Mein falsches Leben

30.01.2019 13:48

Nun habe ich in den letzten Jahren wirklich einiges unternommen, um wieder ein gesünderes Leben zu führen, aber natürlich gelingt es mir nicht vollständig. Ich habe zwar vieles unternommen, wie Garten anlegen, Sport treiben, Radfahren statt Auto, Bioprodukte bevorzugen, Importe vermeiden, Konsum drastisch runterfahren... aber auch ich bin, wenn ich zum Beispiel Avocados aus dem Handel kaufe, was ich mache, weil es kein Bio hier gibt und weil ich noch keine gute Alternative gefunden habe, nachdem die Rohmilchbutter zwar theoretisch ginge, aber eben die Qualitätsfrage nicht vollständig geklärt ist, da nicht ganz frei von "Schuld" und bin Teil des "falschen Lebens".

Denn, ich hatte es schon im Blog, die Avocado ist nicht ganz unproblematisch.

https://kurier.at/genuss/avocado-wahnsinn-das-doch-nicht-so-superfood/400388618

Auch Umweltorganisationen warnten zuletzt vor den Folgen der unstillbaren Avocado-Gier. Die Avocado-Lobby habe alles daran gesetzt, die Frucht als sexy Schlankmacher zu vermarkten, kritisiert Jens Karg, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace: „Die Avocado hat sicher ihre Vorteile – in den Mengen, in denen sie mittlerweile weltweit verzehrt wird, wird sie aber zu einer immer größeren Gefahr für die Umwelt.“ Das beginnt beim langen Transportweg, den die Frucht zurücklegt, bis sie zerquetscht auf unseren Toasts landet: Im besten Fall kommt sie aus Spanien, im Normalfall aus Peru, Chile oder Südafrika.

Der Konsum ist ja zuletzt förmlich explodiert, was wohl auch an der verbesserten Qualität der Früchte liegt. Noch vor 10 Jahren waren Supermarktavocados praktisch ungeniessbar, während sie heute zum Teil erstaunlich gut und vor allem reif sind. Man hat sich hier wirklich ins Zeug gelegt und die Tage, wo man Früchte, die innen nur noch aus braunen und wässrigen Matsch bestanden, sind vorbei. Heute sind die zumeist von ausserordentlich guter Qualität, was Geschmack und Konsistenz angeht.

Vor diesem Hintergrund ist es also kein Wunder, dass der Konsum so hochgegangen ist. Aber eben mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Umwelt.

Länder, die in der Regel Dürreregionen sind. „Das Problem ist, dass die Avocado sehr viel Wasser braucht. NGOs vor Ort berichten, dass Trinkwasserbrunnen austrocknen, weil das Gebrauchtwasser nicht mehr ausreicht. In diesen Gebieten ist es dramatisch, wenn man solche Mengen an Trinkwasser für die Avocadoproduktion verwendet.“

Also alleine daraus muss man zwingend logisch die Schlussfolgerung ziehen, dass eine Versorgung der Menschen mit Tropenfrüchten nicht zu machen ist. Wir haben 7,5 Milliarden Menschen, wenn da nur 10% auf Rohkost umstellen und dann ihren kompletten Speiseplan auf tropische Früchte, dann kann man sich vorstellen, was das bedeutet. Die werden ja dann noch mehr Avocados essen wollen.

Alleine deshalb muss und sollte man sich auch auf einheimische Sachen konzentrieren. Und wenn es geht, Avos aus gutem Anbau präferieren. Was mir hier im mitteldeutschen Hinterland nicht gut gelingt. Aber auf einen Versender will ich auch nicht umsteigen.

Aber vielleicht ergibt sich da bald eine Lösung...

Nirgendwo ist der Schaden so groß wie in Mexiko: Im Haupt-Exportland – zwei Millionen Tonnen Avocados wurden dort 2017 geerntet, Tendenz steigend – hat die Mafia das grüne Gold entdeckt. Um noch mehr Platz für die lukrativen Avocadoplantagen zu gewinnen, roden organisierte Verbrecherbanden illegal Wälder und unterdrücken, bedrohen oder verschleppen die Einheimischen. „Die Bevölkerung kann sich nur schwer dagegen wehren, weil viel Geld dahinter steckt und die Agrarmafia einen immensen Druck ausübt“, sagt Jens Karg.

Dazu kommt, dass der hohe Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln in den Monokulturen der Gesundheit schadet.

Das sind natürlich ganz ungute Entwicklungen.

Was Pestizide angeht: da ist die Avocado anscheinend weniger stark belastet. Mal kurz gegoogelt:

www.jetzt.de/gutes-leben/welche-lebensmittel-haben-die-groesste-pestizid-belastung

Die EWG nennt 15 Lebensmittel, die weniger wahrscheinlich mit Pestiziden belastet sind. Aber auch hier gilt: Diese Liste ist nicht direkt auf Deutschland übertragbar, aber ein guter Anhaltspunkt für den nächsten Lebensmittelkauf.

www.ewg.org/foodnews/clean-fifteen.php#.Wh0wDhREdFQ

Fewer than 1 percent of conventional avocados tested positive for pesticides. Only one pesticide was found on any of the 360 avocados sampled.

Weniger als 1% der konventionellen Avokados wurden positiv auf Pestizide getestet. Nur ein Pestizid wurde auf den getesteten 360 Avocados gefunden.

Also so fühlt es sich für mich auch an. Bei dem "dreckigen Dutzend" hatte ich ständig irgendwelche Probleme (Geschmack, Geruch, Kopfschmerzen ... irgendsowas.), aber da bisher nicht wirklich.

Andere Quelle: www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/swr/avocado-wahnsinn-100.html

Pestizide können gravierende Auswirkungen haben. Doch kann das Gift auch auf unseren Tellern landen? Um das herauszufinden, bringen wir Früchte von Edeka, Rewe, Penny, Lidl, Aldi Nord und Aldi Süd zur Untersuchung ins Labor.

Wir lassen vorschriftsmäßig die gesamten Früchte inklusive Schale und Kern auf Pestizide testen. Das Ergebnis: In vier Avocado-Proben können Pestizide nachgewiesen werden. Eine davon ist besonders auffällig, wie Lebensmittelexperte Jürgen Stellpflug erläutert: "Bei der Probe von Edeka fiel der Wert an Prochloraz auf, das ist ein Fungizid. Das wird aufgespritzt auf die Schale, damit die Avocados beim Transport nicht verschimmeln. Wenn man den Grenzwert betrachtet, ist das alles in Ordnung, wenn man aber die so genannte akute Referenzdosis betrachtet, das ist der Wert, der bei einmaliger Aufnahme schon schaden kann, dann ist diese akute Referenzdosis um über 160 Prozent überschritten."

Ich kaufe zumeist bei Aldi oder Netto.

Was hier natürlich etwas irritiert ist, dass die quasi auch die Schlale mitgetestet haben. Die isst man ja nicht mit! Die Frage ist, wieviel würde man denn wirklich aufnehmen?

Ich halte es für etwas unseriös, wenn man, dass sieht man dort auf dem Foto, quasi die Schale, auf der dann die Mittel sitzen, mituntersucht werden.

Aber grundsätzlich scheint das Fruchtfleisch bei den Avos aus dem Supermarkt grundsätzlich Ok zu sein:

In einer zweiten Untersuchung zeigt sich immerhin, dass die Pestizide nur auf der Schale sitzen. Das Fruchtfleisch ist in Ordnung, solange man das Pflanzenschutzmittel nicht beim Aufschneiden hineinbringt. Deshalb müssen konventionelle Avocados vor dem Verzehr unbedingt gut gewaschen und abgetrocknet werden.

Das habe ich bisher auch noch nicht gemacht. Guter Tipp für die Zukunft. Oder die Frucht statt aufschneiden einfach aufbrechen.

Auch bei allen anderen von uns getesteten Produkten lagen die Ergebnisse unterhalb der EU-Grenzwerte. Trotzdem kann keine Entwarnung gegeben werden, meint der Lebensmittelexperte Jürgen Stellpflug. Die Grenzwerte seien viel zu hoch: "Durch diesen hohen Grenzwert kann die akute Referenzdosis, also die Menge, die schon bei einmaligem Kontakt Schaden hervorrufen kann, eben überschritten werden. Das Problem ist, dass dieses Prochloraz eine hohe akute Toxizität hat. Das heißt also, es ist spontan giftig."

Avocados haben ja sehr dicke Schalen, zumindest die Hass, die man auch nicht mit isst. Also ich entnehme den hier verlinkten Infos, dass der essbare Anteil der Avocado nicht belastet ist, sondern nur die Schalen kritisch betrachtet werden müssen. Also hier einfach abwaschen und abtrocknen. Geht ja fix.

Manchmal frage ich mich, was man überhaupt noch essen kann.

Fleisch -  politisch vollkommen unkorrekt.

Fisch - überfischt, belastet, sollte man auch nicht mehr essen.

Avocados - siehe oben.

Nüsse - sowie da die Menschen mehr von essen, werden wir ähnliche Artikel lesen.

Milch und Milchprodukte - da schreien die Veganer. Geht auch nicht.

Da bleibt irgendwo nur noch Linsen, Gemüse und Getreide. Eier vielleicht noch.

Na ja, grundsätzlich habe ich meinen Avocadokonsum eh schon enorm eingeschränkt und esse da bei weitem nicht mehr so viele wie noch am Anfang meiner Rohkost. Aber ab und an mag ich die schon mal. Rohmilchbutter ginge zwar auch und das war auch ok, aber dann hat man wieder die Frage, ob das auch alles wirklich roh ist.

Fetter Fisch und fettes Wildschwein ist noch besser, aber erstens ist fetter Fisch in guter Qualität zunehmend schwerer zu bekommen und Wildschweine hauen sich auf pestizidbehandelten Äckern natürlich auch schön den Wanst voll.

Man kann es gerade drehen und wenden wie man will, die Bettdecke ist immer zu kurz. Bleiben am Ende wirklich nur Linsen, Eier, Gemüse und ein paar Früchte! :-D

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