Neuseeland

23.11.2018 20:25

Ich lese ja öfters mal beim Danisch. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich da hingekommen bin, ich glaube, den hatte mal einer bei Telepolis verlinkt und seitdem lese ich da eigentlich täglich. Zur Zeit treibt der sich ja in Neuseelland rum und macht da Urlaub. In seinem vorletzten Blogbeitrag hat er geschrieben, wie er nach drei Wochen Natur, Strand und Wald wieder in die Stadt kam und was das erstmal für ein Schock war.

Kann ich verstehen. Städte werden mir auch immer unsympathischer, zumindest die Größstädte und ich bin heilfroh, immer wieder da rauszukommen.

Und auch in Neuseeland ist nicht alles gold, was glänzt, sondern die haben, westliches Industrieland eben, genau die gleichen Probleme wie hier:

Da fiel mir ein, was mir neulich eine Neuseeländerin, mit der ich mich lange unterhalten hatte, in großer Wut gesagt hatte: Früher habe Neuseeland das beste und sauberste Trinkwasser der Welt gehabt. Aber die dumme Regierung und die Landwirtschaft würden alles mit Pestiziden, Dünger und sonstigem Dreck vollhauen, besonders Glyphosat, dazu unermessliche Mengen von Gülle, gnaden- und rücksichtslos, und damit fast das ganze Wasser und den Boden verpesten. Das wenige gute Trinkwasser, das sie noch hätten, würde nach China verkauft und die Neuseeländer bekämen nur noch das „shit water” zu trinken. Die war ziemlich sauer und geladen. Die donnerte geradezu. Ähnliches hatten mir auch andere Leute gesagt und in Neuseeland lebende Leser geschrieben. Bisher allerdings hatte ich davon nichts bemerkt oder gesehen, bis ich eben jetzt auf diese Luxus-Wohnmobil-Gammel-Pulli-Nachbarin in Panik traf.

Überall wirken die gleichen Gesetzmäßigkeiten wie Ausrichtung auf Profit und Wachstum, Effizienssteigerung, Steigerung der Produktivität und Abladen des Drecks in die Natur, zumindest solange, wie es irgendwie geht.

Und dann hat man auch die gleichen Probleme wie hier: Pestizideinsatz bis zur Vollnarkose und Nitrate im Grundwasser.

Apropos Pestizide:

Immer wieder werden Pestizide in der EU eingesetzt, weil die Prüfung zu lange dauert. Darunter sind nach Monitor-Recherchen auch hochtoxische Stoffe - ist das wirklich Zufall?

www.tagesschau.de/inland/pestizide-103.html

Also ich saß ja in vielen Projketbesprechungen, wo auch strategische Dinge geregelt wurden und ich war oft erstaunt, wie zynisch man da vorging. Einfach genau geplant, wie man seine Dinge durch bekommt. Das hier sieht nach dem gleichen Vorgehen aus. Man nutzt da eben irgendwelche langen Prüfungszeiten, die es wahrscheinlich auch nur gibt, damit man das ausnutzen kann, und am Ende kriegen die ihr Ding durch. 

Ich habe sowas in anderem Zusammenhang oft erlebt. Wie gesagt, zum Teil mit echt zynischer Vorhersicht.

Mit anderen Worten: Wenn die Prüfung eines Stoffes zu lange dauert, bekommt der Stoff eine Ausnahmeverlängerung.

Eine Ausnahme, die mittlerweile fast zur Regel geworden ist. Nach Recherchen des ARD-Magazins Monitor bekommt in der EU mittlerweile beinahe jedes vierte Pflanzenschutzmittel eine solche Ausnahmeverlängerung. 112 von insgesamt 489 Stoffen sind demnach aktuell ohne die eigentlich vorgeschriebene Neuprüfung auf dem Markt.

Die Politik schützt die Industrie. Das ist eben ein entsprechender Filz und wie sagte mal einer so schön:

Wenn ich alle diese heutigen Gemeinwesen ringsherum vor meinem Geiste vorbeiziehen lasse, kann ich - so wahr mir Gott helfe - nichts anderes sehen als die reinste Verschwörung der Reichen, die unter dem Namen und Titel des Staates für ihren eigenen Vorteil tätig sind.

Sir Thomas Moore

Pestizide sind ein Milliardengeschäft. Und systemrelevant. Ohne das Zeug ist eine moderne Landwirtschaft gar nicht mehr denkbar. Also nur mittels Giften ist es überhaupt möglich, so viele Menschen zu ernähren. Bzw. nur durch den Einsatz von chemischen Kampfstoffen gegen Elemente der Natur, sprich "Unkräuter" und "Schädlinge" konnte die Weltbevölkerung überhaupt erst so anwachsen. Auf einem ökologischen Wege wäre das wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen.

Und hier sieht man auch mal die Falle, in die wir da geraten sind. Ohne diese Gifte: Massensterben. OK, die Biobauern sagen, dass es auch ohne geht, aber der Beweis dafür ist nicht erbraucht. Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung immer mehr an, wenn man den Statistiken Glauben schenken will, und die Versorgung der Menschen auf ökologisch "sauberer" Art und Weise wird immer unwahrscheinlicher.

Parallelen dazu sind ja auch die Abhängigkeiten vom Öl.

Man sieht hier, wie durch den Einsatz von zum Teil giftigen und klimaverändernden chemischen Erzeugnissen die Populationen anschwellen, bis zu dem Punkt, wo man merkt: Shit!, dass Zeug hat ja "Nebenwirkungen"!! Nein, das sind keine Nebenwirkungen, sondern DAS ist die Wirkung! Nur kommt man jetzt nicht mehr so einfach raus. Weder aus dem Öl noch aus den chemischen "Pflanzenschutzmitteln".

Das sei hoch gefährlich, warnen Fachleute. Einige Stoffe dürften nicht mehr in die Umwelt gelangen: "Diese Stoffe sind meines Erachtens überhaupt nicht mehr zulassungsfähig, weil sie extrem humantoxisch sind, für die Menschen giftig sind, und weil sie auch extrem toxisch für die Umwelt sind", sagt der Toxikologe Hermann Kruse, der an der Universität Kiel jahrelang zu Pflanzenschutzmitteln geforscht hat.

Manche der Stoffe seien "toxischer als Glyphosat". Dabei handele es sich um Stoffe, "die das Nervensystem der Menschen angreifen und zum Teil auch im Verdacht stehen, krebserzeugend zu sein."

Ich hatte eh mal eine "schöne" Grafik, bzw. diesen Artikel gefunden und auch schonmal im Blog zitiert, wo man die Korrelation zwischen Pestizideinsatz und Krebserkrankungen behandelt.

Ein Wissenschaftler, der ein weltweites Verbot aller Pestizide und karzinogenen Substanzen fordert, ist der Münchner Krebsforscher Dr. Ulrich Kübler. „Der Anstieg der Krebserkrankungen korreliert mit dem Einsatz der Giftstoffe bei der Nahrungsherstellung. Nur wenige Pestizide, die in der Landwirtschaft zum Einsatz kamen oder noch kommen, wurden zuvor mit genügender Sicherheit auf gesundheitliche Risiken hin überprüft“

www.laborpraxis.vogel.de/pestizide-unter-krebsverdacht-a-153267/

Das ist von 2008. Die Meldung der Tagesschau von 2018. Um mal die Böhsen Önkelz zu zitieren:

10 Jahre - die gleiche Scheiße
10 Jahre - das alte Lied
10 Jahre - und kein bißchen weise
10 Jahre - (Pestizide) wie man sie haßt und liebt

Man sieht auch mal, wie lange es dauert, bis sich da mal etwas ändert... eeeeeeeeeeeeeeeeeewig. Wahrscheinlich hat das alles Methode:

Seit 2016 wurden 22 Stoffe in Zulassungsverfahren mit deutscher Beteiligung nur deshalb verlängert, weil die Behörden zu langsam prüften. Darunter befinden sich mindestens neun Stoffe, die laut Experten wegen ihrer Giftigkeit nicht mehr zugelassen werden dürften.

Also wie gesagt, hier wächst natürlich schon der Verdacht, dass hier die Hand drüber gehalten wird.

Der EU-Abgeordnete Martin Häusling (Bündnis 90/Die Grünen), der im Pestizidausschuss des Europäischen Parlaments sitzt, vermutet bei der Langsamkeit der deutschen Behörden Absicht: "Ich glaube, da ist viel Vorsatz dahinter", sagt er. "Man stellt sich schützend vor die Industrie. Man sieht, da geht es um richtig viel Geld, wenn die Stoffe am Ende vielleicht vom Markt genommen werden." Angesichts der Größenordnung der Ausnahmegenehmigungen in der EU spricht er von einem "Skandal".

Man sieht diese Taktik, sollte sie denn so stimmen, was man durchaus legitim mal vermuten kann, auch an anderer Stelle. So soll ja nun bald der UNO-Migrationspakt unterschrieben werden. Das hat man, wer das verfolgt hat, auch ähnlich gehandhabt. Verschweigen, Leugnen, dann den Überbringer der Nachricht massiv angreifen, dann Onlinepetitionen lange zurückhalten, dann sogar entweder der Versuch der Manipulation der Unterzeichner oder aber zumindest werden technische Probleme nicht schnell genug gelöst, um diesen Verdacht erst gar nicht aufkommen zu lassen. Es unterzeichen da anscheinend viele und die Unterzeichnerzahlen gehen sogar unter...

Auch hier: die Interessen der Wirtschaft, die ja maßgeblich hinter dem UNO-Migrationspakt stehen (seriöse Hintergrundinfos bei Norbert Häring), wie schon hinter der Migraton 2015, werden maximal geschützt. Der werden die Grenzen, was in einem "Rechtsstaat" gerade noch so zulässig ist, maximal ausgetestet. 

Es geht eben nur um Kohle, Wachstum, Profit.

Der Mensch zählt nicht. Was zählt sind Kunden. Dieses System braucht keine Menschen, es braucht Produzenten und Konsumenten. Nicht zu schlau, nicht zu gebildet, nicht zu sehr freiheitsliebend, nicht zu viel hinterfragen. Schön in der Kinderwelt bleiben. Mutti Merkel wirds schon machen, Vater Staat wirds schon richten.

Aufgeweckte, umweltbegeisterte, gut ernährte, aufgeweckte, gesunde, ihr Potential entdeckende und ausschöpfende, kosmisch angebundene und kosmisch erleuchtete Menschen braucht hier niemand.

Es braucht gute Konsumenten und gute Produzenten, die das machen, was sie sollen: mit Arbeit und Konsum die Umverteilungsmaschinerie antreiben.

Und das ist eben überall der Fall, wo der unbewusste Menschen zugange ist. Egal ob hier in Europa, in den USA, in China oder eben in Neuseeland:

Und dann noch das Museum, das auch davon handelte, dass man mit Neuseeland eigentlich seit man angekommen ist nur Schindluder getrieben hat. Und wie mir manche sagten, nicht etwa nur der „weiße Mann”, sondern auch die als Ureinwohner oft angebeteten Maori waren nur Einwanderer, die sich hier erst mal benommen haben wie Sau, fremde Tiere und Pflanzen eingeschleppt, Tiere ausgerottet und so weiter haben. Es gibt Leute, die sagen, dass Neuseeland im Prinzip nur eine große Plünderungsmaschine sei. Im Prinzip sei daran gar nichts besser als in Europa, es sehe nur besser aus, weil sie eben einfach viel weniger Leute (absolut und pro Fläche seien), und das der einzige Grund wäre, warum’s hier noch schön und gesund aussehe. Im Prinzip sei es nur noch eine große Sauerei, aber eben stark verdünnt.

Noch ein paar Korrelationen zum Nachdenken:

Wer sich noch weiter so richtig gruseln will, dem empfehle ich dieses PDF, aus dem die Abbildungen sind.

www.genuk-ev.de/files/Artikel/Pestizide/2016_01_06-GENUK-Statement-Glyphosat.pdf

Bei Gott, wenn ich das alles überdenke, dann erscheint mir jeder der heutigen Staaten nur als eine Verschwörung der Reichen, die unter dem Vorwand des Gemeinwohls ihren eigenen Vorteil verfolgen und mit allen Kniffen und Schlichen danach trachten, sich den Besitz dessen zu sichern, was sie unrecht erworben haben, und die Arbeit der Armen für so geringes Entgelt als möglich für sich zu erlangen und auszubeuten.

Karl Johann Kautsky

(1854 - 1938), deutsch-tschechischer Philosoph und Politiker

Jeder ist aufgefordert, das mit seinen Taten zu ändern.

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