Star Wars

20.12.2019 21:29

Oh, wie bittersüß ist diese Zeit. Süß, weil man an glorreichen Tage und wunderschöne Stunden erinnert wird, wenn es heisst, es ist ein neuer Star Wars Film in den Kinos. Und ganz bitter, weil die neuen Filme der letzte Scheiß sind.

Es ist doch wirklich erstaunlich: vor 42 Jahren hat man einen Film gedreht, der bis heute durch seine Inszenierung besticht und der, mit zwei Fortsetzungen, DEN amerikanischen Mythos schlechthin begründete. Jetzt 42 Jahre später, soll die Saga ihren Abschluss finden. Und alle sind froh, dass dieser Scheiß nun endlich vorbei ist. 

Was ist passiert?

Star Wars. Das erste Mal habe ich einen Trailer im ZDF gesehen, damals 1983. Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Ich war sofort begeistert. Keine Ahnung wieso, aber sofort war man energetisiert. Leider hatte die DDR beschlossen, Star Wars zu boykottieren und so lief er Film nicht in den ostdeutschen Kinos. Und so sah ich ab und an mal Ausschnitte und Bilder auch in Ostzeitschriften und wusste, ich kann das nie sehen! Das hat mich voll deprimiert. Dann kam die Wende und hier schossen die Videotheken wie Pilze aus dem Boden und sofort habe ich mir die Filme angeschaut, und seitdem wohl an die hundert Mal.

Wieso waren die so gut? Weil sie magisch waren. Man hat es geschafft, eine Geschichte zu erzählen, die magisch war. Die auf dahinterliegende reale Kräfte anspielte und die eben auch visuell was hermachte und somit eben vor allem die jungen Leute, die noch dichter dran waren an diesen Dimensionen, faszinierten.

Darüber hinaus waren die Figuren witzig, charmant, liebenswert, bedrohlich, finster, weise, mutig ... man konnte mit ihnen mitfühlen und mitfiebern. Die Schauspieler waren einfach super.

Ergebnis: eine der erfolgreichsten Filmtrilogien der Weltgeschichte. Das ging soweit, dass auch in der Realität eine Religion mit dem Namen Jediismus erschaffen wurde. Kein Witz: de.wikipedia.org/wiki/Jediismus

Na ja, würde ich mich auch dazu zählen ... lol.

Die ersten drei Filme handeln vor allem von der Macht und die geht eben auf Wilhelm Reich zurück. Man hat da eben einige Themen von Reich verarbeitet. Aber nicht nur da, auch in den Prequels kommt einiges von Reich vor. Aber vor allem in den Episoden 4-6 gehts um die reichsche Orgonenergie, die Entstehung des Faschismus, der Naturzerstörung, und eben Hass, Destruktion, Machtwillen, Herrschsucht auf der einen und Liebe, Vertrauen, Magie und frei fließende Energie auf der anderen Seite.

Und weil das eben neben der visuellen und der magischen Komponente auch eine realen Bezug hat, waren diese Filme extrem erfolgreich. Bis heute.

Dann kamen die Prequels. Der erste Teil war eine Belästigung und Jar Jar Bings das meistgehasste Wesen des Star Wars Universum. Der zweite Teil war schon besser und im Grunde eine solide Geschichte, die die alte Republik zeigte und eben den jungen Anakin Skywalker, der eben zum späteren Darth Vader wurde.

Das Problem: fast alle Szenen mit Anakin Skywalker wirken hölzern und die Dialoge sind Mist. Der Grund ist, dass Geoge Lucas hier den falschen Ansatz hatte und die Liebesgeschichte zwischen Anakin und Padme zu sehr auf der nicht-magischen Ebene zeigt. Hätte Geog Lucas das mehr wie in Garten der Lüste inszeniert...

 

... es ware ein Meisterwerk geworden. So aber blieb ihm diese Dimension verschlossen, wohl auch, weil Reich nie in diese Dimension vordran. Und so haben wir eben den in Star Wars das, was Reich entdeckt: die Macht, die fliesst und alles durchdringt und das Leben hervorbringt, Jedi, bei denen diese Energie frei fliesst und die deswegen zu Hütern des Friedens werden, aber dennoch auch gehasst sind (von den Gepanzerten) und wir haben die Sith, also die Bösen, die nur noch Hass, Destruktion und Kontrollwahn hervorbringen.

Das alles findet sich in Lucas Werk, aber die Magie der Liebe, wie eben im Garten der Lüste verschlüsselt, entging ihm. Und so wirken die Liebesszenen eben wirklich hölzern, gestellt, manchmal zum Fremdschämen. Eben genau so, wie sich zwei verhalten, die erst garnicht in die magische Dimension kommen.

Da hat Lucas eine riesige Chance liegenlassen. Man hätte zeigen können, dass es genau diese Liebe war, diese magische Dimension, die Anakin zum machtvollsten Jedi gemacht hätte und man hätte zeigen können, wir der Verlust der magischen Dimension und die Machenschaften der Dunklen Seite zu seinem Fall führen.

Es wäre Reich plus Bosch gewesen und die Fans hätten wieder den Realitätsbezug gespürt und unterbewusst wahrgenommen.

In Episode 3, der dunkelsten Film der Prequels, hat Lucas im Grunde alles richtig gemacht. Hier fehlt mir einzig so ein zwei Szenen, die Anakin als wirklich "powerful" zeigen, und im Endkampf hätte er ruhig Obi Wan richtig verprügeln dürfen, der sich dann nur mit Ach und Krach rettet und wo nur Anakins Übermut und ... Größenwahn... seine Niederlage besiegeln.

Der Film ist dann, mit diesen Abstrichen, auch der beste der Prequels.

Gut gelungen ist die Darstellung der Machtübernahme des dunklen Lords, der eben über Jahre ganz geduldig seine Ziele im Hintergrund verfolgt, alle täuscht, nur um dann mit aller Macht einen Kontrollstaat einzurichten. Genannt Imperium. Dieser Handlungsstrang hatte wahrscheinlich wieder den Bezug zur Realität, wo ja nun ebenfalls irgendwelche Kräfte ihre Agenden verfolgen und es so scheint, als kriegen wir auch mal den Prison Planet, wenn wir nicht aufpassen.

Dann war lange Zeit Ruhe, bis die Episoden 7 - 9 veröffentlicht wurden, die so schlecht sind, dass man Fußpilz auf den Augen bekommt, wenn man sich diesen absoluten Popcornschrott anschaut. NIE in der Filmgeschichte gab es ein größeres Scheitern, wirkte etwas so destruktiv, wie diese drei Filme, die sogar auf der Zeitlinie ätzend wirkten den Menschen die alten Filme vergällten.

Die neuen Filme sind so schlecht, so über alle Maßen dumm (was will man bei den Regisseuren auch erwarten), dass man hier eigentlich nur noch von toxischen Sondermüll reden kann, der da vor sich hinstrahlt und alles zersetzt, was mit ihn in Berührung kommt.

Diese Filme sind auf einer tieferen Ebene regelrecht krank machend.

Und das passt auch zum Zeitgeist. Die Menschen in den 70er und 80er waren noch einigermaßen fit und hatten noch mehr Draht zueinander und zur Natur, auch war die Ernährung noch ansatzweise nahrhaft, und genau das zeigt sich dann eben auch in den Filmen: die waren gut und als Kultur-Produkte nährend (Solarplexus). Die Prequels waren dann schon sehr von der Computertechnik beherrscht, was eben den Filme zum Teil die Magie raubte (Kopf / Intellekt). Und die neuen Filme sind im Grunde das, was man als Junkfood kennt: poppige, bunte, gestylte Verpackung, künstlicher, aufgesetzter, gefakter, leerer Inhalt. Ohne Vitamine, ohne Geschmack, ohne Leben.

Und wer noch die alten Sachen kannte, die Äpfel aus dem Garten, die selbstgemachte Bratwurst, oder was auch immer man mit den 70ern und 80ern assoziiert, der war erbost und erschrocken über diesen teuren pappig schmeckenden Mist:

48 Stunden später und ich bin immer noch fassungslos.
Was ein trainwreck von einem Film.

www.moviepilot.de/movies/star-wars-9-der-aufstieg-skywalkers/kritik

Dann gibts die, die sich an die alten, nahrhaften Kultur-Produkte erinnerten, aber schon vom knalligen Buntpapier verführt werden, so wie ich damals von der schönen Farbe auf West-Zahnpastatuben:

Der Fan in mir möchte keinen einzigen Punkt vergeben. Dieses Franchise wurde für mich, rein subjektiv, völlig gegen die Wand gefahren.
Nur der Cineast in mir begehrt dagegen auf und möchte Punkte vergeben.

Dem Fan missfällt erschreckend viel. Narration, Dramaturgie und Mythologie bleiben für mich völlig auf der Strecke. Extrem gravierende Logiklöcher, wie beim letzten Teil, konnte ich nicht ausmachen. Was wohl auch am hohen Tempo gelegen haben könnte.
Normalerweise würde ich noch einmal ins Kino gehen. Hier schließe ich dies aus.

Dem Cineasten gefallen Score, die Action & die (meisten) Effekte. Auch viele Szenen sind außerordentlich gut gelungen und ich habe nie wirklich mit dem Cast gefremdelt. Sie machen für mich nichts grundlegendes falsch, bleiben aber häufig auch ein wenig Eindimensional und blass.
Schuld daran hat für mich das relativ schwache Drehbuch und J. J.´s Art, einen Film zu inszenieren. Allerdings wird der Film auch sehr stark von seinem Vorgänger belastet.

Rein objektiv ist der Film nicht wirklich schlecht. Ich würde ihn fast als Sehenswert einstufen. Aber es ist für mich kein Star Wars.

Aber viele junge Menschen finden genau wieder das nun super! Und die finden die alten Filme langweilig...

Es ist einfach das was ich von Star Wars sehen will.

Spektakel pur, wenn auch nicht immer zu 100% schlüssig (wie bspw. die Sache mit dem Imperator), aber wir vergessen das bei Star Wars gerne. Schließlich schlug uns die Original-Trilogie ebenfalls viele Details vor den Latz, ohne schlüssige Erklärung und dennoch lieben wir sie.

Respekt für J.J. Abrams, der aus dem Finale, bei all der (manchmal sehr unverständlichen) Kritik, noch was gemacht hat.
Dennoch sage ich, trotz der immer noch großen Begeisterung für dieses komplette Filmuniversum, das jetzt mal (vorerst) gut ist.

Übersetzt: das ist es, was ich von Junkfood erwarte: schmeckt nicht immer, ich weiß, dass es eigentlich krank macht, aber hier gehts mir ja nicht um gesunde Ernährung. Es soll .. was eigentlich? Gut aussehen und KNALLEN.

Im Grunde sieht man hier genau das, was man beim Essen sieht: es wird außen immer bunter, poppiger, knalliger, aber gleichzeitig wird es immer vitaminärmer und nährt nicht mehr, macht nur noch fett, aber es wird gefressen, weil man zunehmend degeneriert und selbst das, was Oma noch hinkriegte, nicht mehr essen mag, weil zu fad.

Genau das sehen wir hier: eine Verschrottung der Kultur-Produkte. Sie nähren nicht mehr, erheben nicht mehr, erleuchten nicht mehr, geben keine Hinweise mehr auf dahinterliegende Zusammenhänge und Dimensionen. Das ist nur noch leer, dumm und ideologiebelastet (hier: Feminismus). Wer das nicht essen oder konsumieren mag, oder etwas "Nahrhaftes" fordert, was eben auch gut schmeckt, wird als Hater verunglimpft. Und das nur, weil man diesen ekelhaften Brei einfach zum Kotzen findet. Und warum? Weil dieser rotzige Schleim genau das ist.

Gute Kultur-Produkte gibt es weiterhin, aber die kommen nun aus den Äquivalenten kleiner Permakultur-Farmen, wo sich die Leute mit Herz und Verstand hinsetzen und zum Teil enom kreative und auch durchdachte Sachen produzieren, die aber alle nicht den großen Markt bedienen, weil die Multis noch zu mächtig sind.

Aber da lauert die wahre Kreativität, das wahre Talent, die Zukunft.

Deswegen habe ich da keine Bange, dass es sich wieder zum Guten wenden wird, dass wir wieder nahrhafte Kultur-Produkte zu sehen bekommen.

Jetzt hat man erstmal das größte Franchise der Filmgeschichte absolut gegen die Wand gefahren. Tut mir zwar leid, dass es nun ausgerechnet Star Wars war, aber gut, auch andere Ikonen der Kultur wurden geschrottet.

Aber man wird sehen: solcher Kram hat keine Zukunft. Die Menschen werden ihm die Energie entziehen. Ich entziehe ihm die Energie. Mich sieht da keiner im Kino, die DVDs lasse ich liegen, den Tag kam Episode 7 im Fernsehen, ich habe ausgeschalten.

Lassen wir es eingehen, vielleicht wird guter Humus draus, auf dem neues Leben, neue Kreativität, neue wohlschmeckende und nahrhafte Kultur-Produkte entstehen.

Das wars mit Star Wars.

Zumindest vorerst.

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