Mispeln

17.11.2018 21:08

Die dritte Woche Low-Carb ist rum. Ich ziehe das nicht ganz so strikt durch, wie in den vergangenen Low-Carb-Phasen, sondern mache, hat sich zufällig so ergeben, freitags immer mal ne "Ausnahme", sprich, dann gibts immer mal was Süßes. Zumeist Äpfel. Da habe ich ja noch den halben Keller voll.

Das passt gerade ganz gut so, nur der erste Tag Low-Carb ist dann wieder etwas "herausfordernd". Aber gut, das trainiert auch etwas. Warum ist es herausfordernd? Nun, der Zucker ist dann doch irgendwie etwas, von dem der Körper oder die Darmflora, wer weiss das schon genau, gerne wieder mehr haben möchte. Vielleicht ist es aber auch so ein geistiges Ding. Süße=Liebe. Was weiß ich.

Es löst jedenfall schon irgendwie auch so eine gewisse Gier und ein Gefühl des "mehr wollens" aus, obwohl man körperlich satt und zufrieden ist. Da scheint also eher so ein Mangel im Gehirn zu sein. Entweder werden nun irgendwelche Botenstoffe nicht mehr wie gewohnt ausgeschütttet, oder die "Sommerdarmflora" feuert und will sich so den Zuckernachschub organisieren.

Eines ist mir aufgefallen: wenn man sechs Tage, wie es sich bei mir nun gerade zufällig eingepegelt hat, keine süßen Sachen ißt (für mich sind Äpfel und Birnen gerade der Inbegriff der Süße, lol), dann sind die am siebten Tag so gut, dass man vor Freunde nur noch lachen könnte!

Ich habe im Herbst 2017 eine Mispel gepflanzt. Die habe ich aus einer großen Baumschule in Oschatz und dort konnte ich die sogar kosten, weil sie schon Früchte trug.

Nun hat die auch in diesem Jahr reich getragen und gestern habe ich die gekostet. Die waren so gut! Unbeschreiblich!!! Also sowas Geniales hatte ich wohl noch nie. Und das ist genau das Gefühl, das zeigt, dass es passend ist (das Beste, was ich je hatte). Auch die Äpfel ... der Hammer!!!

Also nach ein paar Tagen ohne süße Früchte werden die wieder richtig gut!

Leider ist die Mispel erst ein Jahr alt und dementsprechend wenig trägt sie, aber was sie hatte, war ein absolutes Highlight.

Der etwas schwierige Part ist dann, da wieder loszulassen und sich wieder auf Low-Carb einzustellen. Man möchte eben dieses Highlight dann doch immer haben und gerade dann bekommt man es nicht, sondern nur durch den Abstand, das Loslassen schafft man erst die Voraussetzung, damit es in sechs Tagen (wahrscheinlich) wieder genial ist, Früchte zu essen.

Das Low-Carb wiederum gerade passend ist, zeigt mir das beständige Glücksgefühl, welches aus dem Bauch in alle Richtungen strömt. Eine Erfahrung, die ich jedesmal mache, wenn ich auf Low-Carb bin, also alles an süßen Früchten und Honig mal vom Speiseplan streiche. Nach einer Zeit der Umstellung der Verdauung gibt es plötzlich dieses wunderbare Glücksgefühl, welches mir zeigt, dass es so passend ist.

Und ich merke es auch beim Sport. Habe ja nun 11 meiner geplanten 21 November-Trainingseinheiten weg und das geht erstaunlich gut. Heute stand ich 70 Minuten auf meinem Kettler-Power-Stepper. Der steht auch noch genau da, wo ich die Äpfel gelagert habe, was nochmal eine besondere Herausforderung ist! lol

Es ist im Grunde ein Spiel, ein Experiment, auch eine Übung in Selbstbeherrschung und Kontrolle und natürlich auch eine Anpassung an die kühlere Jahreszeit.

Ich liebe ja das Wetter gerade. Wunderbare Spätherbsttage, erfrischend kalt, mit wundervollen Sonnenuntergängen nach trocken-kalten, aber sonnigen Tagen. Einfach genial, die frische und kalte Luft im Gesicht zu spüren und abends dann im warmen Zimmer zu sitzen und es sich gemütlich zu machen.

Fehlt nur noch ein Kamin! lol

Also ich merke immer wieder, ich bin durch und durch ein Nordmann. Ich liebe einfach die Jahreszeiten und mir machts einfach nichts aus, wenn es Herbst oder Winter ist. Alles hat seine schönen Seiten. Ich bedauere ja die Menschen, die dann so bitterlich frieren und dann in den Süden flüchten (müssen).

Ich habe ja schon mal geschrieben, dass ich persönlich die Zone zwischen Stuttgart und Lyon für mich ideal finde. So ungefähr die Zone zwischen dem 44./45. und 48./49. Breitengrad in Europa. Süddeutschland, Schweiz, Norditalien, Österreich (vor allem die Südsteiermark), Slowenien, rüber bis Ungarn und Rumänien oder auf der anderen Seite bis Frankreich. Da hat man noch ausgeprägte Jahreszeiten, aber mehr und intensivere Sonne, kürzere Winter und die Sommer sind zumeist auch wirklich gut. Man kann schon Feigen, Aprikosen und andere Sachen gut anbauen, die hier nicht, oder nicht so gut gehen. Ich finde diese Zone in Europa richtig gesegnet. Warm, sonnig, aber noch ausreichend Niederschläge. Weiter nördlich wirds schon rauer. Hat auch was, ist aber eben schwieriger alles. Weiter südlich wirds dann schon zu heiss, die Sonne brennt schon sehr stark und die Landschaft wirkt karger und ausgebrannter.

Aber vielleicht kommt diese Zone jetzt mit dem Klimawandel hier hoch! Kann ja sein! Brauche ich nur warten, bis hier die Bedingungen wie dort unten herrschen. Geht ja schon los! lol

Na schauen wir mal... gestern habe ich noch sechs kleine selbstgezogene Pfirsiche eingepflanzt. Mal sehen, ob sie so gute Früchte bringen wie die, die ich vor drei Jahren eingepflanzt hatte. Die haben wir auch aus Kernen gezogen und die waren einfach nur gut!

Man wird sehen!

:-)

—————

Zurück