Montag

10.12.2018 20:20

Für alle, die sich noch dran erinnern, es gab mal ein Gruppenfoto der Gemeinschaft, die auf Montramé, dem damaligen Zentrum für Instinktive Ernährung in Europa, lebte und die dort auch den Orkos-Versand betrieben. Auf diesem Foto, leider scheint es aus dem Netz verschwunden zu sein, sah man viele junge Leute. Vorne die Mädchen, hinten die Jungs. Es fiel auf, dass die Mädchen recht propper, fast mollig, die Jungs aber eher dünn und schwächlich waren. Sogar meine Mutter meinte damals verwundert, dass die Mädels aber ziemlich üppig seien.

Auf den Rohvolution und Rohkosttreffen hat sich das auch dann real und in Farbe etwas bestätigt und das zeigt eben auch irgendwo an, dass der Mensch an diese Art der (Zucker-) Fülle irgendwie nicht angepasst ist und man dann recht schnell ins Fressen kommen kann. Zumal wenn dann auch seelische Probleme dazu kommen.

Burger hat das immer angeklagt, saß aber zu der Zeit im Gefängnis und die Gruppe hat dann alleine weitergemurkelt und offensichtlich ebenfalls die "feinen Signale" übergangen. Das ging soweit, dass die Mädels anfingen, Diäten zu machen, um abzunehmen (mdl. Mitteilung eines damaligen Mitgliedes). Die hatten also haargenau die gleichen Probleme wie ihre kochenden Mitmenschen.

Bei der ganzen Recherche der Evolution des Menschen, die dann in Teil 7 weitergehen wird, habe ich bisher KEINE Hinweise gefunden, dass der Mensch je hohe Fruchtzuckermengen in seinem Habitat fand, und wenn, wie im Falle einiger Jäger-und Sammlergemeinschaften, vor allem in Form von Honig, sind das zeitlich begrenzte Verfügbarkeiten.

Was aber ab dem Zeitpunkt, als sich der Homo erectus entwickelte, immer vorhanden war, war Fleisch, Fisch, Wildkräuter und Wildbeeren. Als Ausblick auf den siebten Teil, der das alles noch ausführlich behandeln wird: manche Homo erectus - Stämme haben sich auf die Elefantenjagd spezialisiert. Macht euch klar, was die immer wieder für Mengen zur Verfügung hatten.

Und das erklärt für mich auch den Erfolg der Carnivordiät, den es laut Lehrbuch gar nicht geben dürfte, und den ich fast lachhaft finde, weil hier einfach Fleisch gegessen wird, das regional erzeugt wird, und die Leute sind damit anscheinend sehr gesund, während man für die angeblich natürlichste Ernährung der Welt erst alles möglich lernen muss, es sauteuer ist und man die Mittel dazu, sprich eben die "Lebensmittel", erst aus 10.000km entfernten Ländern rankarren muss, damit es einigermassen klappt und man einigermaßen zufrieden ist.

Ich muss da schon etwas grinsen.

Der Derek Nance holt sich seit 9 Jahren seine Schafe direkt aus der Nachbarschaft und sieht aus wie das blühende Leben und mit sich im Reinen, während Herrscharen an "sich natürlich ernährender" Menschen ständig Sehnsucht nach den Tropen haben, Unsummen ausgegeben haben, zu dünn oder zu dick sind, Zahnprobleme haben, ihr Leben aufgaben und sogar wegen der Früchte auswanderten.

Man muss die Frage stellen, ob die Carnivor-Leute nicht näher an einer natürlichen Ernährung sind als die Instinctos. Einfach, weil eben unsere Vorfahren ab Homo habilis ganz anders lebten als gedacht und eben nicht im Tropenkost-Paradies, sondern in der Savanne und im Grasland.

Machen wir uns mal nichts vor: jeder spürt es ja auch, dass da was nicht stimmig ist und wer hat schon mal einen Rohköstler getroffen, der meinte: "Verdammt! Ich esse viel zu wenig Früchte!!". Ich habe bisher nur Dutzende getroffen, mich inklusive, die irgendwie das Gefühl hatten, zuviele Früchte zu fressen.

Und wenn wir daran genetisch nicht angepasst sind, an diesen Früchteoverkill, und wenn dann aber noch der "Friss!" - Instinkt hinzukommt, der sich wahrscheinlich auch in der Savanne rausbildete und den ich anhand der von mir mit Regenwürmern bis zum Bersten gefütterten Hühner beobachten konnte (siehe hier: rohkost4.webnode.com/news/hunger-erganzende-betrachtungen-zur-genetischen-anpassung/), dann kommen auch die ganzen Probleme hoch. Zu dick, zu dünn, Zahnprobleme ... die ganze Rohkostszene scheint irgendwie ein Problem mit Früchten zu haben und seit Tag 1 meiner Interneteintritts begegnet mir dieses Thema immer wieder.

Und die Ursache ist ein vollkommen falsches Weltbild und eine vollkommen falsche Vorstellung, wo und wie sich der Mensch entwickelte. Da hat man eine ganze Generation an Rohköstlern auf eine, wie ich finde, falsche und zum Teil eben ungesunde Spur gesetzt.

Man meinte, unsere Vorfahren lebten wie die Schimpansen heute überwiegend frugivore, nur war das ganz offensichtlich nicht der Fall und das nimmt man sich dann irrtümlicherweise irgendwie als Vorbild. Ergebnis: es passt dann eben nicht wirklich. (Und um es wieder passend zu machen, wurde dann die "Entgiftung" erfunden???)

Wenn das mit den Schimpansenvorfahren nach aktuellem Stand der Wissenschaft nicht der Fall war, dann sind auch alle daraus sich ergebenden Ableitungen fehlerhaft.

Schaut man sich die Evolution des Menschen an, vor allem die Habitate, in denen diese Menschen lebten, vor allem unsere mitteleuropäischen Vorfahren, dann machen die Probleme auch vollkommen Sinn und die Probleme sind die logische Konsequenz eben einen UNNATÜRLICHEN Lebensweise.

Das ist mehr oder weniger wie die Hühner und die Regenwürmer. In der Natur sind Regenwürmer Mangelware und treten saisonal mal verstärkt auf. Und damit hat es sichs. Wir aber haben uns eine Regenwurmumwelt erschaffen. Mit Zuchtregenwürmern. Dick, fett, 30cm lang.

Kein Wunder, dass das unter diesen Bedingungen erst alles ganz fein erkundet werden musste, wann man da (oft nur mit viel Diziplin) mit dem Essen aufhören muss und wieso alle, die da dachten: "Och, ich fress mal, bis die Sperre kommt!", gehörig Schiffbruch erlitten.

Gestern hat mir ein Freund noch ein Beispiel begracht, dass fundamental aufzeigt, was passiert, wenn man sich eine falsche Umwelt erschafft: ein Rohkostfreund von mir ist Bauer und Imker und hält auch Schweine. Jemand hat dann überschüssigen Honig den Schweinen zu fressen gegeben. Und die Sau hat dann eben auch gedacht: "Ich fress was geht und speichere die überschüssige Energie als Fett ab, wer weiss, wann es mal wieder soviel gibt!" und das Ende vom Lied war anscheinend, dass sich das Schwein am Honig totgefressen hat.

Und wenn ich mir dann die Skelette anschaue, die man so im Netz bewundern kann, dann frage ich mich, ob da nicht einige Menschen dabei sind, die sich gerade an Früchten totfressen.

Das ist eine Ressource, die es so NIE gab. Bis vor 7.500 Jahren lebten alle unsere Vorfahren bis zurück zu Ardipithecus ramidus in keiner Umwelt, die solche Fruchtzuckermengen übers ganze Jahr bereitstellt. Saisonal ja..aber nicht so wie heute. Und wenn dann eben das Savannen-Gen: "Friß! Speichere als Fett! Überlebe!!" dazu kommt, dann muss man sich nicht mehr wundern.

Nochmal: es gibt Menschen, die haben gelernt (!!!) sich so zu verhalten, dass "Instincto" funktioniert. Die achten auf feinste Signale, vielleicht noch Überbleibsel aus der Zeit der Australopitecinen, und haben eine große Auswahl und dann funktioniert das auch.

Und ich will hier keine Lanze für Carnivor oder was auch immer brechen, die müssen auch erstmal zeigen, was sie längerfristig können, aber es zeigt eben mal im Vergleich, wo man selber vielleicht geirrt hat.

Laut Lehrbuch, selbst nach Burgers Theorien, dürfte es "Carnivor" nicht geben und sie dürften keinen Erfolg haben. Den haben sie aber und es gibt eben schon Menschen, die das jahrelang auch roh machen. 

Das macht einen dann schon staunend!

Nun will nicht jeder Mensch ein Derek Nance werden und jeder Mensch ist anders. Aber wer spürt oder meint, dass da auch irgendwie eine ngute Abhängigkeit zu den Früchten besteht, kann da ja mal experimentieren und die Früchte eben anders betrachten. Vielleicht nur jeden zweiten Tag essen, oder nur einmal die Woche (mache ich gerade, wird mir aber gerade auch schon fast zuviel im Winter), oder mal längere Zeit Low Carb leben.

Einfach mal ausprobieren, wie es sich anfühlt und experimentieren.

Ich will hier nochmal eine für mich typische Woche auf Low-Carb aufzeigen:

rohkost4.webnode.com/news/wochenplan-ernahrung/

Das war mal für eine typische Woche damals im Winter 2014, wo ich in Cottbus gearbeitet habe.

Montag

Mittags: Haselnüsse, Möhren, Kohlrabi, Fenchel, (alles mono)

Abends: Heilbutt, ein großer Salat mit geriebenen Sachen wie Kohlarten, Wurzelpetersilie, Grünen Salaten, Chili, Zwiebeln. Je nach Gusto. Vllt danach noch ein paar Haselnüsse.

Dienstag

Mittags: Fenchel, Kohlrabi

Abends: Erdnüsse, großer Salat (1-3 Schüsseln mit Zutaten je nach Saison und Gusto)

Mittwoch

Mittags: Süßkartoffeln, Fenchel, Haselnüsse

Abends: drei große Salate mit Sonnenblumenkernen und viel Avocado.

Donnerstag

Mittags: Fenchel, Erdnüsse, Süßkartoffel

Abends: Heilbutt, großer Salat (ohne Sonnenblumen und Avocados, einfach viel Gemüse und Grünzeugx)

Freitag

Mittags: Fenchel, Möhren, Knollensellerie, Stangensellerie

Abends: große Salate mit vielen gekeimten Linsen.

Nacht: Wildschwein / Rind - angetrocknet

Samstag

Mittag: Wildschwein / Rind /Schaf angetrocknet

Abends: großer Salat mit viel buntem und geriebenen Gemüse, scharf.

Nacht: Wildschwein / Rind / Schaf angetrocknet

Sonntag

Mittag: Haselnüsse, Salat

Abends: Wildschwein / Rind / Schaf angetrocknet.

Zutaten Salate: je nach Gusto und Saison, was der Garten, der Bioladen etc hergibt. Siehe Bilder im Blog. Viel echtes Gemüse wie Kohlarten, Knollensellerie, Möhren, Rote Beete, Salate, Raddiccio, Petersilienwurzeln.

Die Verzehrmengen je nach Bedarf.

Im Grunde habe ich so mal monatelang gelebt und es ging echt super. Und im Grunde lebe ich gerade wieder so ähnlich, ausser, dass ich nun einmal die Woche am Wochenende Früchte aus dem Garten (Äpfel) und weniger Fisch esse, weil ich hier nicht so gute Qualität bekomme. Auch esse ich derzeit weniger Gemüse, weil es schlichtweg alle ist, dafür mehr Linsen-Keimlinge mit Tomate und Avocados (Mittags) und mehr eingeweichte Walnüsse statt Haselnüsse. Auch gibt es ab und zu Hühnchen. Das sind so Details, aber grundsätzlich sollte das Prinzip erkennbar sein.

Und irgendwas muss ich auch richtig gemacht haben:

Das Foto ist ein paar Tage alt und das sind so 74kg auf 1,76cm.

Übrigens: das Bild ist meins und sollte auch hier im Blog bleiben. Also bitte nicht irgendwo im Netz vervielfältigen!

Ich kann mich nur wiederholen: im Grunde muss da jeder ausprobieren und experimentieren. Je nach Typ mögen die Leute ja auch Smoothies, oder lieber alles mono essen, oder mehr Keimlinge. Für mich waren die fruchtzuckerfreien Phasen, vor allem im Winter aber immer mal eine wirklich gute Abwechslung. Und selbst in Costa Rica habe ich das mal drei Monate gemacht, da ging nichts mehr an Früchten.

Die anderen haben dann Durian im Pick-up rangekarrt und sich da den Wanst vollgeschlagen (lol), und ich habe da eben Mais und Salate gefuttert.

Aber was wollte ich machen...

Die Menschen sind ja verschieden und man muss einfach mal schauen, was gut geht!

Noch eine abschließende Bemerkung: ich habe aber das Gefühl, dass die "Gier" nach Süßkram irgendwo immer im Kopf rumspukt. Das ganze süße Zeugx scheint also wirklich auch irgendwo das Lustzentrum zu hacken und sich da breit zu machen.

"Vorsicht Falle!" vielleicht sogar?!

Erzeugt das vielleicht sogar eine Sucht? Sucht kommt ja von "Siechen", und kann es sein, dass auch ein Zuviel an Früchten dann zum Siechtum führt? Zahnprobleme, Untergewicht, Antriebslosigkeit...?

Ich will einfach mal alle Möglichkeiten abchecken gedanklich ...

Jeder kann ja dann schauen, was für ihn selber passt und was nicht.

In dem Sinne,

Wohlan!

 

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