Nettes Gespräch

10.07.2016 22:21

Heute hatte ich bei Skype mal wieder ein schönes Gespräch mit einem alten Freund aus Wien, der auch schon lange roh lebt. Er war auch der Meinung, dass gerade in der Rohkostszene sehr viele irre Theoretisierer und Missionierer unterwegs sind, aber eben wenig erfolgreiche Praktiker. Da gibt es nur eine Hand voll (denen wird regelmäßig keinerlei Gehör geschenkt! lol). Und dass es eh gerade so aussieht, als ob das viele nur als Mode und als Nebenjob machen. Da wird also mit dem Thema Rohkost versucht, Geld zu verdienen, indem man mit Wissen oder mit Waren handelt obwohl man selber nicht roh lebt. 

Die meisten sind echt mehr am möglichen Business mit der Ernährung interessiert, als an der "Wahrheit" der Rohkost. Ja, sie sind eigentlich sogar Saboteure, weil sie einen leichten Weg vorgauckeln und die Leute so von wichtigen ersten Erfahrungen abhalten und auch im Grunde kein Interesse haben, dass Menschen zur ganz normalen Rohkost kommen, sprich, sich ganz einfach von Obst, Gemüse, Kräutern, Nüssen, Samen, Sprossen, Fisch und Fleisch ernähren. Ausgewogen und gesund.

Das Ganze ist inzwischen mit Veganismus, Superfoodismus und Smoothiismus verwässert. Das gabs ja so in den 90ern und den frühen 2000der Jahren noch garnicht. Da war wirklich noch mehr Raum für eine normale instinktive Rohkost.

Auch gab es da mehr regionale Treffen. Aber dann holte sich alle die Infos und den Austausch nur mehr übers Internet. 

Die Rohkostszene ist heute ein Scheinriese. Sie scheint groß, ist aber bei genauem Hinsehen kleiner als 2002. Das hatte ich ja mal anfand der Suchbegriffe auf Google analysiert. Und so tummeln sich auch immer noch die gleichen skurilen Gestalten in der Szene wie schon 2001, einschliesslich mir selbst, und bringen ihre puristische Sicht auf die Dinge unters Volk.

Ist das nicht auch irgendwie niedlich?

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