Müllhalde Ozean

16.04.2016 19:38

Auf telepolis erschien heute dieser erschreckende Text.

Müllhalde Ozean

Plastik ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es findet sich in Kleidung, Kosmetika, in Lebensmitteln, Mineralwasser und im Bier. Nach Schätzungen des Bundesumweltamtes (UBA) landen bis zu 30 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle jährlich in den Ozeanen, allein in Europa sind es bis 5,7 Millionen Tonnen. Der wachsende Müll schädigt zunehmend die Gesundheit der Ökosysteme.

Also es ist ja immer wieder erstaunlich, wie maulwurfsblind der Mensch ist. Es ist einfach nicht möglich, mal vorausschauend zu handeln und Gefahren abzuschätzen. Und ich zweifle immer mehr, ob der Mensch in seiner jetzigen geistigen Verfassung langfristig überlebensfähig ist. Damit meine ich auch die alternative Szene, die mir oft verträumt und wenig tatkräftig vorkommt. Da ist die Permakultur doch nur so beliebt, weil es üppige Ernte bei gleichzeitiger Faulheit verspricht! lol

Der Mensch ist ja wirklich wie ein Virus!

Und, [Sarkasmus on] das ist mittlerweile meine wirkliche Überzeugung, dass man uns Menschen die Raumfahrt verboten hat. Es gibt ja ab und an UFO-Sichtungen und es war ja auffällig, dass man nach den Apolloexpeditionen zum Mond plötzlich alles eingestellt hat und dass seitdem kaum noch was passiert in der Richtung.

Wahrscheinlich war da mal einer der Besucher bei den Führern dieser Welt und hat gesagt: "Horcht zu, Freunde, hier auf eurem Planeten könnt ihr machen wie ihr wollt. Vergiftet ihn, schlagt euch die Köppe ein, beutet ihn aus bis zur Neige. Das ist eure Sache, da beobachten wir nur, aber wehe ihr versucht, einen Fuß vor die Türe zu setzten, dann knallen wir euch ab wie räudige Kojoten. Denn so wie ihr drauf seit, würdet ihr euch wie ein Virus ausbreiten, jede lebende Zelle dieses Universums, sprich Planeten, den ihr vorfinden würdet, würde von euch befallen, ausgebeutet, würde zu eurer Vermehrung dienen und am Ende wegen euch absterben. Und irgendwann habt ihr das ganze lebendige Universum besiedelt, vergiftet, die Ökosysteme zerstört und ausgebeutet. Ihr seit ein Virus, eine Krankheit, eine Plage, der die lebendige Erde zunehmend schneller aussaugt und schwächt, aus dem natürlichen Gleichgewicht bringt und ihren Stoffwechsel immer mehr nur noch zu eurer Vermehrung nutzt. Das was ein Virus in euch macht, dass macht ihr mit der Erde! Und deswegen kommt ihr in Quaratäne! Bis dieser Spuck vorbei ist. Es geht ja schon los, dass die Erde Fieber wegen euch bekommt! Und so wie bei euch 3°C reichen, um die Viren in den Griff zu bekommen, so reichen auch 3°C Erderwärmung aus, um den Menschen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Und beschwert euch nicht! Ihr wolltet es so. Und der Rest wird durch die giftigen Stoffwechselprodukte eurer Wirtschaft geschwächt und in der Fortpflanzung gehindert! Aber selber Schuld! Wir helfen euch nicht! Macht euren Dreck gefälligst alleine weg oder tragt die Konsequenzen!" [Sarkasmus off]

Wie soll man auf sowas noch anders reagieren?

Ob leere Plastikflaschen, alte Fischernetze oder Tüten - zu den tausenden Tonnen Plastik, die täglich vom Festland ins Meer gespült werden, kommen Verpackungen, Besteck und ähnliches, das die Touristen an den Stränden zurücklassen. Auch von Schiffen wird Plastikmüll über Bord geworfen. Glaubt man einer Studie des UBA von 2014, werden jährlich rund 300 Millionen Tonnen Kunststoffe hergestellt. Sechs bis zehn Prozent davon landen nach Gebrauch in den Weltmeeren.

Auf meinen Schiffsreisen war es ja auch gang und gäbe, alles ins Meer zu kippen. Das ist ausserhalb bestimmter Zonen ganz legal. Und man sieht auch mitten im Nichts Plasteteile rumschimmen. "Beeindruckend" war die "Windward-Passage" zwischen Kuba und Haiti. Was da an Plaste aus der Karibik in den Atlantik gespült wurde. Unglaublich!

Der Einsatz von Kosmetika spielt bei der Verschmutzung eine bedeutende Rolle. So schätzt das UBA allein in Deutschland die Verwendung von Polyethylen in Kosmetik auf etwa 500 Tonnen Mikroplastik jährlich. Als Pulver oder als Granulat reinigt und glättet es die Hautschicht. Zudem kommt es als Schleif-, Binde- und Füllmittel sowie als Filmbildner vor. Mit dem bloßen Auge kaum erkennbar, finden sich die Partikel in Reinigungscremes und Zahnpasta - vor allem in Form von Polyethylen. Auch in Shampoo- und Badeprodukten verteilen sich die Plastikkügelchen in der Flüssigkeit. Mit dem Abwasser gelangen sie in lokale Kläranlagen und von da aus weitgehend ungefiltert ins Meer.

Man will eben "schön" sein. Und das sind dann die Konsequenzen! Es ist absurd. 

Auch in vielen Lebensmitteln sind Nanopartikel enthalten. Sie finden sich als Rieselhilfen in Speisesalz, im Ketchup und als fruchtige Farbgebung für Limonade. In verpackten Käsescheiben verhindern sie, dass diese aneinanderkleben. Gerd Liebezeit, Chemiker an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, fand in 19 untersuchten Honigen Fasern und Plastikfragmente, darüber hinaus Plastikkügelchen in vier Proben.

Seit 25 jahren staune ich über den Verpackungswahnsinn. Zu DDR-Zeiten gab es ja solchen Unfug nicht. Dann kam die Wende und jede Scheibe Käse war einzeln abgepackt. Jetzt sind wir 25 Jahre weiter und noch immer hat sich nichts geändert. Im Gegenteil. Wir sind einfach viel zu reich! Da wird man irgendwann auch dekadent.

Ihm zufolge sind Plastikteilchen sowohl im Regen als auch in der Luft nachweisbar. Er und sein Team gehen davon aus, dass Mikroplastik überall in der Atmosphäre zu finden sind. Bei einer Analyse der am meisten verkauften deutschen Mineralwasser und Biere soll in nahezu allen Proben Mikroplastik gefunden worden sein. Sie stammen vermutlich von Kleidung aus Fleece-Material, das durch Waschen in die Umwelt gelangt ist.

Soll oder wurden? Weiß man das nicht genau? Wahrscheinlich darf man es wieder nicht veröffentlichen. Es geht ja wie immer um Arbeitsplätze. Und bei genauem Hinsehen schlichtweg nur um Geld.

Mikroplastik im Autolack schützt vor Ausbleichen in der Sonne, mit Sonnencremes gelangen dieselben Partikel in die Haut - und gefährden die menschliche Gesundheit: So fanden Wolfgang Kreyling und sein Team am Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit heraus, dass Nanopartikel über Lunge und Haut ins Blut gelangen und von dort über den gesamten Körper verteilt werden. Sie fanden die Partikel nicht nur in Leber, Niere und Milz, sondern auch im Herzen und sogar im Gehirn.

Noch Fragen?

"Geh nicht ohne Sonnencreme in die Sonne! Saugefährlich!!" - Ja, was denn nu? Hautkrebs durch die Sonne oder Krebs durch Plastik? So langsam wirds absurd!

Der Körper sei kaum imstande, die widerstandsfähigen Mikroteilchen aufzulösen. Sie lagern sich in den Organen ein, welche dann erkranken. Durch Störung der Herzrhythmusfunktion würden zum Beispiel Herzinfarkte bzw. thrombolische Effekte provoziert. Die Umweltmedizinerin Barbara Dohmen zieht Parallelen zu Asbest: Wie hier würden auch bei Plastik die winzigen Mikropartikel von den Fresszellen des Immunsystems nicht vollständig aufgegriffen.

Wie auch. Das gab es ja in der Evolution noch nie! Die sind an solche "Eindringlinge" ja überhaupt nicht angepasst. Das muss ja zu Problemen führen.

Bei einem Versuch am Institut für Ökologie der Technischen Universität Berlin reicherten sich Mikroplastik-Fasern im Gewebe von Muscheln an. Bei sehr hohen Konzentrationen könne dies sogar zum Tod der Tiere führen, so der Ökotoxikologe Stephan Pflugmacher Lima. Auch er ist davon überzeugt, dass Mikroplastik für den Menschen gefährlich ist.

Sie ist davon überzeugt. Und dass heißt, sie weiß es nicht genau. Oder es weiß und nicht zu sagen getraut. Und deswegen wird dort von Industrieseite eingehakt und alles wieder in Frage gestellt. Und weiter gehts mit der Produktion!! LoL..

Aber man kommt ja selber kaum raus aus dem Plastikwahnsinn. Biofleisch normal an der Theke kaufen? Nö! Gibts nicht. Es liegt eingeschweisst irgendwo. Eine Biogurke ohne Plastik? Kaum zu bekommen. Selbst im Bioladen oft eingeschweisst. Gemüse zum Teil dito. Es ist schlichtweg nur noch grotesk und absurd. Aber klar, der Verbraucher will ja nur 1a Ware.

Menschenskinder, wenn ich da an die DDR zurückdenke. Freilich waren die auch riesige Umweltschweine! Ich will das gar nicht verharmlosen. Aber was das angeht. Erstmal sah es eh meist aus wie ausgefegt in den Läden oder Kaufhallen. Und wenn es was gab, war es nicht in Plaste verpackt. Oder nur vereinzelt. Und schon garnicht x-fach. Ich hab mich mal mit der Verkäuferin im Bioladen in Magdeburg unterhalten. Die war wohl um die 50 und hatte noch zu DDR-Zeiten gelernt. Die hat mir auch gesagt, dass es damals kein Problem war, Würstchen einfach hinzuhängen. Und daran erinnere ich mich auch noch, dass die immer bei Raumtemperatur da hingen und einschrumpelten, wenn die keiner haben wollte. Und heute muss das extra gekühlt werden, was wieder Aufwand und Energieverbrauch bedeutet.

Dem WWF-Meeresschutzexperten Stephan Lutter zu Folge wirken die Umweltgifte wie Hormone, sie können Krebs erregen und die Fruchtbarkeit schädigen. Weil bei seiner Herstellung Chemikalien hinzugefügt würden, sei die Konzentration von Schadstoffen in Mikroplastik Hunderte Mal höher als im Meerwasser.

Das Ausmaß der Dummheit ist erschreckend. Das gehört doch alles sofort verboten! Aber geht ja nicht. Da braucht man wieder Fristen, industriefreundliche Lösungen und Übergangsregelungen und, dass darf man ncht vergessen, wir wollen ja nicht so elendig leben wie in der Steinzeit! Sowas hört man ja auch oft.

In einer Studie von 2015 fanden Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts bei fünf Prozent aller von ihnen untersuchten Speisefische in der Nord- und Ostsee Kunststoff im Verdauungstrakt. Auffällig war, dass Makrelen offenbar häufiger Plastik verschlucken als andere in Bodennähe lebende Fischarten.

Es vergeht einem langsam der Appetit auf alles. Man kann ja anscheinend gar nichts mehr ohne Bedenken essen. Und wie soll man darauf reagieren? Wütend werden? Auf wen? Aktionen starten? Sich bunt anmalen und wild trommelnd und schreiend vor dem Bundesumweltamt aufmarschieren = sich zum Gespött machen? Man kann sich drehen und wenden wie man will. Wir leben im Zeitalter, wo die Stoffwechselprodukte der Viren die lebendige Zelle Erde zunehmend vergiften. Und es auch weiter mit konstanter Bosheit machen werden. Falls dann sogar Chemtrails wahr sein sollten, ist sogar das Zeug aus dem Garten belastet. Das wäre eh mal gut, das zu untersuchen...

Das Meer ist kein unendlich großer Abfallspeicher, sondern ein Ökosystem, für das unsere Zivilisation die Verantwortung zu übernehmen hat. So wird der Mensch, will er nicht am Ende am eigenen Plastik zugrunde gehen, schleunigst handeln müssen. Die Politik stellt die Weichen: So beschloss die EU vor zwei Jahren, den Verbrauch von Einweg-Plastiktüten bis Ende 2019 zu halbieren. Inzwischen bekommt man im Supermarkt Plastiktüten meist nur noch gegen Geld, wobei ein Preis von 20 Cent pro Tüte diskutiert wird.

2 € so ein Ding und sofort ist Schluss! 20 Cent sind kein Anreiz! Ich habe, ganz von der Mutti gelernt, mittlerweile auch immer zwei Stofftüten im Rucksack. Ja, damals hatten die Leute alle bunte Beutel. Und wurden deswegen verlacht! Aber das drückt genau das aus, um was es geht! Niemand will sich mit dem identifizieren, was als arm oder ärmlich gilt. Ich bin ja der Überzeugung, dass sich die Leute vor allem deswegen nutzlosen Schrott in die Vorgärten pflanzen, weil es die Reichen und Mächtigen früher vor ihren Schlössern hatten! Die Großgrundbesitzer und Burgherren. Und man hat nicht geschaut, was der arme Nachbar hatte, sondern was Prinz Ludwig, oder Herzog Friedrich oder Graf Albrecht-August hatte. Und dann haben wohl die Frauen gesagt: das will ich auch! Und sowie das aufgrund des Wirtschaftswachstums ging, wurde sich das hingepflanzt, was der Graf früher hatte. Denn jetzt sind wir alle Grafen und Kürfürsten in unseren kleinen Festungen und Einfamilienhäusern und brauchen keine Rüben und Kartoffeln mehr anbauen, sondern können auch Ziersträucher und Koniferen hinsetzten und fantasievoll beschneiden. Endlich!

Und das ist mit der Verpackung und dem Plastik ist das Selbe! Man hat doch auch zu DDR-Zeiten nicht ins noch ärmere Polen geschaut, sondern in den Westen! Das wollte man doch haben! Nicht die funktionale und umweltfreundliche aber etwas unschöne Recyclingverpackung, sondern die bunt glänzende Mehrfachverpackung aus dem Westen. Das war doch der Reichtum! Und so gehts doch den Südamerikanern genauso wie den Asiaten und den Afrikanern. Da braucht man sich keine Illusionen hingeben.

Während sich die Sache mit den Plastiktüten als vergleichsweise überschaubar darstellt, ist es bei Mikroplastik komplizierter. Im Januar 2015 beantragten die Grünen vergeblich ein Mikroplastik-Verbot in Kosmetika. Die Bundesregierung erwiderte, sie setze auf den freiwilligen Ausstieg der Industrie, mit der sie zu diesem Zweck im "Dialog" stünde. Unterdessen kündigten Konzerne wie DM-Drogeriemarkt, Rossmann und Unilever an, auf Mikroplastik in Kosmetikprodukten verzichten zu wollen.

Na was habe ich oben geschrieben? Da haben wir es schon. Es sind eben alle korrupt und gegen die Industrie gibt es keine Politik. Einzig solche Marken wie DM, die ja antroposophisch begründet sind, und deren Chef Götz Werner ja das bedingungslose Grundeinkommen fordert, gehen da voran. Es braucht eben immer auch die Idealisten, sonst wirds nichts.

Aber auch wir Verbraucher können handeln, indem wir zum Beispiel aufzuhören, zwanghaft Plastik zu konsumieren. Doch wie erkennt man Produkte, die Mikroplastik enthalten? Eine Hilfe bieten die Einkaufsratgeber von Greenpeace und dem BUND. Sie listen die wichtigsten Produkte mit Mikroplastik auf. Auf dem Weg zu einer plastikfreien Welt wäre darüber hinaus über die Einführung eines Produktsiegels "Frei von (Mikro)-Plastik" nachzudenken.

Hier noch die Links: Greenpeace / BUND

—————

Zurück