#November21-Herausforderung

12.11.2018 19:54

Meine Herausforderung für diesen Monat: 21 Trainingseinheiten zu absolvieren.

In der KW42 und 43 musste ich echt mal die Beine hochlegen, da habe ich nichts gemacht und hatte auch absolut keine Lust zu irgendwas, in der KW44 dann habe ich zwei Tage (Dienstag und Donnerstag) körperlich voll rangeklotzt, was schon Spaß machte und jetzt, in KW46 habe ich schon sechs Trainingseinheiten weg. Heute etwas über eine Stunde auf dem Stepper Vollgas gegeben. 

Die Idee kam mir einfach letzte Woche Dienstag, als ich wieder zum Sport gegangen bin. Irgendwie braucht es ja auch immer mal so Herausforderungen, sonst wird das alles irgendwie Alltag, langweilig, immer das Gleiche. So aber hat man wieder was, was man schaffen muss, um die Herausforderung zu meisten. Dasmotiviert dann auch und man hat dann ein Ziel, was es leichter macht den inneren Schweinehund zu besiegen.

Das Gartenjahr neigt sich janun vollends dem Ende zu und die ersten Frostnächte wurden schon angekündigt. Also alles abmachen, was noch an Tomaten dran ist, Selleries und Möhren ausbuddeln, Yacon dito, alles Laub auf den Kompost geben und vielleicht noch ein paar selbstgezogene Pfirsiche pflanzen. Schauen wir mal.

Zu ernten gab es kürzlich auch noch einiges:

Wie gesagt, ich ernte da immer einiges für mich, meine Eltern und meinen Bruder und dann mache ich da mal so ein Foto mit allem, was es gerade noch im Garten gibt, oder eben gestern noch gab.

Der Sellerie hat sich noch gut entwickelt, dann Grünkohl, Dill, Petersilie, Endivien- und Radicciosalate, Tomaten (müssen noch nachreifen), die letzen Weintrauben, Birnen, Äpfel, die letzten Paprika, Kohlrabies, Möhren, Blumenkohl, Tobinambur und ein paar Mispeln.

Aber wie gesagt, jetzt solls kalt werden und da kommt nun alles raus, was nicht unbedingt Frost braucht, wie Grün- und Rosenkohl, oder was gut Frost abkann, wie eben Raddicio und Endiviensalat und wird eingelagter.

Da ich gerade "zuckerfrei" bin, kriegen meine Eltern und mein Bruder eben mehr von den restlichen Früchten.

Passt eh.

Ich will selber auch nicht ganz so eine 180° Wendung hinlegen, und habe mir vorgenommen, einmal die Woche Früchte (letzten Freitag gab es eine größere Portion Äpfel) zu essen. Sonst wird das wieder zu extrem. Der Rest soll aber "zuckerfrei" sein. Was natürlich nur ein Synonym ist, denn Zucker, besser Kohlenhydrate, sind ja fast überall drin.

Ich möchte dem Körper aber schonmal auch Zeit und Gelegenheit geben, für den Winter einen andere Darmflora aufzubauen.

Genau das passiert übrigens auch bei den Hazda in Ostafrika.

Zahlreiche Forschungen haben gezeigt, dass unsere Darmflora äußerst wichtig für unsere Gesundheit ist. Wir wissen nun, dass unsere körperliche und geistige Gesundheit immens von den Trillionen Bakterien in unserem Darm beeinflusst werden kann. Dies ist jedoch nicht nur Segen, wenn man bedenkt, dass die heutige Ernährung in den westlichen Ländern nicht das gesunde Bakteriengleichgewicht fördert, das wir eigentlich bräuchten, um ein vollständiges Wohlbefinden zu gewährleisten.

www.chronobiology.com/de/jahreszeitlich-bedingte-veraenderungen-der-darmbakterien-offenbaren-den-einfluss-der-ernaehrung-auf-das-mikrobiom/

Na ja, wie es um die geistige Gesundheit bestellt ist, muss man nicht weiter ausführen. Ich bin ja der meinung, es regiert der Irrsinn, aber gut, anderes Thema...

Darüber hinaus ergaben Forschungen zu Jäger- und Sammlergesellschaften, dass sich unsere Darmbakterien nicht jahreszeitlich bedingt verändern, was eigentlich ein natürlicher Teil des menschlichen Lebenszyklus ist.

Das sich die Darmflora im Jahreverlauf immer wieder verändert, ist also etwas ganz natürliches. Es fühlt sich für mich auch natürlich an, im Sommer und Herbst auch bei den Früchten zuzulangen, wenn es da ist, dann aber wieder, heuer war es ja pünktlich zum Beginn der Winterzeit, auch wieder eine Art Break zu machen und auf Winterkost zu gehen und die Früchte hier stark einzuschränken.

Wissenschaftler untersuchten die Ernährung und Darmflora der Hadza, einer Gruppe von Jägern und Sammlern, die im ländlichen Tansania leben. Wie die meisten Jäger und Sammler, folgt der Stamm einer zyklischen Ernährung, je nach Verfügbarkeit in der jeweiligen Jahreszeit. An einem Ort und einer Kultur ohne Supermärkte ist eine saisonale Ernährung die einzige Option. Während der regnerischen Jahreszeit verzehrt der Stamm Beeren und Honig, in der trockenen mehr Wild. Manche Nahrungsmittel, wie stärkehaltige Knollen, sind das ganze Jahr lang verfügbar.

Ich halte mittlerweile auch viel von dieser saisonalen Ernährung und habe das in den letzten 20 Jahren schon einige Male gemacht. Fühlte sich gut und richtig an und scheint eben auch natürlich zu sein.

Das Problem ist aber heute, dass es eben möglich ist, aus allen Teilen der Welt Sachen ranzukarren. Dann kann man eben auch im Winter Wassermelone essen, oder Mangos, während der Körper hier eigentlich eine dem Winter angepasste Ernährung bräuchte.

Auf Europa übersetzt könnte man sagen: im Sommer und Herbst mehr Beeren und Früchte, Eier und Fisch, im Winter mehr oder vielleicht sogar viel Fleisch und Fisch (Winterhering ist sehr fettreich, Winterkabeljau dito). Aber wohl auch Honig (die Dunkelheit macht ja Lust auf "Süßes", dann aber konzentriert sein muss und das müsste eigentlich in der Vergangenheit Honig gewesen sein, den man irgendwo im Honigtopf lagerte, der hält sich ja unbegrenzt, oder vllt Rosinen und andere getrocknete Beeren). Gemüse und Salate sind fast rund um Jahr erhältlich und auch immer vorhanden. Im Frühjahr auch mal Fastenperioden und "Resteessen", bzw viel junges Wildgrün, bevor es wieder von vorne los geht.

Das wäre so der natürliche Rythmus für unsere Breiten.

Forscher nahmen ein komplettes Jahr über Stuhlproben von Angehörigen des Hadzastamms, um deren Darmflora zu analysieren. Es gab nicht nur bei der natürlichen Flora überraschende Veränderungen, sondern auch beim Enzymgleichgewicht. Ein Bakterienstamm, der sich Bacteroides nennt, gab es in der trockenen Jahreszeit häufiger, genau wie bestimmte Enzyme, die bei der Verdauung von pflanzlichen Lebensmitteln benötigt werden. Außerdem existierte während der trockenen Jahreszeit eine größere Bandbreite an Bakterien.

Ja gut, wenn sich die Ernährung verändert, dann verändert sich das alles natürlich auch.

Schade, ich finde den Link nicht mehr, wo stand, dass da sogar Bakterienstämme verschwinden und dann wieder wie aus dem Nichts auftauchen. Da gibt es anscheinend so gravierende Veränderungen im Jahresverlauf, dass bestimmte Bakterienstämme vollkommen verschwinden, nur um dann zur richtigen Zeit wieder aufzutauchen. Wie das passiert, kann man sich noch nicht wirklich erklären.

Jäger und Sammler verfügen über seltene Darmbakterien oder solche, von denen wir modernen Menschen noch nie gehört haben. Zum Beispiel besitzen sie Kolonien von Treponemabakterien, die bei Menschen in der industrialisierten Welt nicht zu finden sind. Ein Mangel an Treponemabakterien steht in Verbindung mit der Krankheit Morbus Crohn, die bei Jägern und Sammlern nicht auftritt. Darüber hinaus haben Jäger und Sammler eine viel größere Bandbreite an Darmbakterien mit mehr Spezies als wir. Der Kernpunkt? Manche dieser Unterschiede in der Ernährungsweise und damit der Darmflora können sich möglicherweise negativ auf unsere Gesundheit auswirken.

Das ist ja eigentlich das gleiche Schema, was sich auch im Mund wiederfindet: rohkost4.webnode.com/news/artensterben-im-mund/

Nach der Erfindung der Landwirtschaft und der Sesshaftigkeit vor 10.000 Jahren hat sich nach genetischen Analyse der Wissenschaftler die Zusammensetzung der Bakterien in der Mundhöhle deutlich gegenüber derjenigen der Jäger-und-Sammler-Völker geändert. Durch mehr Stärke, also Kohlehydrate, in der Nahrung, scheint sich die Zusammensetzung der Bakterien in der Mundhöhle geändert zu haben. Während bei Jägern und Sammlern vorwiegend nicht pathogene Clostridia- und Ruminococcaceae-Bakterien im Mundraum lebten, zogen dann die Karies, vor allem Streptococcus mutans, und Parondontitis verursachenden Bakterien (Porphyromonas gingivalis sowie Tannerella- und Treponema-Bakterien) ein.

Die neue Mischung aus pathogenen und nicht pathogenen Bakterienstämmen ist das bis zu Mittelalter ziemlich konstant gewesen. Dann erst wurden, die Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang mit der Industriellen Revolution, die Karies verursachenden Bakterien dominant, breiteten sich wie Unkraut aus und verdrängten andere Bakterien, so dass die modernen oralen mikrobiotischen Ökosysteme im Mund deutlich weniger Diversität zeigen wie in den vorindustriellen Zeiten. Vor allem S. mutans kommt viel häufiger als früher vor. Die erneute Lebensmittelrevolution, bei der mit der Verarbeitung von Getreide und vor allem raffinierter Zucker aus Zuckerrüben und -rohr Mono- und Disaccharide entstehen, die von den Bakterien fermentiert werden. S. mutans gedeiht in einer zuckrigen Umgebung.

Die Wissenschaftler heben hervor, dass die Abnahme der bakteriellen Vielfalt darauf hinweist, "dass in wenigen Jahrhunderten der menschliche Mund ein Ökosystem geworden ist, das substanziell weniger Biodiversität aufweist". Da eine größere Diversität in der Natur generell mit einer höheren Stabilität verbunden ist, sei der moderne Mundraum gegenüber Störungen in Form von unausgewogener Ernährung weniger widerstandsfähig und eher anfällig für die Invasion von pathogenen Bakterien.

Drastisch sagt Cooper: "Der moderne Mund existiert grundsätzlich in einem permanenten Zustand der Krankheit." Und noch drastischer: "Der moderne Mund gleicht einer durch ein Herbizid verwüsteten Landschaft, in die invasives Unkraut in die freien Nischen eindringt." Sollte der Zusammenhang stimmen, dass die kulturellen Fortschritte durch die landwirtschaftliche und später die industrielle Revolution die Artenvielfalt zuerst verändert und dann minimiert haben, dann wäre der Mund ein Spiegelwelt dessen, was durch die Ausbreitung der Menschheit auf dem Planeten geschieht.

www.heise.de/tp/features/Artensterben-im-menschlichen-Mund-3397848.html

An beiden Enden des Verdauungstraktes sehen wir die Verarmung. Deswegen zurück zu einer natürlichen Vielfalt.

Ich finde es schon super, dass es noch Jäger- und Sammler und auch Forschungen darüber gibt. Da hat man immer auch mal wieder so Anhaltspunkte und sieht, wie es bei denen geht, die noch am dichtesten an der Natur dran leben.

Klar, kann man wegen der Kocherei nicht 1:1 übertragen und wir leben nun nicht mehr in einer Naturlandschaft, wo wir die Ressourcen mittels Jagens und Sammelns nutzen, sondern wir müssen in einer veränderten Kulturlandschaft klar kommen, aber die Verbindung zu unseren wild lebenden Brüdern und Schwestern sollten wir nicht abreißen lassen und anscheinend kann es nicht viel Schaden, sich dort etwas zu orientieren.

Ich habe Lust auf Grünkohl.

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