Medienrevolution

09.11.2014 12:37

Wir erleben wohl derzeit eine echte Revolution, die so in ihrer Tragweite wohl noch gar nicht erkannt wurde. Und zwar erleben wir eine mediale Revolution sondersgleichen, die so groß ist, dass selbst die "Angeklagten", vor allem die Leit-Medien ARD / ZDF, Der Spiegel, Welt, ZEIT, Sueddeutsche Zeitung, FAZ u.a. den gegenwind zu spüren bekommen. Nach Monaten der dauerhaft einseitigen und propagandaeingefärbten Medienbericherstattung zu Themen wie Syrien, Ukraine usw sieht man sich unglaublichen Gegenwind seitens der Leserschaft ausgesetzt, der sich in den Kommentarfunktionen, in den Leserbriefen usw äussert. Die Menschen sind nicht mehr bereit, sich so offenkundig oder subtil manipulieren zu lassen. Seiten wie die Propagandaschau wurden gegründet, es gibt Foren und Blogs, die die mediale Vernetzung nutzen und in Sekundenschnelle alle relevanten Informationen abcheken und durchleuchten, indem sie die ganze Medienlandschaft sichten.

Wie reagieren die Leitmedien? Sie sind eingeschnappt und sich keiner Schuld bewust. Das ist das eigentlich tragisch-komische an der Situation. Sie haben noch nicht erkannt, dass die meisten Leser online sofort auf alternative Medien Zugriff haben, dass viele mehrsprachig sind und sofort auch ausländische Medien gegenchecken und Propagandastilmittel entsprechend entlarven.

Der mündige und informierte Bürger als Koorektiv nicht nur in der Politik, sondern durch die mediale Vernetzung bald auch der Medien? Das wäre wirklich eine entsprechende Neuerung. Im Vor-Netz-Zeitalter musste man seine Empörung noch in einem Leserbrief artikulieren, heute werden mal fix Kommentare abgegeben, die bei brisanten Themen durchaus schnell zu einer regelrechten Kommentarflut führen. (Einige der Leitmedien sind anscheinend auch schon dazu übergegangen, Kommentarfunkionen abzustellen, zu zensieren [ich selbst habe seit Monaten keinen Kommentar bei Spiegel online mehr abgeben können] oder andersweitig Einfluss zu nehmen).

Ich selber bewundere ja die ganzen Leute, die sich die Mühe machen, die Stilmittel, Falschinformationen und Propagandamittel zu analysieren und entsprechend zu veröffentlichen. Ich selber kann mir das oft nicht mehr ansehen und bekomme regelrechte Wut, wenn jemand so unverfrohren einseitig berichtet. Diese Wut empfinden dann auch oft andere Menschen und artikulieren sich dann immer extremer. Und die Journalisten wundern sich, dass ihnen solche Emotionen entgegenschlagen.

Hier offenbart sich aber ein grundsätzliches Nicht-Verstehen der Liebesfunktionen der Menschen. Der Mensch ist durch und durch ein liebevolles und zur Liebe und Koorperation fähiges Wesen. Jede Beziehung des Menschen ist im Grunde eine Liebesbeziehung, wie Susanne so treffend im Chat bemerkte. Das muss man vertehen!

Vor diesem Hintergrund ist es auch verständlich, dass die Empörung so hohe Wellen schlägt. Die Lüge, die Manipulation, das Austricksen und Verarschen sind Dinge, die in einer Gemeinschaft liebeszerstörend wirken. Und bevor wir Menschen ein so großes Gehirn entwickelten, um diese Dinge auch rational zu verstehen, wurden wir von Emotionen geleitet. So ist es nicht verwunderlich, dass auch heute noch die Emotionen eine Art Kompass sind, die, richtig eingeschätzt, anzeigen können, wo etwas schief läuft.

Die Menschen sind also wütend, weil sie nicht mehr belogen und manipuliert werden möchten. Sie äussern diese Gefühle in Kommentaren, Blogs und Foren und müssen aber feststellen, dass die Manipulation immer weiter fortgeführt wird. Der Impuls, das Korrektiv, geht ins Leere. Bzw. findet keine Erfüllung. Somit kommt es zu immer stärkeren Impulsen, die sich in Form von extremer Polemik, Beleidigungen, ja, sogar Hass äußern können. Irgendwann versteht dann eine Seite die andere nicht mehr.

Wir erleben derzeit genau dieses Phänomen, wo auf der einen Seite eine regelrecht gleichgeschaltete Medienlandschaft existiert, die offensichtlich Herrschaftsinteressen durchsetzen soll und auf der anderen Seite eine aufgebrachte Leserschar, die dies nicht mehr bereitwillig hinnehmen möchte und anders als noch die Großvatergeneration nicht mehr bereit ist, sich für die Interessen der Oberschicht zu opfern. Durch das Internet werden diese beiden Seiten nun direkt miteinander konfrontiert. Das gab es in der Form vorher nicht.

Man muss verstehen, dass diese Gefühle ein evolutionäres Korrektiv ist, dass Gruppen vor der Entwicklung der großen Gehirne entsprechend harmonisiert hat. Kommen die Impulse an, ist wieder Genuss (Einsicht "Ja, hast ja Recht", Bitte um Vergebung "Tut mir leid, war so nicht gemeint" und Vergebung "Ja komm, Schwamm drüber!") und in weiterer Folge Liebe, Kooperation und Harmonie das Ergebnis. Dann öffnet sich der Solarplexus wieder und wir haben wieder diese Verbindung von Herz zu Herz. Man wird wieder eins.

Ich traue mich zu behaupten, dass, wenn die Medien diesen Weg folgen würden, es recht schnell wieder zur Versöhnung zwischen den Journalisten und ihrer aufgebachten Leserschaft kommen würde. Davon ist aber nichts zu spüren.

Was passiert dann? Die Impulse werden immer stärker, es kommt zu Verhärtungen, Rationalisierungen und Rechtfertigungen, innerer Abkehr, Aggressionen und somit zum Zerfall der Gruppe.

Der Mensch ist aber Fleisch gewordenen Liebe. Und alles was in unserem Leben zählt, ist diese Liebe. Jede Interaktion, egal ob zwischen Partnern, Freunden (ich habe wahrscheinlich mehr Liebesbekundungen unter "harten Kerlen" erlebt, wenn sie besoffen waren, als bei Pärchen lol), Eltern-Kinder, ja selbst zwischen dem Busfahrer und seinen Fahrgästen... es geht immer um Liebe und Mitmenschlichkeit. Überall und immer. Wenn man das erkannt hat, kann man anders miteinander umgehen. Mitmenschlicher und der Ausdruck "Nächstenliebe" bekommt wirklich eine Bedeutung.

Ja, aber wie man sieht, ist wohl seit einigen tausend Jahren diese Liebe verschüttet, oder zerrüttet, oder wie man es auch immer nennen mag. Kriege, Machtinteressen, patriachale Strukturen, Herrschaftsstrukturen, Ausbeutung. Egal ob offen oder strukturell. Das alles wird irgendwann mal als das Dunkle Zeitalter in die Geschichte eingehen. Warum dunkel? Na weil das Licht, was ja in jedem Menschen scheint, verdunkelt wurde. Habgier, Neid, Zorn, Aggressionen, Egoismus - es sind nun mal die diese Gefühle, die die Liebe zerstören. Ich nehme mich davon ja nicht aus, versuche aber, diese Gefühle zu verstehen und mich nicht davon verzehren zu lassen.

Aus meiner Sicht kann die Lösung nur darin liegen, dass die Kritik und die Impulse von den Medien entsprechend ihrer Bedeutung als Korrektiv wahr- und aufgenommen werden und dann zu einer seriösen, von Herrschaftsinteressen freien Medienberichterstattung übergegangen wird. Es ist nicht hilfreich, dass führende Journalisten in NATO-nahen Strukturen eingebunden sind. Dies gilt es abzustellen. Alles andere hat keine Zukunft, denn einem Journalisten, den man nicht mehr glaubt, kann sich einen anderen Beruf suchen. Und dass die Medien unter einem nie dagewesenen Vertrauensverlust leiden, ist angesichts der aufgebrachten Leserschaft nicht mehr zu übersehen.

Im Grunde geht es hier also um eine der vielfältigen Interaktionen menschlicher Wesen, die aufgrund der Entwicklung der vergangenen 8.000 Jahre häufig ausarten und eskalieren.

Ich glaube auch, dass wir durch die Unterdrückung der liebevollen und versöhnlichen Sexualität unter "Führung" der Liebe eines Mittels des Friedens beraubt wurden. Das Sexualität als entsprechendes Korrektiv von Natur aus vorgesehen ist, zeigen ja viele Untersuchungen zu unseren nächsten Verwandten, den Bonobos. Wir können dies aufgrund vieler Generationen der Sexualfeindlichkeit so nicht mehr ausleben. Aber bis heute haben viele ja entsprechende sexuelle Fantasien. Viele haben ja dann Vorstellungen, dass sie Sex mit Menschen haben, die sie vielleicht gar nicht leiden mögen, oder mit denen sie Ärger hatten. Aber auch da zeigt eben das Unterbewusste den Weg, dass es hier um Liebe, Frieden und Kooperation geht. Viele Menschen sind ja dann auch erschrocken, wenn sie beim Sex plötzlich an einen Kollegen denken, den sie gar nicht mögen, oder an den arroganten Chef. Oft wird das dann versucht zu unterdrückten. Aber wer diese Fanasien zumindest im Geist auslebt, bekommt dadurch ja oft einen intensiveren Orgasmus und damit einen intensiveren Abbau von Stress, Aggressionen und Spannungen im Körper und wird somit ausgeglichener und kann somit in weiterer Folge mit den Betreffenden anders, weniger konfrontativ, sondern mehr kooperativ umgehen. Auch das muss man verstehen, dass das alles nur Mittel der Natur zur Herstellung von Harmonie und Frieden sind.

Hier noch ein launiges Interview mit dem Philosophen Bazan Brock auf Kultzurzeit. Kulturzeit wird ja auch als "Hetzsendung" wahrgenommen. Was ich durchaus verstehen kann, wird hier doch auch seit Monaten entsprechend einseitig "Meinung" gemacht. Und jetzt möchte ich gar nicht wissen, bei wievielen der aufgebrachten Schreiber die Moderatorin in ihren sexuellen Fanatsien auftaucht!! lol

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