Sonne satt

07.06.2015 13:19

Die letzten beiden Tage waren wir hier in der Schweiz im Fluss baden, das Wetter war ja erstklassig. Und da es auch gute 700km weiter südlich und deswegen die Sonnenstrahlung etwas intensiver ist, gab es Sonne satt. Heute nun kriegen mich keine 10 Pferde in dieselbe. Der Körper sagt da ganz klar, wenn er genug hat. Eine unserer Kleinen hat aber zuviel des Guten abgekommen und plagt sich heute mit einem Sonnenstich rum. Kopfbedeckung schadet also nicht! lol

Ich bin ja diesemal mit dem Zug gefahren und muss sagen: sehr angenehm. Hat alles soweit geklappt. Die Züge nicht zu voll. Keine großartigen Verspätungen und Verzögerungen, höfliche Zugbegleiter und auch erträgliche Mitreisende. Hier fiel mir wieder die (grotten)schlechte körperliche Verfassung der Leute auf. Es lässt einen des öfteren gruseln. Kurioserweise, und wieso soll ich da nicht ehrlich sein, habe ich nur ganze drei sexuell attraktive Frauen gesehen. Eine davon war wohl eine Osteuropäerin. Aber da stimmten noch die Proportionen und die Figur war super. Bei allen anderen ging es schon eher in Richtung Unförmigkeit. Also auch schon bei jüngeren deutschen Frauen sieht man die zunehmende Verformung. X-Beine, schwabbelige Hüften, und..ja, irgendwie unförmig. Als ich dann in der Schweiz auf dem Bahnhof ankam, sah es etwas besser aus. Als Mann schaut man einfach und wie gesagt: oft wird man da von einem asthetischen Aspekt wenig verwöhnt.

Auf dem Bahnhof in Stuttgart ist mit dann dieses Plakat aufgefallen. Es ist eine Werbung für ein Online-Partnersuch-Portal.

Es ist schon erschreckend, dass man sogar die Liebe nun vermarktet und Kapital aus dem Bedürfnis der Menschen nach Partnerschaft und Liebe schlägt. Ein Freund von mir hatte sich da auch mal angemeldet und mir dann erzählt, dass immer kurz vor Monatsende dann Anfragen von Frauen kamen, bis er realisierte, dass dies nur dazu da war, ihn auf dieser kostenpflichtigen Plattform zu halten. Er hat dann mit den Frauen geschrieben, aber nie kam ein Treffen zustande. Das wurde ganz geschickt gemacht. Es waren quasi "Professionelle", die sich ihr Geld damit verdienten, Männer anzuschreiben, um sie von der Kündigung abzuhalten. Ich persönlich finde das schon erbärmlich. Da wird dann noch das letzte Bisschen Hoffnung auf Liebe und Partnerschaft ausgenutzt und die Leute verarscht. Wie gesagt: ein erbärmliches Geschäftsmodell.

Freilich, man kann auch Glück haben und die Frau des Lebens da treffen. Einen meiner besten Freunde ging es so, aber das ist wohl eher die Ausnahme. Er ist sehr attraktiv und sie auch und so war es nur folgerichtig, dass sie da beide viele Zuschriften bekamen. Der "Normale" wird aber wohl eher abgezockt.

Mir fiel auch folgendes Wort auf: parshippen... fast so wie "online gehen und Partner-shoppen" lol.

Versteht mich nicht falsch: es ist schon ok,wenn es Möglichkeiten gibt, Kontakte zu knüpfen. Aber wenn es so abgeht wie von meinem Kumpel beschrieben, dann läuft da wieder was verkehrt.

Wir leben eben in einer durch und durch marktwirtschaftlich durchgestylten Gesellschaft. Wo es nun keine Staatsbürger mehr gibt (wobei das ja auch ein unguter Begriff ist, da man ja nur ein Mensch ist, der für die Staatsschuld bürgt), sondern nur noch Konsumenten und Steuerzahler. Besser wäre es doch, von Mitmenschen oder Mitglieder unserer Gemeinschaft zu reden. Man stelle sich vor, man würde über Hartz4-Empfänger ebenfalls als "Mitglieder unserer Gemeinschaft" bezeichnen. Es würde sehr viel weniger Polemik möglich sein. Denn das würde auch sofort implizieren, dass man diese Schikanen und Sanktionen eben Mitmenschen oder Menschen UNSERER Gemeinschaft zumutet und gleichzeitig würde es auch klar machen, wenn Banker sich die Taschen voll machen, wie dieses Verhalten eben gegen die Gemeinschaft gerichtet ist, und nur als purer Egoismus zu bezeichnen ist. 

Worte erschaffen eben Welten und Realitäten. Deswegen ist der Stift auch mächtiger als das Schwert. Man muss sich also auch irgendwo vor dem verbalen Gift schützen, dass im Kopf Realitäten entstehen lässt. Aus diesem Grund habe ich den Konsum herkömmlicher Medien komplett eingestellt und informiere mich mehr auf alternativen Plattformen. Ich muss nicht im Zuge der Griechenlandkrise permanent von Geldgebern reden, wenn es richtigerweise Kreditgeber heissen muss. Aber wir erleben eh eine permanente Verschleiherung durch Worte. Vielleicht mag ich es deswegen, wenn jemand Klartext redet und versuche selber auch, die Probleme offen und ehrlich anzusprechen, statt darüber zu schwafeln. Aber gut, ich kann es auch, ich habe weder Macht zu verlieren noch finanzielle Interessen zu verteidigen.

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