Biologische Fitness als Ziel - die große Verwirrung

04.12.2018 13:44

Ich hoffe, der ein oder andere Leser hat jetzt keinen Schrecken bekommen anhand der bisherigen Forschungsergebnisse! lol

Na ja, mir hat es schon etwas das Weltbild zertrümmert, das gebe ich gerne zu, passt aber irgendwie auch alles in die Beobachtungen, die ich bisher in den 20 Jahren bei mir selber und bei anderen gemacht habe. Aber wir sind ja noch nicht am Ende, in der Gegenwart angekommen. Noch liegen zwei Millionen Jahre Evolutionsgeschichte vor uns.

Ich hatte kürzlich einen freundschaftlichen Austausch mit einem anderen Rohköstler und oft kommen einen dann beim Schreiben nochmal Ideen und Gedanken und mir wurde eigentlich auch die tiefere Motivation, wieso ich hier nun seit sechs Jahren regelmäßig schreibe und mir in vielen Blogbeiträgen Gedanken über Rohkosternährung und andere Themen mache.

Ich bin einfach auf der Suche nach einer undogmatischen, für den normalen Menschen bezahlbaren und dennoch so natürlich wie möglichen Rohkost für Durchschnittsmenschen wie mich, die Spaß macht, die viele Probleme (hoffentlich) vermeidet, heilt, und zwar nicht nur den Menschen, sondern auch die Natur und die Umwelt und die Zähne aller Praktizierenden erhält.

Und da suche ich und versuche das irgendwie zu finden.

Deswegen schaue ich, wie ich mich fühle, wie ich aussehe, wie ich drauf bin, ich schaue, wie es anderen geht, wie die aussehen, wie die drauf sind.

Dann schaue ich da zu den Jägern- und Sammlern: was kann ich da lernen? Was ist nützlich? Was haben "wir" (die Rohkostgemeinschaft als Ganzes) übersehen?

Deswegen schaue ich zu Weston Price, mit der selben Motivation, deswegen studiere ich gerade die Evolutionsgeschichte.

Machen wir uns nichts vor: die Rohkost, so wie sie derzeit so unterm Volk ist, ist noch nicht der wahre Jakob. Da herrschen zum Teil einfach falsche Überzegungen vor, Ideologien und eben auch unrealistische Weltbilder. Von individuellen Selbstzerstörungstendenzen mal ganz zu schweigen.

Sonst würde ich auf Treffen viel mehr fitte, lachende, vor Gesundheit strotzende Menschen mit kräftigen Zähnen sehen.

Das hinzukriegen, ganz pragmatisch, undogmatisch und ideologiefrei, ist mein Ziel.

Instincto hat (das ist meine Sichtweise) zu große Mängel. Bezahlbarkeit, Importabhängigkeit, Umweltbelastung, Tendenz zur Unausgewogenheit , siehe Thema Kalziummangel. Das heisst nicht, dass es nicht bei einigen funktioniert. Bei entsprechender Auswahl, auch an Meeresfrüchten und Muscheln, ist so ein Leben wahrscheinlich gut machbar.

Was ist denn das oberste Kriterium einer funktionierenden Rohkost?

Ab ich alles mono esse? Ob ich vegan bin? Ob ich mich an irgendeine Lehre halte und die gut umsetze?

Nein... das oberste Kriterium muss sein: Wie kriegt man eine Rohkost hin, die so schnell wie möglich gesunde, strahlende, fitte, geistig rege Menschen produziert und diese Gesundheit auch so lange wie möglich erhält?

Das ist die Frage und das Ziel... daran muss sich alles messen lassen. Ist irgendeine Idee, eine Überzeugung, eine Ideologie, eine Praxis dem abträglich, taugt sie nichts.

Gesunde, schöne Menschen mit schönen Zähnen und Freude am Essen, das gesund macht und gesund erhält, darum gehts.

Alles andere wird sich eh nicht durchsetzen und wird auf dem Schrottplatz landen.

Und, so meine Überzeugung, diese "Rohkost" wird für jeden anders aussehen. Jeder wird da seinen Weg finden (müssen), aber genau DAS muss man anbieten! Die vielen Wege, die vielen Lösungen, die vielen Alternativen. Es muss erlaubt sein. Jeder Mensch ist unterschiedlich und wir sind keine Tiere mehr, sondern Kulturwesen, deswegen braucht es da viele mögliche Wege.

Von Instincto (mag in bestimmten Gegenden und unter bestimmten Umständen gut funktionieren und manche sehen damit auch gut aus....also zu wem das passt, dem wird das auch Erfolge bringen!), vegetarische Rohkost, Bauernrohkost (Salate, großer Garten, eventl. Milchprodukte), Weston-Price-Rohkost (Rohmilchbutter, eingeweichte Nüsse, milchsauer eingelegtes Gemüse), Steinzeitrohkost (Wildfleisch, Wildkräuter, Beeren) ... die Menschen müssen wählen können und sich das für sie Passende raussuchen dürfen.

So dass eben jeder so schnell wie es geht das Ziel erreicht, gesund zu sein und zu bleiben und gesunden Nachwuchs zu zeugen...alles andere ist so Rohkostsozialismus.. die dachten auch, sie hätten die wahre Lehre gefunden und am Ende ist das Kartenhaus zusammengebrochen.

Nein...

Das oberste Ziel muss sein: wie kriegt man es hin, dass die Menschen, die das wollen, auf ganz undogmatische Weise wirklich gesund und fit und schön werden? Und da jeder verschieden ist, muss es auch verschiedenen Konzepte geben. Aber alle Konzepte müssen sich daran messen lassen, dass sie ausgewogen und nährstoffreich sind und dazu führen, dass die Menschen, die sich so ernähren und auf dieser Diät sind, Bäume ausreissen können.

Und das sehe ich bei instinktiver Rohkost schon mal nicht... zumindest nicht bei 90% der Praktizierenden...was nützt mir die reine Lehre, wenn ich nicht wirklich gesund und fit und schön bin? Über vegane Rohkost wollen wir gar nicht erst reden. Da sehe ich überhaupt kein Land, um das als Dauerernährung auch nur in Betracht zu ziehen.

Natürlich hat man es immer mit Menschen zu tun und viele Rohköstler neigen auch zur Selbsttäuschung, zur Selbstlüge und zur Selbstzerstörung. Die Gründe dafür liegen wie so oft in unverarbeiteten Traumatas.

Nur so kann man sich überhaupt viele Probleme erklären.

Wenn man aber schaut, dann gibt es immer wieder Leute, wo die Rohkost zu funktionieren scheint. Und die ernähren sich eben alle irgendwo am Ende ihrer Persönlichkeit, ihren Lebensumständen entsprechend. Es gibt Leute, da passt Instincto. Und die sehen dann auch gut aus und sind gesund damit. Jean Marie Burger ist hier für mich das beste Beispiel. Der scheint darauf sehr gut klarzukommen. Zu vielen anderen passt das nicht und die kommen dann, wenn sie das nachmachen wollen, arg ins Rudern. Zu denen würde dann vielleicht eine andere Form der Rohkost passen. Gibt es da aber ideologische Verengungen, dann versperrt man diesen Menschen eigentlich den weiteren Rohkostweg.

Ich war ja früher auch so ein Dogmatiker.. uhh... nur alles mono... nur "instincto"... Was, du machst noch Salate?

Alles Quatsch. Jeder ist anders jeder hat seinen Weg (was keine Ausrede für Schludrigkeit, Faulheit und Selbstlüge sein soll!!).

Aber egal, welche Form der Rohkost praktiziert wird, es gibt eben grundlegende Zwangspunkte, die alle diese Formen irgendwie erfüllen müssen:

Sie müssen ausreichend Nährstoffe in für den Körper verwertbarer Form liefern!

Woher die kommen, ist eigentlich egal, bzw. es ist nicht egal, denn jeder ist anders und jeder muss für sich rausfinden, auf welche Art und Weise er seinen Körper/Geist am besten nährt.

Leute wie Derek Nance, die auf der ganz, sagen wir mal, linken (oder rechten - nur um es mal zu verdeutlichen) Seite der Rohkost stehen, scheinen auf einer Carnivor-Rohkost gesund und fit zu sein. Sie bekommen auf diese Weise die Nährstoffe, die ihr Körper braucht. Und Leute wie Derek Nance zeigen eben wieder Möglichkeiten auf, und biete eine Alternative für Menschen, die sich bei allen anderen Rohkostvarianten nicht wohl fühlen. Oder die schon fühlten, sie würden das mal gerne machen, aber sich bisher nicht trauten.

Andere machen eine omnivore Mischkost und bekommen so diese ganzen Nährstoffe. Da würde ich mich dazuzählen.

Andere machen Instincto und da funktioniert das auch.

Andere machen eine vegetarische Rohkost mit rohen Milchprodukten und für die scheint das gut zu sein.

Der Rest darbt und hockt in falschen Überzeugungen und in Suchtprogrammen (Zucker??) und mangelernährt so den Körper, was sich dann in frühzeitiger Alterung, Abmagerung und anderen Problemen zeigt. Im Grunde in mangelnder Fitness!!

Das ist der nächste Punkt:

Rohkost muss fit machen!

Egal was ich für eine Rohkostvariante mache, es muss die Variante sein, die mich zur höchsten Fitness bringt. Damit meine ich nicht, dass man stundenlang durch Wald und Feld rennt, sondern Fitness im biologischen Sinne, sprich, diese Form der Ernährung muss so sein, dass ich mein angeborenes Potential an Größe, Kraft und Schönheit erreiche. Das ist biologische Fitness.

Kevin Pluck [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

In der Natur ernährt sich jedes Wesen seiner Natur entsprechend und das Ergebnis ist dann immer wieder die Ausprägung von in den Genen festgelegter Größe, Kraft, Ausdauer und Schönheit.

Während die Tiere hier weitaus "sorgenfreier" sind und einfach so leben, wie es ihre Instinkte und genetischen Programmierungen verlangen, ist die Situation beim Menschen sehr viel komplizierter. Die Kochkost hat vieles regelrecht verwirrt, verwischt, unzugänglich gemacht, verdeckt... dazu kommen die ganzen daraus folgende Irrtümer, die sich in bestimmten Ausprägungen in allen Kulturen, Religionen, Überzeugungen, Prägungen, Weltbildern, ethischen Überzeugungen und Idealvorstellungen spiegeln.

Der Löwe steht auf, wenn er hungrig ist und seine Instinkte führen ihn dann zum Jagderfolg. Die Fittesten geben ihre Gene weiter. So erhält sich diese Information immer wieder.

Der Urmensch stand auf und nutzte die Ressourcen seiner Umgebung, die er zu Fuß erreichen konnte und aß das, was die Natur bot. Die Fittesten und Cleversten gaben ihre Gene weiter und breiteten sich aus.

Der Jäger und Sammler steht auf und macht das, was er seit 50.000 Jahren macht. Sammeln und Jagen. Sachen roh essen, Sachen ins Feuer werfen und auch hier scheint das noch einigermaßen zu funktionieren und die Fittesten geben ihre Gene weiter. So hat sich das jahrtausendelang erhalten.

Der moderne Mensch aber hat sich aber in den letzten 7.5000 Jahren (Europa) eine Welt erschaffen, die er selber nicht mehr versteht! Der moderne Mensch steht vor dem gedeckten Tisch und weiß rein garnichts mehr! Was soll ich essen?? Was macht gesund? Von was werde ich krank? Wieviel soll ich essen? Wieviel soll ich trinken? Alles ist manipuliert, verzerrt, chaotisch, vieles, selbst traditionelles, fusst schon auf neolithischen Notlösungen ... die Menschen sind zunehmend krank, reagieren allergisch, haben schon Degenerationserscheinungen, können ihren eigenen Sinnen nicht mehr trauen ...Selbst wenn man alles roh hinlegt und sagt, wir machen es instinktiv, führt es aufgrund der Manipulation der Natur in den letzten 7.500 Jahren nicht zwangsläufig zum Besten. Ganz im Gegenteil. Es ist schon mal ein richtiger Zugang, aber die ganzen Produkte, fast ALLE, sind Kulturprodukte und deswegen muss man erst aufwendig erlernen, wie es funktioniert und selbst dann gibt es noch genug Probleme. Selbst Wildprodukte sind heute nicht mehr wild. Wildschweine sitzen im Getreide- und Maisfeld, Rehe dito, Fisch ist mit Quecksilber belastet, Wildfrüchte schmecken kaum... also ab in die Tropen, da ist alles besser... Pustekuchen. Auch da ist alles manipuliert, verwirrt, chaotisch.

Und man merkt: Scheisse! Keiner weiss mehr was er machen soll. Frisst er dass, worauf er Lust hat, Zack: Zuckerfalle. Oder andere Probleme, weil das Gehirn schon gehackt wurde und man im Grunde dabei ist ein trockener Kochkostalkoholiker zu werden.

Man orientiert sich dann an einer hypotethischen Vergangenheit. Da nimmt man sich dann irgendwas daher und denkt, so war das früher... oh, jetzt bin ich mal ein Urmensch und renne da rum.. ah, ne Nuss.. hmhm... oh, ne Beere... da, ein Ei... oh, haben die das kombiniert? Geht das zusammen ... ähm... also bei mir gehts gerade.... Na aber das haben die damals bestimmt nicht zusammen gegessen.... oder doch?

Also es ist absurd. Es ist einfach alles verwirrt, vernebelt, verzerrt. Keiner weiß mehr wie es geht und auch ein Herr Burger weiß das nicht und man sieht ja an den Ergebnissen der ganzen Geschichte, dass er es auch nicht wusste, wie man die Menschen da wieder rausführt, obwohl er schon den Instinkt als Schlüssel zur Entwirrung erkannte.

Nur... die ganze Welt ist das reinste Chaos und da hat es eben auch der beste Instinkt schwer... wie beim Igel, der sich, statt wegzulaufen, bei einem ankommenden Auto einrollt. Der Instinkt ist super, nur die Umwelt ist so tiefgreifend manipuliert, dass es immer wieder Totalausfälle, Pleiten, Pech und Pannen gibt.

Tja, und deswegen muss jeder für sich rausfinden, wie es am Besten geht, denn der Mensch hat eine lange Evolutionsgeschichte mit entsprechenden Anpassungsvarianten hinter sich. Dazu kommen wir aber noch.

Es geht also nicht darum, einen Marathon zu schaffen, wer das will, ok, sondern darum, die im jeweiligen Alter bestmögliche Fitness zu erreichen. So wie die Truppe: drei Generationen. Alle auf ihrem Level fit und gesund.

Aino Tuominen [CC0 or CC0], via Wikimedia Commons

https://www.flickr.com/photos/ugra/ ugraland [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Natürlich gibt es eine Zeit der Umstellung und des Probierens, aber das Ziel muss sein, sich so zu ernähren, dass ich

a.) nicht abmagere und wie das Leiden Christi rumrenne.

b.) die Zahngesundheit verbessere!

c.) die jeweils in meinen Genen codierte bestmögliche Fitness / Potential entfalte.

Und da ich denke, auch als Schlussfolgerung der Beobachtungen der Natur, und es scheint sich ja in der Praxis zu bestätigen, dass dies mit einer Rohkosternährung, die eben alle Nährstoffe in natürlicher Form liefert, am Besten geht.

Ideologien haben da aber keinen Platz.

Wenn ich dieses Ziel durch Salate erreiche, werden Salate das Ding sein.

Wenn es durch karnivore Rohkost ist, wird es das sein.

Wenn es eine instinktive Monokost ist, wird das präferiert.

Wenn es eine bodenständige Bauernrohkost mit rohen Milchprodukten ist, wird es das sein.

Vollkommen ideologiefrei.

Alles was zählt, ist das Ergebnis: gesunde Menschen! Gesunde Tiere, gesunde Pflanzen, gesundes Land.

Das gilt es hinzukriegen.

Wie kriegt man eine Rohkost hin, die so schnell wie möglich gesunde, strahlende, fitte, geistig rege Menschen produziert?

Das ist die Frage und das Ziel... daran muss sich alles messen lassen.

Und da der Instinkt nicht mehr verlässlich funktioniert, weil alles verwirrt, muss man eben Nachdenken, Forschen, bei denen schauen, die gesund und fit sind und noch nah an der Natur leben.

Ist irgendeine Idee, eine Überzeugung, eine Ideologie, eine Praxis dem abträglich, taugt sie nichts.

Gesunde, schöne Menschen mit schönen Zähnen und Freude am Essen, das gesund macht und gesund erhält, darum gehts.

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P.S. Wer meine Arbeit hier unterstützen möchte, der darf das gerne tun! :-)

Ich freu mich über jeden Beitrag!

Überweisung:

Matthias Brautschek

SPARDA Bank Berlin e.G.

IBAN: DE 10 1209 6597 0003 8009 19

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