MIH - das nächste Problem

31.03.2015 16:47

Grade bin ich bei der Recherche zu meinen geplanten Vortrag zum Thema Rohkost und Zahngesundheit auf folgendes neue Problem in der Zahnmedizin gestossen, dass auch schon Rohkostkinder betroffen hat: MIH - Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation

 

Hier handelt es sich offenbar um eine erst seit kurzem erkannte Erkrankung der Milchzähne, wo diese einfach wegbröseln. Bisher weiss man offensichtlich noch nicht genau, was die genauen Ursachen sind:

Die Störung macht Angst: Anders als Karies lässt sie sich nicht mit  gründlicher Zahnpflege verhindern, auch Zucker- und Säurekonsum haben keinen Einfluss. "Bei Karies kommt der Zahn gesund heraus und wird dann beschädigt. Bei MIH entstehen die Schäden lange bevor der Zahn durchbricht", erklärt Zahnmediziner Kühnisch. Oft sind vor allem die 6er Molaren betroffen, die ersten bleibenden großen Backenzähne, die ungefähr im Alter von sechs Jahren hinter dem letzten Milchzahn durchbrechen. Aber auch an den bleibenden Frontzähnen sind die Hypomineralisationen oft sehr auffällig erkennbar. (www.focus.de/familie/kindergesundheit/mysterioese-stoerung-mhi-milchzaehne-broeckeln-trotz-perfekter-mundhygiene_id_4419684.html)

Seit den 80er Jahren scheint diese krankheit epidemische Ausmaße angenommen zu haben:

Mitte der 80er wurde das Phänomen erstmals beschrieben, immer neue Hinweise von Zahnärzten weltweit kamen auf. "Mittlerweile wird jeder Zahnarzt in Deutschland quasi täglich mit solchen Schmelzstörungen konfrontiert", sagt Kühnisch. "Nur noch zwei Drittel der Läsionen an den bleibenden Kinderzähnen gehen im Alter von zwölf Jahren auf Karies zurück, ein Drittel haben MIH als Ursache."

Der Definition nach muss für die Diagnose MIH mindestens ein Backenzahn betroffen sein. "Mitunter sind aber nur die Front- oder andere Zähne betroffen", sagt Kühnisch. In einer Studie seiner Gruppe mit Daten aus 2008 und 2009 hatten zehn Prozent der Zehn- bis Zwölfjährigen MIH-Symptome an Backen- und Schneidezähnen. "Oft waren das kariesfreie Kinder mit tadellosen Milchzähnen."

Hier offenbart sich also ein weiteres Problem, dass noch schlimmer scheint als Karies. Konnte man Karies nun einigermassen beherrschen (regelmäßige Zahnpflege, Fluoridzahncreme, Ernährung), so gibt es jetzt ein neues Problem, dass offensichtlich sehr viel schwieriger bis gar nicht zu beherrschen ist. Kurios oder? So als ob uns die Natur weiter darauf hinweisen möchte, dass etwas mit der Ernährung (Zähne - Mund - Ernährung) GRUNDSÄTZLICH nicht mehr stimmt. Man sucht da grade fieberhaft nach den Ursachen. Antibiotika scheinen im Verdacht zu stehen, auch Weichmacher (sic!!) sind in der Diskussion.

Aber man sieht mal wieder, mit welcher Wolllust wir unseren Nachwuchs schädigen. Denn ich muss nur auf die Straße gehen und mich umschauen und ich sehe Mütter mit Plastikflaschen in der Hand, Ärzte, die Antibiotika wie Lutschbonbons verschreiben und Väter, die zu ihren Jobs in der chemischen Industrie eilen, oder als Pharmareferent arbeiten.

Die Ursachen von "MIH" sind nach wie vor unklar. Unter Verdacht stehen Weichmacher wie Bisphenol A, Umweltgifte in der Muttermilch oder Antibiotika. Auch wenn die Eltern meist schockiert von der Diagnose sind: Nur in zehn Prozent der Fälle ist eine Restauration der Oberfläche nötig, noch seltener die Zahnentfernung. Oft werden die Zähne allerdings überkront, um möglichst viel Zeit bis zu einer langfristigen Therapielösung zu gewinnen.

Schöne neue Welt...

Man muss sich natürlich auch fragen, ob es bei der aktuellen Ernährung der Menschen nicht schon zu Vorschädigungen im Mutterleib kommt. Die Ernährung ist ja trotz voller Regale alles andere als nährstoffreich. Von den ganzen Umweltgiften mal ganz zu schweigen.

Karies (...), Zahnfleischentzündungen, Zahn- und Kieferfehlstellungen und Mundschleimhautveränderungen gehören ebenso zum Alltag in der Zahnpraxis. Seit einigen Jahren beobachten Zahnärzte ein scheinbar neues Symptom bei den ersten bleibenden, aber auch bei den Milchzähnen. (www.welt.de/gesundheit/article115861663/Wenn-die-Zaehne-von-Kleinkindern-einfach-zerbroeseln.html

Ich muss es ehrlich zugeben: ich verstehe viele Sachen einfach von Grund auf auch nicht mehr. Ich gehe in den Supermark und stehe vor dem Bioregal. Alles in Plaste abgepackt. Daneben das konventionelle Zeug nicht. Wieso? Ich verstehe es einfach nicht!! Wir wissen, welche Sachen schädlich sind, und führen, um die Industrien zu schützten, Übergansgphasen ein, damit die ihre Produktion umstellen. Wieso??? Wieso nicht sofort gefährliche Stoffe verbieten? Und so geht es weiter und weiter.

Wir opfern mit großer Wolllust als Gesellschaft unsere Kinder auf dem Altar der Industriealisierung. Nicht nur diese neuen Zahnprobleme sind beängstigend, sondern auch die dahinter stehenden Mechanismen und Denkweisen. Das geht ja weiter mit Elektrosmog, Weichmacher, Gentechnik, Pestizide, Feinstaub, Klimawandel, Atomkraft und so weiter und so fort. Da sitzen ja grade jetzt irgendwo Leute und denken nach, wie man die Produktion steigern und den Gewinn maximieren kann.

Wir sind eben verblendet von unserem Fortschritt und gefangen in einem verrückten Wirtschaftssystem. Wie soll man ein Wirtschaftssystem denn anders nennen, dass von einem sich allzeit bewusst handelnden Menschen ausgeht und das Unterbewusste vollkommen ausblendet? Tragisch nur, dass es die ausbaden müssen, die nun grade neu in diese verrückte Welt hineingeboren werden.

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