So richtiger Plack...

07.11.2017 21:13

Himmel gestern abend:

Wir haben die letzten zwei Tage eine Trauerweide, die meine Mutter vor einigen Jahren gepflanzt hat und die nun überhaupt nicht hier herpasst, ausgebuddelt. Was für eine Arbeit!

Insgesamt haben wir die letzten 2,5 Jahren so ziemlich alle "Zierpflanzen" weggemacht und dafür Nutzpflanzen gepflanzt. Koniferen weg, dafür Äpfel. Pfirsiche, Aprikosen und Walnuss. Birken weg, dafür Haselnüsse, Kornellkirsche und andere essbare Sträucher. Jetzt war die Trauerweide an der Reihe. Dafür soll eine Pergola hin, die beidseitig mit Wein bepflanzt wird und so ein essbares Dach bildet, unter dem sich mal die Hühner verstecken können.u nd etwas weiter hinten noch eine Walnuss. Die veredelten werden nicht ganz so groß, und wir haben da noch etwas Platz.

Es gibt also noch genug zu tun, aber so langsam kriegt das Ganze ein Gesicht.

Die Weide auszubuddeln war richtig frustrierend. Wir hatten schon alle Wurzeln gekappt, nur um dann zu realisieren, dass noch eine gigantische Phalwurzel direkt nach unten geht. meine herrn, nochmehr rumbuddeln, dass Ding durchhacken und dann endlich lag sie um. Nur dass die Wurzel am Ende so schwer war, dass wir die fast nicht aus dem Loch rausbekommen haben. Das war auch nochmal richtige Schwerarbeit.

Und da der Freund meiner Mutter nun natürlich in dem Alter nocht mehr so richtig kann, muss ich das alles irgendwie machen.

Irgendwie tuts mir immer etwas leid, wenn ich ein Lebewesen irgendwie "umbringe". Dazu gehören ja auch Pflanzen. Aber leider geht es manchmal nicht anders, oder man verzichtet auf das, was man umsetzten wollte.

Ansonsten haben wir nun den Tobinambur geerntet und der "Blaue Bernburger" ist gerade vollreif. Da kann man aber nicht so viel von essen. Der sperrt recht schnell, obwohl er echt gut schmeckt. Hat auch riesige Kerne. Also wahrscheinlich noch eine echt robuste Sorte.

1. Tobinamburernte 2017

2. Einer muss es rausbuddeln! :-D

3. Der "Blaue Bernburger" - eine alte, standortypische und später Weinsorte.

Es gab eh schon eine Zeit, als hier viel mehr Wein angebaut wurde. Südlich von Bernburg, wo sich die Hänge zur Saale hinneigen, wurde vor x Jahren noch viel Wein angebaut. Und auch nördlich von halle, da waren wir mal als studenten, gibt es eine kleinklimatisch sehr geeignete Ecke, wo auch einige Südfrüchte angebaut wurden. Auch da neigt sich das Gelände zur Saale hin und ist sehr südexponiert.

Also hier geht schon was! :-)

Ansonsten habe ich heute folgendes im Radio gehört: Die Deutsche Post (wieso die eigentlich?) haben einen Glücksatlas erstellt und hier in Sachsen-Anhalt sind die Menschen (verständlicherweise) im Vergleich nicht besonders glücklich. Dabei hat das Land hier ein unglaubliches Potential, was aber nicht richtig genutzt wird. Ich sage nur: nachhaltige Landwirtschaft und Authentizität.

Nur steht dem eben die immens starke Industrielobby entgegen und der Rest wird auch zunehmend verbogen.

Schade drum, es braucht eben auch Politiker mit Mumm und Visionen, nicht nur Verwalter, Miesepter und Lobbyvertreter. Dann könnte man hier auch was richtig auf die Beine stellen, statt nur das Land immer mehr kaputt zu machen. Aber die Landwirtschaftslobby ist so stark und die Politiker so darin verfangen. Da haben es Alternativen schwer. Da kann man erstmal nur im kleinen Rahmen was machen.

Aber immerhin!

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