Montag

20.08.2018 14:32

Für die Akten:

Interessant ist der weiße Fleck mitten in Sachsen-Anhalt. Da sind in den letzten Wochen immer die Regenschauer langgezogen. Die kamen vom Harz und sind dann nordwärts Richtung Magdeburg gewandert. Ich konnte das immer schön beobachten. Nur bis hier kam nichts. Ich war den Tag in Calbe an der Saale einkaufen und war erstaunt! Dort steht alles grün und üppig da, der Löwenzahn ist saftig grün in den Beeten an den Straßen und 10km Luftlinie bei uns kommt nichts an.

Den Tag habe ich mich hier ja auch mit dem Bürgermeister unterhalten. CDU-Mann, ehemaliger Bankkaufmann, oder irgendsowas in der Art, ein Jahr jünger als ich. Der ist Bürgermeister der Einheitsgemeinde, die aus mehr als 20 Gemeinden besteht. Und da habe ich mal mitbekommen, dass die eigentlich keine wirklichen Konzepte haben, wie man Klimawandel, menschgemacht oder nicht, überhaupt gestalten sollte. Da gibt es keine wirklichen Konzepte, die auf der Ebene der Kommunen greifen.

Wir haben uns dann auch, mein Lieblingsthema, über das "System Megamaschine" unterhalten. Auch das wird zuwenig verstanden. Auch dass wir an die Grenzen des Wachstums angelangt sind. Ich muss nur hinschauen. Die Landwirtschaft wird ihre Erträge nicht mehr großartig steigern können, im Gegenteil. Es wird sehr viel wahrscheinlicher vermehrt zu Missernten und Ausfällen kommen. Wer sagt, dass solche Jahre nicht immer häufiger vorkommen? Mit nur noch zwei Jahreszeiten. Milde, feuchte Winter und dann sofort der Übergang in den heißen, trockenen Sommer, aufgepeppt mit ein paar Extremunwettern.

Ich denke, dass das sogar die logische Konsequenz ist, solange wir uns als Gesamtheit nicht wirklich wandeln.

Im Gespräch habe ich ihm auch versucht nahezubringen, wieso es trotz Problemen auf so vielen Ebenen immer wieder Migration braucht. Weil eben nur durch den Kaufakt das Wachstum generiert werden kann. Nur durch die Kaufvorgänge passiert Wirtschaftswachstum. Ich kann produzieren auf Teufel komm raus, ohne Käufer wirds nichts. Und ewiges Wachstum bedingt eben auch eine ewig anwachsende Bevölkerung. Sonst ist ja mal ein Ende, bzw. ein Plateau erreicht.

Die ganzen Konservativen klammern sich so an dieses Konzept und sehen nicht, dass wir die Grenzen schon erreicht haben. In der Natur und in der Landwirtschaft zeigt sich das gerade "sehr schön". Es schlägt auf uns zurück und die Folge sind eben nun Missernten, Ausfälle, Einbußen... sollte das ein Trend werden, sind die Tag der Ertragssteigerungen vorbei. Ende mit ewigen Wachstum in dem Bereich.

Ich merke immer wieder in solchen Gesprächen: ich bin meiner Zeit um mindestens 20-30 Jahre vorraus. Während andere langsam mal so ganz zart aufwachen, habe ich schon Konzepte für die Zukunft in der Tasche... lol. Wie man wirklich nachhaltig und zufrieden leben kann. Mit der Natur, nicht im Kampf gegen sie. Das ist ja möglich, nur braucht es anscheinend noch mehr Wecksignale für die Masse.

Dieses Jahr war ja ein ganz nasser Waschlappen. Aber auch da sträuben sich viele und sagen nein nein nein, ich will noch weit erträumen und drehen sich nochmal rum.

Na ja, dann braucht es eben noch mehr solcher Wecksignale und die werden dann eben auch immer schriller.

Und das eben nicht nur beim Wetter, sondern auf vielen Ebenen.

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