Ruhetag mit Mandeln

25.05.2013 19:32

Moin! Blogeintrag zum Samstag. Sportlich war heute Ruhetag. Man muss da einfach auch auf seinen Körper hören. Zumeist hab ich an solchen Tagen wirklich zu nichts Lust, freue mich auf ein paar DVDs und spiele etwas Gitarre. An diesen Ruhetagen merke ich aber auch, dass mir etwas Gesellschaft fehlt, umso mehr freue ich mich also, ab und zu hier raus zu kommen und vllt auf Treffen zu gehen oder in die alte Heimat zu fahren.

Manchmal putze ich aber auch meine Wohnung und da fällt mir vor allem folgendes immer wieder auf: Mir wird das Nachrennen nach vergänglichen materiellen Gütern immer suspekter. Das große Auto, neue Möbel, neue Kleider, eine neue Küche, das teure Bad, der Breitbildfernseher in 3D... und dafür wird sich im Job abgestrampelt, werden (neue) Kredite aufgenommen, wird sich verschuldet. Zu was? Es kann doch nie irgendein Loch füllen, was im Herzen ist. Es öffnet keine subtilen Kanäle und keine feinen Energien. Mir wird sowas immer bewusst, wenn man die Wohnung putzt und den angehäuften Kram sieht, wenn man umzieht, oder, so wie als Student auf dem Bau geschehen, Wohnungen saniert. Da stehen sie, all die Dinge, die der Mensch ansammelt: Möbel, technische Geräte, Fotos, Bilder, Möbel, Teppiche... und achtlos wurden sie nach dem Ableben von den Nachnutzern auf den Sperrmüll geworfen. Mir ist damals sehr deutlich bewusst geworden, dass es sinnlos ist, zuviele Güter anzuhäufen, dass es belastet und dass es befreihend ist, herzhaft auszumisten und sich von all den Mist zu trennen, und grade von dem Zeug, wo man denkt: na vllt brauche ich das mal. Dieser Moment kommt eh nie. Es ist nur die Angst, nicht loslassen zu können. Und so häuft sich immer mehr Schrott an, den man nicht braucht.

Ich bin im Wegwerfen mittlerweile recht rigoros. Ich stelle mir die Frage: ganz ehrlich, brauchst du das wirklich? Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass du es je wieder brauchen wirst? Also weg damit! Tatsächlich fühlt man sich danach meist befreit. Aber befreit von was? Was hat mich denn da so "gefangen", dass ich ein Gefühl der Freiheit habe, wenn ich mich von Dingen trenne? Ich glaube, im tiefsten Inneren merkt man, dass man eigentlich sehr wenig braucht, um gut zu leben. Und das alles weitere darüber hinaus belastend ist. Wie beim Essen auch. Alles Mehr als das was ich wirklich brauche, ist Belastung für den Organismus. Und umso mehr wird deutlich, was ich wirklich brauche. Ich persönlich habe meine Lieblings-DVDs, meine Lieblingsbücher, meine Lieblings-Klamotten und das Notwendige, was es zum täglichen Leben braucht. Das Problem: ich hab nicht das Gefühl, dass ich mehr Materielles brauche. Damit bin ich ein schlechter Konsument. Aber was will ich machen?

Mit der Umstellung auf Rohkost wird man sich immer mehr bewusst, was man WIRKLICH braucht. Saubere Luft, klares Wasser, gesunde und kräftigende Nahrung, Freundschaften, einen sinnvollen Job mit gerechter Entlohnung, echte Hilfe bei Problemen (zB bei medizinischen Problemen), gesunde Bewegung, Spaß und Freude, Inspiration und Kreativität, Lachen und Spielen bis ins hohe Alter. Und natürlich Liebe!

Aber ist das nicht verrückt? Wir tauschen unsere eigene Inspiration gegen Konsum, geben unsere Freiheit auf für eine Illusion der Sicherheit, kochen unsere Nahrung aus Angst, dass wir uns etwas einzufangen und entfremden uns somit immer weiter von uns selbst. Wir vergiften das Wasser und die Nahrung und somit uns selber, quälen Tiere auf schlimmste Art und Weise ganz legal und sterben dann plötzlich und unerwartet oder von schrecklichen Todesängsten gequält, weil Krebs und allerlei andere schlimme Krankheiten auftauchen. Kann man nicht wirklich aus vollem Herzen sagen: Wir sind verrückt!?

Dazu passend:

("Scary.... So werden die Erdbeeren behandelt...man achte auf die "Gasmaske", die der FAHRER des Traktors trägt...!!! Fand ich ziemlich schockierend...sowas soll ich essen?? Wenn man die Gifte einatmet ist es schädlich (offensichtlich), aber wenn ich sie esse soll's ok sein??? Aaaaahhh....." von www.sonjawatt.com/)

Ich glaube, es ist Zeit, wieder nach dem zu streben, was wirklich wichtig ist, und dazu brauch ich die vielen überflüssigen Dinge des Alltags nicht. Es wird zeit, aufzuwachen und loszulassen. Und es wird Zeit, nein zu sagen! Nein, ich brauche diesen Kram nicht! Nein, ich möchte diesen Fraß nicht mehr! Nein, ich akzeptiere eure verlogenen Argumente nicht mehr! Nein, ich mach mich für euch nicht mehr krum! Nein! Nein, ich lebe nicht mehr nach euren Vorstellungen! Rohkost ist ein Akt der Rebellion. Eine Absage an das bestehende System. Und das gefällt einem Tiger natürlich ausserordentlich!! :-)

Ich darf hier mal eine rohe Freundin zitieren:

"Hingabe. Das trifft es am allerbesten. Instinktive Rohkost ist Hingabe pur. Sich fallen lassen und wissen, vom Universum aufgefangen zu werden. Zu lieben und geliebt zu werden. Teil einer Realitaet zu sein, die man weder versteht, noch verstehen muss..."

Aber kommen wir mal zum genussvollen Teil: heute Mittag gab es ca. 400g Mandeln. Ein Festessen und das ganz unerwartet, weil ich dachte, ich hab keine mehr und dann hab ich doch noch ne Packung dagehabt! Also solche kleinen Überraschungen sind echt genial! :-)

Abends gab es viel Gemüse: Weißkohl, Fenchel, Knoblauch, Tomaten, Mais und den Rest der Mandeln. Wieder ein Festessen! Und ganz ehrlich: gebt euch NIE mit weniger zufrieden!

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