Schwermetalle im Fisch

11.06.2015 17:34

Auf dem Ostertreffen hatte ich ein nettes Gespräch mit einem befreundeten Rohköstler, wo es auch um Schwermetalle im Fisch ging. Er erwähnte, dass ein weiterer befreundeter Rohköstler immer viel Fisch gegessen hat und sich dann das Blut hat untersuchen lassen. Er hatte dann erhöhte Quecksilberwerte. Und um es mal genau zu eruieren, habe ich den Wolfgang mal angeschrieben. Das hat er mir geantwortet (danke, dass ich es hier veröffentlichen darf):

Wegen meinem ewigem Untergewicht seit 20 Jahren als „Rohköstler“ (ich sage lieber naturnahe, Instincto geprägte Ernährung), war ich u. a. auch bei Dr. Mutter und ließ auch eine Haarmineral-Analyse machen. Mein Quecksilberwert war weit über normal. Dr. Mutter sagte, er habe so einen hohen Wert noch nie gesehen.

Oh Schreck, ich habe mich doch so gesund ernährt !

Also Fisch weg, was mir schwer fiel, weil Thunfischsteaks mir besonders lecker mundeten (mehrmals im Monat je 500 g) – also Ausleitung versuchen mit den üblichen Methoden: Kassie, Bärlauch, schwitzen, Chlorella, Heilerde, Selen in Kokosnüssen, noch mehr Kohlgemüse usw.

Nach 3 Monaten: Messen im Blut: Im unteren Normalbereich, also optimal. Weil ich jetzt ohne Fisch körperliche Schwäche hatte, trotz Fleisch, futterte ich leckeren Heilbutt jetzt 2-3 mal in der Woche, je 400 – 500 g, weil weniger Quecksilber. Schwertfisch schmeckt mir nicht, ist auch noch stärker belastet. Mit Makrelen hatte ich schon früher Probleme: ging oben und unten wieder heraus. Am Gesündesten ist Wildlachs, lieb und teuer, wenig Arachidonsäure, ausgeglichene Fettsäuren (Omega 3), leider selten von Metro.

Nach 2 Monaten wieder Blutmessung: Quecksilber noch höher !!! Also extrem. War aber nach 2-3 Monaten ohne besondere Ausleitungsmaßnahmen wieder normal.

Quecksilber im Haar  bedeutet: wird ausgeschieden. Offenbar kommen meine hohen Quecksilberwerte nicht vom Amalgam, das ich schon vor Jahrzehnten entfernen ließ, damals noch ohne Schutz üblich, sondern mein Körper scheidet es schnell wieder heraus.

Quecksilber im Meer ist ein natürlich vorkommender Stoff, Amalgam ist giftiger als im Fisch (Dr. Mutter usw.)

Meine Blutwerte zu Blei, Cadmium, Aluminium sind nahe null. Also Entwarnung, ich esse derzeit mehrmals im Monat je 500 g Fisch und habe keine  Probleme, die ich auf Quecksilber beziehen kann. Die großen Raubfische selber leben trotz Quecksilber ja auch – und die Millionen Küstenbewohner, die sich hauptsächlich von Fisch ernähren, sind als langlebig bekannt: Japans 100 Jährige trotz, oder weil, mit Sushi.  

Ich esse auch mehrmals im Monat Lamm-Leber und manchmal Nieren 400 – 500 g.

Erhebliche Probleme habe ich aber, wie du Matthias, mit zuviel Obst, insbesondere Trockenobst: Gelenkschmerzen und Verdickungen wie bei Gicht. Dr. Mutter, Dr. Strunz: Gefahr durch Kohlenhydrate.

Ganz erhebliche Probleme anderer Art  habe ich, wie viele andere auch, mit Schweinefleisch, ist sehr gefährlich, doch das ist eine andere schlimme Geschichte.

Mein Aufpäppel-Versuch mit Proteinpulver-Shakes, nach eindringlicher Empfehlung von Fittnesspapst Dr. Strunz, Wissenschaftsautor Andreas Joop, Ernährungsmediziner Prof. Nicolai Worm (Buch „Ein Mammut auf den Teller“, „Logi-Methode“), Rohkostarzt Dr. Mutter usw. hatte nur Nachteile.

Tja, wir bräuchten nur ehrlich ausriechen und rechtzeitig aufhören, wie es kleine Kinder noch können…

Ich kann es leider (kommt von leiden) trotz 20 jähriger Übung auch nicht…

Wir müssten eine psycho-therapeutische Übung machen, zum Loslassen von unserem Kopfwillen, nach Art des bekannten Familien-Therapeuten Bert Hellinger.

Ich hatte über die Wintermonate sehr viel Fisch gegessen. Habe aber seit gut drei Monaten eine Totalsperre.

Zum Schweinefleich: Ab und an esse ich auch mal Schwein vom Markt. Aber nur aller paar Wochen / Monate. Hatte bisher Schwein immer gemieden, erst 2014 auf dem Treffen hatte ich das erste Mal Weide-Schwein und war begeistert. Dennoch will ich es nicht forcieren, sondern es bei gelegentlichen Malzeiten belassen.

Wegen durchriechen: es ist immer wieder erstaunlich, wie wenige Menschen es wirklich hinkriegen. Oder es überhaupt machen. Mittlerweile stellt sich für mich fast die Frage, ob etwas, was nur ganz wenige machen (können?) überhaupt natürlich ist. Ich persönlich habe das was ich essen möchte immer vorher im Geiste. Und auch Burger meinte, dass Menschen, die lange roh leben, bzw. von Geburt sowieso, schon geistig das passende Lebensmittel assozieren können. Ich wusste eigentlich immer schon vorher, was ich will. Zum Teil konnte mich dann nichts und niemand davon abbringen und ich bin viele viele Kilometer gefahren, um es zu besorgen. Der Genuss hatte und hat mich da immer wieder bestätigt.

Aber es ist oft etwas traurig zu lesen, wie viele Rohköstler der instinktiven Richtung hier irgendwie Probleme haben und immer, gemessen an diesem Idealbild, scheitern, bzw. sich dann schuldig fühlen. Ich kenne das noch von mir früher. Mittlerweile habe ich, das wird mir grade bewusst, überhaupt keine solche Gefühle mehr. Mit der "Aufgabe" der instinktiven Ernährung, habe ich auch dieses Scheitern aufgegeben. Man hört das ja von 90% der instinktiven Rohies, dass sie sich überessen, die Sperren nicht so gut beachtet haben, mal ne Fehlkombination machten und dann darunter litten oder sonst irgendein Problem darauf zurückführten, dass sie eben genanntes getan hatten ("Ich esse immer noch zuviel" "...über die Sperre"... "noch zu spät abends" ..."zu viel Süßes"..."zu wenig Gemüse"..."müsste mehr durchrichen" ... "eher aufhören mit essen" usw). Ich habe dies auf vielen vielen Treffen gehört und auch selber von mir gegeben.

Das geht mir mitlerweile vollkommen ab und seitdem ich nicht mehr strikt instinktiv lebe, lebe ich sehr viel befreiter! Und wenn ich dann sehe, was für einen Heidenspass die Kids mit Stevia-Shake-Bier oder grade beim Salat essen haben und wie verhärmt und verhärtet gleichzeitig manche "Instinctos" rüberkommen, na dann weiss ich, wo ich als Genussmensch hintendiere. :-D

Ihr müsstest das mal sehen, was für Freude die Kids beim Essen empfinden! Sie machen Rohkost! Ohne großartigen Zwang. Und fertig ist. Besser: und gut ist!

—————

Zurück