Schule - lohnt es sich da überhaupt noch hinzugehen?

16.02.2017 21:10

Harald Lesch hat ja in einem Video eine kleine Gesichte gebracht, dass eine junge Frau, 16 oder 17, zu einem bewerbungsgespräch auf eine Ausbildungsstelle nicht wusste, was 10% von 49€ sind (Link suche ich jetzt nicht raus, einfach mal bei youtube schauen). Da stellt sich mir die Frage, inwieweit es sich überhaupt noch lohnt, in die Schule zu gehen. Die hätte wahrscheinlich mehr gelernt, wäre sie zuhause geblieben.

Nun das nächste "Bonbon" hier.

Einen guten Kommentar dazu gibt es hier.

Wir sind da einfach so zur Schule gegangen, haben uns da reingesetzt und gelernt. Ich kann mich noch recht gut an meine Grundschulzeit erinnern, selbst an vieles aus der ersten Klasse noch ziemlich genau.

Kann ich bestätigen.

Immer wenn ich heute von den Schulen lese, habe ich irgendwie das Gefühl, dass ich damals in einem ganz anderen Land in der Schule war. Da wird ständig von Problemen berichtet, die es bei uns damals einfach gar nicht gab. Diese ganzen Bekloppten, dieses Mobbing, irgendwelche Erpressungen, größere Kriminalität, durchdrehende Eltern – das gab’s in meiner Schulzeit irgendwie alles nicht.

Bei uns gab es das alles auch nicht. Einmal gab es einen riesen Skandal, wer ein paar aus der 10ten einen Schwächeren drangsaliert haben und ihm einen Judenstern aufgemalt haben. Da war großes Feuerwerk angesagt. Staatsanwalt, Stasi, das volle Programm.

Aber sonsonsten gabs natürlich ab und an Kloppereien, aber bis auf eine waren die alle eher harmlos.

Und wer die erste klasse ncht schaffte, kam eben auf die Sonderschule. Wurde zwar herabwürdigend "Dummschule" genannt, aber aus denen wurden alle was. Maurer, Bauarbeiter, irgendetwas, was ihren Fähigkeiten entsprach. Man kümmerte sich um sie. Der Rest blieb 10 Jahre zusammen, und nur die besten kamen auf die EOS, die erweiterte Oberchule, wo sie das Abitur machten.

Alle anderen lernten einen Beruf, in dem sie ebenfalls das Abitur machen konnten. Berufsbegleitetend quasi.

Wir konnten alle einwandfrei deutsch, haben frühzeitig lesen, schreiben, rechnen gelernt, Latein und Geographie und sowas alles, und mal hat’s uns mehr, mal weniger Spaß gemacht, aber es war immer so normaler Unterricht, ein Lehrer und 30 Kinder. War gut, hat funktioniert.

Wir waren erst nur 11 in der Klasse. Pillenknick. War das genial! Aber auch anstrengend, weil es kein Verstecken gab. Später knapp 20. War auch OK.

Und wenn ich mich mit Eltern oder Großeltern unterhalten habe, dann hat sich eigentlich immer gezeigt, dass sich zwischen meiner und deren Schulzeit keine so wesentlichen Unterschiede ergeben hatten. Das Prinzip war das gleiche, und selbst Schulbücher und Fächer unterschieden sich über die Generationen hinweg nicht so grundlegend.

Kann ich so auch bestätigen.

Ich habe ja früher schon einige Artikel dazu geschrieben, dass wir nicht nur die Fähigkeit des Schreibens, sondern auch des Lesens verlernen, weil immer mehr nicht mehr geschrieben, sondern als Youtube-Video gespeichert und durch Smileys, Piktogramme und solches Zeug dargestellt wird. Die Bauanleitungen von IKEA zeigen, wo es hingeht.

Irgendwo gab’s neulich zu den Studentenprotesten in den USA einen interessanten Artikel mit Bildern von deren Plakaten, und dass da verblüffend oft Harry-Potter-Zitate vorkamen, wie „Bei Dumbledore hätt’s das nicht gegeben”. Nicht weil die Harry-Potter so gut fänden, sondern weil die nichts anderes mehr kennen, nichts anderes mehr gelesen haben. Die Fabel- und Märchenwelt Harry Potters ist an die Stelle von realer Bildung getreten. Irgendwann werden die Harry Potter für echt und für ein Geschichtsbuch halten.

Das ist ein bisschen polemisch, aber doch treffend.

Zu DDR Zeiten waren die Kinder- und Jugendbücher ja alle geprüft, nicht nur auf Systemtauglichkeit, sondern auch auf Qualität! Selbst der eine DDR-Comic war sehr lehrreich und kam eh nur einmal im Monat und war in einem Tag durchgelesen. So begrenzt man Schäden. Wer mehr lesen wollte, musste in die Bibliothek und sich gute Bücher besorgen.

Ich sehe das mittlerweile wie bei der Rohkost und den Kindern: man muss den Rahmen setzten, die Qualität muss stimmen und dann können sich die Kinder darin austoben.

Steht da Kochkost und anderer Schrott rum, funktioniert das Ganze nicht, weil die Kinder immer wieder abgelenkt und verführt werden. Es wird ja quasi das Lust- und Belohungszentrum gehackt.

Das passiert auch beim Lernen. Wenn es nur gute Bücher gibt und lehrreiche Spiele und interessante Sachen, kann man daraus frei wählen und lernt immer was. Mit Comics aber funktioniert das immer weniger. Das ist dann wie Schokolade fürs Hirn, während die guten Wildfrüchte immer weniger anziehend sind.

Da braucht man sich dann auch nicht wundern.

Kommen dann noch politische Fehler / Vorsatz hinzu, geht alles recht schnell den Bach runter.

Erklärt sich aber wieder aus dem Kapitalismus selber: Eliten, die die Dummen alles verkaufen können (man braucht eh nicht mehr alle, so wie früher, wo man wirklich daran interessiert war, die Menschen schlau zu machen, weil es ja noch den Wettbewerb unter den Nationen gab. Heute regieren globale Konzerne, die ihren Kram aber loswerden müssen.) Eine Mittelschicht, die das Notwendigste gelernt hat, aber nicht mehr, um keine dummen Fragen zustellen, und eine Masse an Dummgemachten, die gelenkt und geleitet werden soll.

Wir stehen zudem vor einem enormen Umbruch nach links. Die CDU ist „alternativlos”, weil sie keine Alternative zu Merkel mehr hat und Merkel keiner mehr sehen kann. Unsere Politik ist so abgewirtschaftet und runtergekommen, dass selbst so eine Nullnummer wie Schulz von vielen als Heiland wahrgenommen wird – naja, relativ zu dem bestehenden Personal…

Also das dieser Haubentaucher Schulz da plötzlich als Messias gehandelt wird, dafür gibt es nur ein Piktogramm:

Bildergebnis für piktogramm fluchtweg

:-)

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