Nächtliches Vergnügen

10.03.2018 00:55

Bin leicht erkältet, also mal auf der Couch etwas entspannen:

Also der Mann ist auch gut. Nette Unterhaltung, informativ, bisschen Verschwörungstheorie, aber gut zum Abschalten. Ein bisschen wie ein Geschichtenerzähler am Feuer.

Hm... mag ich deswegen auch Alpha Centauri mit dem Prof. Lesch und solche Sendungen?

Einfach weil die Geschichten erzählen?

Ich meine, Lagerfeuer und gute Geschichten.. gibts ja kaum noch. Filme sind auch irgendwo eher Theater, aber so Geschichtenerzähler gibt es erst wieder so richtig mit dem Internet. Wo einer einer Stunde oder länger über was Interessantes redet, es mit ein bisschen Spannung mischt und man noch informiert wird.

Und ob die nun über Odin oder die Große Schlange erzählen, die die Welt erschaffen hat, oder von Sternentstehung oder geschichtlichen Ereignissen ist ja wurscht. Und das hört ja bei Kindern nicht auf. Die Jäger und Sammler sitzen ja auch alle zusammen und einer der es gut kann, erzählt die Geschichten der Ahnen.

Geschichten - ich glaube, unser ganzen Denken und wie unser Gehirn arbeitet fusst auf Geschichten. Alles, was wir wissen, was wir erfahren, was wir erlebt haben und wie wir die Welt sehen, verarbeiten wir, indem wir es in Geschichten einordnen. Der Mensch ist also vom Denken her ein Geschichtenerzähler und -zuhörer. Beides zugleich.

Ist auch klar: wenn man 200.000 Jahre lang jeden Abend am Feuer hockt und Geschichten erzählt oder welchen lauscht, dann wird entwickelt sich das Gehirn quasi in all seinen Facetten quasi mit Geschichten.

Kinder lieben es zumeist, Geschichten erzählt zu bekommen vor dem Einschlafen, und Erwachsenen mögen Geschichten genauso.

Und deswegen ist auch der "Kampf um das Narrativ", was man derzeit überall beobachten kann, ein Kampf um die Geschichte, die man den Menschen jeweils erzählen möchte. Da geht es nicht um Wahrheit, weil unser Gehirn sonicht arbeitet, da geht es um das Erzählen von Geschichten, die sich an der Wahrheit orientieren oder eben weniger.

Und da wir Menschen im Grunde nur in Form von Geschichten denken (der ist der Gute, der der Böse, da ist Liebe, Hoffnung, ein Held, eine Abfolge von Geschnissen, Deutungen und moralische Einordnung) ist es auch so wichtig für die Herrschenden, die Geschichten und die Geschichte zu beherrschen.

Wer die Geschichten und die Geschichte beherrscht, beherrscht die Menschen.

Weil wir nur in Form von Geschichten denken können und andere und uns selbst auch als Teil einer Geschichte sehen. Jeder ist irgendwo der Hauptdarsteller und der Held in seiner eigenen Story. Und die anderen sind eben jeweils irgendwelche Archetypen. Freunde, Feinde, das Böse, das Weise usw.

Wir haben keine abgetrennten, isolierten Erinnerungen, keine isolierte Wahrnehmung der Gegenwart, keine isolierte Vorstellung von der Zukunft. Wir ordenen alles in Geschichten, oder in die Geschichte ein. Notfalle erfindet unser Gehirn sogar Dinge, wenn die Erinnerung Lücken zeigt, oder wir glauben irgendwann, dass es so war, was uns ander erzählt haben, weil wir selber es vergessen haben.

Der Mensch denkt in Geschichten. Wir denken nicht in reinen Fakten. Ich wurde geboren, dann eingeschult, dann habe ich dies oder jenes gelernt... nein, wir denken in Geschichten. Da wurde ich eingeschult ... und dann gehen die Geschichten los: da saß ich neben dem und die Lehrerin war blöd ... und dann erzählen wir uns das: als Geschichten. Ganz subjektiv eingefärbt.

Das ist natürlich auf einer Seite zauberhaft. Und ein Wunder, wie das Gehirn funktioniert.

Aber wie alles mittlerweile, wird auch das gegen den Menschen verwendet. Einfach indem aus Machterhalt und unlauteren Interessen Geschichten gestrickt und erzählt werden, die nicht mehr alle Fakten beleuchten, so dass ein schiefer Eindruck entsteht.

Wir erleben ja viele Dinge, die sich quasi gegen den Menschen gewandt haben:

Nur ein Beispiel: früher gab es von den Großeltern für die Kids die besten Happen. Somit wurde sichergestellt, dass die sich gut entwickelten und die Großeltern hatten eine emotionale Befriedigung. Heute gibts Scholade und anderen Kram. Also etwas, was ursprünglich gut und sinnvoll und das Überleben sicherte, ist heute genau das Gegenteil (oft, nicht bei allen). Sind die Eltern dann aber dagegen, fehlt die emotionale, in den Genen verankerte und erwartete Endorphinausschüttung und Frust ist die Folge. Manche lösen das dann auch durch Heimlichkeiten, was aber wieder Schuldgefühle auslöst.

Ja.. so ist das... die Welt steht Kopf. Die Lustzentren wurden gehackt, die Gehirne durch die propaganda ebenso... und vieles, was mal gut und sinnvoll war und das Überleben sicherte, ist durch die Verschiebung des Kontexts heute falsch.

Aber wenn ich das so klar sehe, dann wahrscheinlich auch viele andere...

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

:-D

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