Nicht mehr verteidigungsfähig

21.10.2018 20:12

Wenn man sich mal unsere nächsten Verwandten oder überhaupt Arten im Tierreich anschaut, dann fällt auf, dass jede Generation fit, gesund, kräftig und verteidigungsfähig ist. Verteidigungsfähig halt gegen innerartliche Konkurrenten und gegen Fressfeinde. Es gibt ja unzählige Videos auf Youtube, wo man das sehen kann. Es gibt keinen Unterschied zwischen Filmaufnahmen aus der Zeit von Heinz Sielmann und Amateuraufnahmen aus diesem Jahr. Egal ob Schimpansen, Gorillas, Löwen, Zebras, Büffel, Gnus oder Paviane. Die sehen alle genauso aus wie vor 60 Jahren, als man anfing, über die Tierwelt im Fernsehen zu berichten.

Bei den Menschen war das ja auch lange so. Vor allem in der Zeit der Jäger und Sammler gab es kaum Veränderungen.

Und jetzt?

Fast ein Drittel der jungen US-Bürger seien mittlerweile zu dick, um zum Militär zu gehen, heißt es in einem in Washington vorgelegten Bericht ehemaliger Generäle und Admiräle. Die weit verbreitete Fettleibigkeit erschwere die Rekrutierung neuer Soldaten erheblich und bedrohe die Kampfkraft,

www.focus.de/panorama/videos/us-jugend-zu-dick-fuers-militaer-bedrohung-der-nationalen-sicherheit-der-usa-durch-dicke-rekruten_id_9783415.html

Mit dem Beginn des Ackerbaues gab es damals die ersten gravierenden Veränderungen. Die Durchschnittsgröße wurde geringer, der Gesundheitsstatus auch. Karies wurde epedemisch. Schlussendlich hat es sich aber über die Jahrtausende wieder gefangen und auch der Mensch war wieder fähig, eine gesunde und fitte Generation nach der Nächsten zu produzieren. Die Bedingungen dafür beschrieb ja Weston Price.

Sieht man ja auch in Filmaufnahmen. Vor 60 Jahren waren die Frauen schlank und mit schöner Taille, die Männer zumeist auch recht schlank und zumeist auch sehr männlich. Das ist mir mal in alten Filmen aufgefallen, dass die Männer, egal ob sie Cowboy, Sänger, Abenteurer, oder auch Bösewicht spielten, immer recht männlich und die Frauen, egal in welcher Rolle, immer sehr weiblich waren. Heute wird das ja oft vermischt und Frauen werden oft als harte und durchsetzungsstarke Charakter dargestellt und Männer oft weichlich, dumm und bisschen schwächlich. Wie bei den Hyänen halt.. lol.

Jetzt sind wir halt an einem Punkt, wo die Menschen zumindest in Amerika so fett werden, dass sie nicht mal für die Armee mehr taugen. Vorbei die Tage der fitten, gesunden und gutaussehenden jungen Leute.

"Fettleibigkeit hat lange die Gesundheit unserer Nation bedroht. Angesichts der sich ausdehnenden Epidemie bedroht sie nun auch unsere Sicherheit", heißt es in dem Bericht "Ungesund und unvorbereitet", den das Washingtoner Fachinstitut Council For A Strong America jetzt vorlegte.

Je technisch fortgeschrittener und, dass muss man noch ergänzen zu gestern, kapitalistischer eine Gesellschaft ist, desto beschissener und wertloser die Ernährung, weil man, egal ob belebt oder unbelebt, die gleichen betriebswirtschaftlichen Grundsätze der Gewinnmaximierung an die Produkte anlegt und somit zwar einen enormen technischen und generell materiellen Wohlstand erschafft, auf der anderen Seite, als energetischer Ausgleich vielleicht (?), bei allem, wo das Leben involviert ist, aber zunehmend wertlosen Schrott und Tierleid produziert.

Und das sind dann die Folgen. Weil man eben Lebensmittel und Lebensmittelproduktion genauso betriebswirtschaftlich behandelt wie Schrauben, Autos und Computer. Aber im Gegensatz zu unbelebten Rohkostoffen bekommt man dann am Ende keine höherwertigen nutzbaren Produkte heraus, sondern wertlosen Schrott, der auch noch stark beworben wird und süchtig macht, weil er eben nie wirklich befriedigt. Ergebnis: zunehmende Verfettung.

Das Problem lasse sich nur lösen, wenn "Maßnahmen zu einer gesünderen Lebensführung" ergriffen würden, und das schon bei Kindern, mahnten die Autoren. Familien müssten umfassend darüber aufgeklärt werden, wie lebenswichtig richtige Ernährung und viel Bewegung seien. Der frühere Luftwaffengeneral Richard Myers mahnt: "Schon im frühen Stadium zu einem gesunden Lebensstil zu ermuntern, hilft unserer Nation, auf künftige Herausforderungen besser vorbereitet zu sein."

Geht ja nicht. Weil die Nahrungsmittelindustrie enorm ist. In Deutschland ist es nach Autoindustrie, Maschinenbauindustrie und Chemisch-Pharmazeutischer Industrie der viertgrößte Posten infographic.statista.com/normal/infografik_6097_die_top_10_branchen_der_deutschen_industrie_n.jpg). Es ist ein Milliardenmarkt, die Leute fett zu mästen. Das ist gar nicht so einfach: dazu brauchtes eben wirklich eine entsprechende Schrottnahrung, genug Medikamente, so dass die Menschen nicht vorzeitig sterben (reicht ja eine entzündeter Zahn) und eine entsprechende Autoindustrie, um die Kalorien auch wirklich in Fett umzuwandeln, nicht in eigene Bewegungsenergie.

Gesunde Ernährung bedeutet ja zumeist viel Obst und Gemüse, Biofleisch, Fisch und wenig verarbeitete Sachen. Das kann man sich entweder selber anbauen, oder direkt vom Bauern oder vom Markt organisieren. Von der Hand in den Mund quasi. Dann hat man schon eine wirklich gesunde Ernährung, die auch zufrieden macht.

Den ganzen Schrott, den es im Supermarkt noch so gibt und der verpackt, verarbeitet, eingedost und eingeschweißt ist, mit Konservierungsmitteln haltbar und mit viel Zucker geniessbar gemacht wird, braucht es dann nicht mehr.

Es hätte dann natürlich auch Auswirkungen auf die Chemisch-Pharmazeutische Industrie. Die Menschen wären gesünder und bräuchten weniger Medikamente und mehr Bio würde auch weniger Pestizide bedeuten.

Es hätte aber auch Auswirkungen auf die Autoindustrie und die Mineralölindustrie, weil "mehr Bewegung" eben schon mit Laufen oder Radfahren anfängt und man weniger Treibstoff braucht.

Und es hätte wohl auch Auswirkungen auf die Kunststoffindustrie, weil man Verpackungen wahrscheinlich um 90% reduzieren würde.

Da sieht man mal, was die Forderungen des Generals eigentlich bedeuten. Das geht nicht! Eben weil man das Leben genauso getrachtet wie die unbelebten Sachen und dann steht eben am Ende eine entsprechend stark beworbene Schrottnahrung, wo man was von "Wertschöpfung" schwafelt, die die Menschen zunehmend fett, dumm und krank macht.

Wenn man das wieder trennen könnte, dann hätte man wirklich eine technisch hochentwickelte UND topgesunde Zivilisation.

Mal sehen, ob das irgendwie möglich ist.

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