Melonen und Klimawandel

23.08.2018 22:08

Gestern habe ich mir eine Sendung mit Harald Lesch auf youtube angesehen, wo es mal wieder um den Klimawandel ging. Ich glaube es war beim Lanz (den ich für einen echt schmierigen Typen halte brrrr ... aber im Grunde ist das sowieso Fernsehen für Dumme). Na ja, und der Lesch hat eben mal wieder gesagt, was er immer sagt. Menschgemachter Klimawandel, Co2, seine Generation hätte versagt.

Finde ich so Ok, dazu ist er ja als Wissenschaftler eingeladen und man geht ja davon aus, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat zum Thema.

Gleich daneben dann auch Videoempfehlungen, die diese Sendung quasi auseinander nehmen. Da habe ich dann auch mal hingeklickt und da gibt es wirklich Leute, die sich da hinsetzen und Videos machen, wo sie das, was der Lesch da sagt, regelrecht demontieren. Zum Teil denkt man, OK, da gehe ich mit, zum Teil ist es auch eher an den Haaren herbeigezogen.

Wie auch immer: da draußen tobt ein regelrechter Klimakrieg. Da fliegen die Fetzen auf beiden Seiten. Da wird in den Kommentaren diskutiert und gestritten bis aufs Messer... und am Ende sitzt man da und denkt: hm, was denn nun? Weil, es bleibt mir einfach nicht genug Zeit, mich auch noch in dieses Thema wirklich erschöpfend einzuarbeiten. Dazu müsste man Bücher lesen, Studien, Kritiker anhören... und dazu fehlt mir einfach die Zeit und auch die Lust.

Aber mich nervt es total, wenn ich eine Frage habe und ich bekomme keine klaren Antworten.

Ich bin ja eher so der Entscheidungsträger und kümmere mich nicht um jedes Detail, sondern versuche den Überblick zu bewahren und das Schiff, egal ob im Job oder zuhause, auf Kurs zu halten. Und was ich da überhaupt nicht leiden kann, ist, wenn ich für eine Entscheidung Fragen habe und die Antworten sind schwammig, unklar, es wird noch gestritten... sowas nervt mich total. 

Also bleibts erstmal und die sollen sich erstmal einigen und dann sehen wir weiter.

Auf jeden Fall hatte der heiße und trockene Sommer auch seine Vorteile:

1. Reife Melonen pünktlich zur Augusthitze zum Beispiel. Im Gewächshaus sind die heuer knapp vier Wochen eher reif als im Freiland. Letztes Jahr hatte ich auch gute Melonen, aber dann später reif. Ist auch ungünstig, weil es dann schon kühler wird und man fängt schon an zu frieren nach dem Verzehr. So aber ist das eine tolle Sache.

2. Sind auch perfekt reif. Schön süß mit gutem Melonenaroma. Einmal in rot...

3. ... und einmal in gelb:

Ich habe vier Sorten, wenn ich mich nicht täusche. Einmal muss das die "Sugar Baby" sein, die haben wir mal von einer Bekannten bekommen. Dann eine gelbe, die ich einfach im Baumarkt gesehen und gekauft habe, dann einmal "Brot von Babylon", die sich anscheinend gut lagern lässt (werde ich dann ja sehen) von Dreschflegel und noch eine, deren Namen ich jetzt nicht im Kopf habe.

Ich mag ja die Vielfalt im Garten.

Und um die zu erhalten, nehme ich auch immer Samen von den besten Früchten.

4. Ich achte ja sehr darauf, dass es keine Hybridfrüchte sind, sondern wirklich gute Sorten, die man auch selber weitervermehren kann.

Mir macht die Gärtnerei richtig Spaß, auch wenn es heuer sehr stressig ist. Aber solche Erfolge entschädigen dann auch wieder etwas...

Ach, da fällt mir ein: wir haben ja auch aus verschiedenen Kernen Pfirsichbäumchen gezogen. Die tragen nun im dritten Jahr das erste Mal. Und was soll ich sagen: die sind echt gut!!! Und den bisher Besten hätte ich fast weggeworfen! Ich brauchte im Frühling Platz für einen Apfelbaum und wollte den schon ausgraben und wegwerfen, auch weil er etwas "kankrig" war, aber dann habe ich versucht, den woanders hinzupflanzen. Ich mag nichts Lebendiges einfach wegwerfen. Also mit großem Erdbatzen ausgegraben und woanders hingesetzt. Dort ist er überraschenderweise auch gut angewachsen. Gott sei dank, denn dessen Früchte sind die bisher Besten!! So kanns auch gehen.

5. Heute hats mal 2,5mm geregnet, also muss ich morgen nichts gießen. Bisher waren es ja nur meine Tränen, die ab und zu den Garten befeuchtet haben. lol

Aber es war auch Zeit. Schaut euch mal das an: da fährt einfach nur ein Auto auf einer unbefestigten Straße und durch die Trockenheit wirbelt das solche Staubwolken auf.

6. Aber heute hat es mal gewittert und alles mal, wenn auch nur oberflächlich, befeuchtet.

6. Und als Eingeborener weiß man natürlich, wo wann welche Früchte reif sind und man weiß auch, dass nach einem Gewitter die Natur die Pflückarbeit erledigt und man nur noch aufsammeln muss. Und so haben wir heute zwei große Schüsseln mit Renekloden gesammelt. Arbeitszeit: 20 Minuten plus 10 Minuten Fahrzeit (3km).

Es ist ja die große Kunst des Lebens, die Natur arbeiten zu lassen. Den besten Kompost machen die ganzen Organismen im Komposthaufen, der beste Mitarbeiter im Garten ist der Regenwurm, die besten Schädlingsbekämpfer sind die Horden an Spatzen und anderen Vogelarten, die im Garten ihre Heimat haben (wenn man sie lässt, statt überall Katzen anzusiedeln), der beste Wühlmausschutz ist der Marder, der nachts auf Patrouille geht und der Milan, der tagsüber seine Kreise zieht, von den Bienen und den anderen Insekten ganz zu schweigen.

Die machen den Job.

Man selber muss da nur immer mal ordnend eingreifen und wie ein Kapitän den Kurs halten. Den Rest macht normalerweise die Natur selber. Außer wir fucken sie ab... dann gerät alles aus dem Lot und nichts funktioniert mehr, es braucht Spritzmittel, Pestizide, viel Arbeit ... es wird trockener, heißer, lebensfeindlicher.

Und ich merke eben, dass ich auf meiner Scholle zwar was Nettes erschaffen habe, aber damit die Welt nicht zu retten vermag.

Freund von mir hat es heute treffend auf den Punkt gebracht (wie schon so oft):

"Wir zwei können das eh nicht so schnell ändern. Wir sitzen im selben Boot, mit sehr vielen Kopflosen und Herzlosen."

Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen.

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