noch was zu sauren Früchten

14.04.2015 20:23

Nochmal was zu den säuren Früchten: ich habe ja in meinen Jahren der 100igen Rohkost einige Experimente gemacht. So habe ich auch Zeiten gehabt, wo ich viele saure Früchte gegessen habe. Zumeist im Winter. Da gab es dann saisonbedingt viele Orangen, Ananas, Granatäpfel, normale Äpfel und Pampelmusen. Und jedesmal habe ich nach einiger Zeit mit sauren Früchten wieder Neurodermitisschübe bekommen. Und das obwohl ich zu der Zeit "instinktive Rohkost" praktiziert habe. Die Sperre war dann zumeist ein Ziehen in den Zähnen.

Auch hatte ich oft das Gefühl, dass auch süße Früchte nicht wie in einigen Büchern erwähnt, basisch im Körper reagieren. Ich habe dann mal den pH-Wert des Urins gemessen und siehe da: trotz "basischer" Ernährung mit vielen Bananen, die als basisch gelten, war er sauer! pH 5,5!!! Dann habe ich grüne Tonerde getrunken und auch ein Basenpulver probiert, welches im Grunde nur aus Mineralien fein gerieben Bestand, und siehe da: pH ging hoch auf 7,5 bis 8,2. Das hat mich dann doch irritiert, da auch Obst als basisch gilt. Aber es wirkte nicht basisch. Und es hat sich für mich auch nicht so angefühlt. Diese ganze Säuren-Basen-Ernährung fusst offensichtlich auf einigen nicht ganz korrekten Annahmen. Na seis drum, ich habe mich eh nie groß um diese Säure-und Basenernährung geschert, war mir damals immer etwas zu esoterisch. Erst als ich mal, ich musste ja auch im Winter in der ungeheizten Wohnung immer barfuss laufen, eine Blasenentzündung hatte (2013 war das glaube ich), habe ich da mal gegoogelt und mich mit diesen Säure-und Basensachen beschäftigt.

Das auch die sauren Sachen ungünstig sind, habe ich eigentlich eher aus dem Blickwinkel "entdeckt", dass sie eben auch die Zähne angreifen. Und wie gestern geschrieben, offensichtlich auch die Knochendichte herabsetzen. Jetzt bin ich knapp 3,5 Monate ohne jegliches Obst und es ist wirklich mal eine Erfahrung, da man so mal Abstand zu dieser Produktgruppe gewinnt.

Aber klar, langsam freue ich mich auch wieder auf etwas obstiges. Dauert aber noch etwas. Das beste Obst ist eben das Selbstgeerntete. Dann hat es auch Saison, ist naturgemäß gereift und hat die Energie der Landschaft aufgenommen. Und wenn ich drauf achte, kann ich mir im Netz auch uralte Sorten bestellen. Wie diese "Wildpflaumen" (welche hier zuhauf wachsen, sich gut verdauen und heftig sperren), die "Urpflaumen" oder sehr alte Renecloden-Sorten. Und wenn die Saison zu Ende ist, dann isst man eben was anderes, was da grade zu haben ist. Das ist doch sehr viel naturgemäßer, als irgendwelche Theorien von der genetischen Anpassung, die dann ein Import notwendig machen, mit Produkten, die zum Teil keine 100 Jahre alt sind! 

Rohkost sollte im tiefsten Sinn ja ein Leben mit und von der Natur sein. Ein Akt der Liebesbeziehung zwischen Mensch und Natur. Und in letzter Konsequenz der Heilung des Planeten dienen. Schlussmachen mit künstlichen Düngungen, überzüchteten Sorten, Agrochemischen Verrücktheiten und Massentierhaltung. Sondern die Produkte, die die Natur bietet, direkt und unerhitzt, also LEBENDIG zu konsumieren.

Aber wenn 6 von 10 Rohköstlern ihre Ernährung nur mit Importfrüchten (in fasse es mal weit und sage in die EU) hinkriegen, die Hälfte Probleme mit den Zähnen hat, zu dünn ist, oder dauernd Sehnsucht nach wärmeren Gefilden hat, dann stimmt etwas noch grundlegend nicht. Das ist aber nur meine bescheidende Meinung dazu...

Heute haben wir die Hochbeete fertig gebaut und den Rest des neuen Beetes urbar gemacht. Jede Grasscholle mit der Hand ausgeschüttelt! LOL Aber die Arbeit lohnt sich, weil man so wirklich lockere Erde bekommt. Und ich habe endlich rausbekommen, wie ich den Kompost so hinkriege, dass er nicht mehr warm wird. Dazu habe ich die beiden Komposter erstmal in den Schatten gestellt. Jetzt dauert es zwar länger, bis gute Erde unten rauskommt, aber er ist eiskalt im Inneren und wimmelt von Kompostwürmern! Wir haben auch noch zwei größere Komposthaufen, und da liegt das Zeug jetzt ca. 70cm hoch. Und heute habe ich eine Probe gemacht und auch da: das Innere ist eiskalt und wimmelt von Kompostwürmern! Somit findet also da keine Erhitzung statt. Prima!

Nach acht Stunden Arbeit an der frischen Luft ist man dann auch gut ausgearbeitet und hungrig. Es gab zwar einiges an Vogelmiere zwischendurch, aber das reicht ja nicht. Zum Abendessen dann zwei Schüsseln Salat (3 Avocados, viel Grünkohl, viel Weisskohl, Pepperoni, Algen und Champingons).

Ich mag das ja ungemein, körperlich zu arbeiten, aber gleichzeitig auch zu überlegen: wie machen wir es? Also sowohl den Körper, als auch den Geist zu benutzten. Ich empfinde das als unglaublich befriedigend! Die Gartenarbeit gibt mir jedesmal eine gewisse Form von Seelenfrieden. Und so solls ja auch sein. Habe sogar schon schön Farbe bekommen! Aber heute ist der Wind wieder übers Land geweht.

Abends schaue ich dann auch ins Buch, welche Kulturen zusammenpassen und mache Mischbeete. Heute kam im Fernsehen ein Erfinder, der sich auch jahrelang einen Kopf machte, wie man Laub und andere "Abfälle" kleinhäxeln kann. Jetzt hat er eine coole Lösung, wo man alles 3mm klein kriegt, was ideal ist, um damit gleich wieder zu mulchen und zu düngen. Laub ist ja der ursprünglichste Mulch und Dünger überhaupt! Und grade im Frühjahr und Spätherbst fehlt mir ein Basis- und Endmulch. Unser Häxler macht kein Laub klein, also muss man da wohl auch mal rumbasteln. Die Erfindung von dem war ja wirklich genau das, was ich schon lange gesucht habe.

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