwiesen, Imkerei, alte Hautierrassen, die gleichzeitig altes Kulturland erhalten oder sogar neu schaffen. Dazu gerne moderne Sachen wie Gewächshäuser mit digitaler Temperaturregelung für Sachen wie Papayas und Bananen oder was auch immer da geht ... dann noch Algen und Fisch, am besten wieder Lachse wie früher, die die Flüsse zu Millionen hochziehen, das war das ja ein Arme-Leute-Essen und die Lachse wurden an die Schweine verfüttert, und schon hat man eine immens reichhaltige Speisekarte. 

So könnte man auch hier erfreulich nachhaltig und gesund leben und die Überschüsse dazu noch verkaufen.

Dazu braucht es aber noch etwas mehr "Aufwachenergie" in der Bevölkerung.

Schauen wir mal, wann es zur Besinnung kommt.

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