Trockenfasten

08.12.2019 21:43

Heute habe ich bei Facebook gelesen, dass ein gewisser Robert Lockhart, anscheinend ein langjähriger Fruitarier und Rohköstler, am Trockenfasten eingegangen ist.

www.youtube.com/watch?v=myc34kxFn1U

und:

Another dry fast victim. I warned Robert years ago it is a VERY stupid thing to do. Creates anemia and massively taxes the body. This is the second person Ive personally known to die during a dry fast.

Robert did another dry fast, got massive heat stroke and as a result experienced massive kidney failure had multiple heart attacks (common from extreme dehydration). Doctors said his kidneys were atrophy, impaired and scarred from severe longterm dehydration.

You grew the fucking best jakfruit in the world man and had the second best fruit farm in Australia. You got caught up in this stupid dry fasting shit and it cost you your life. Man what a waste. Lets hope your experience is the warning noobs need.

RIP Robert Lockhart.

(...)

Rob died prematurely because he listened to stupid advice that 'water is toxic'.

I lost a housemate in 2009 to that mentality. Her kidneys also shut down and she had a massive heart attack and died during a water fast that turned into a dry fast.

Das scheint mir gerade wieder so ein verrückter Trend zu sein. Erst kürzlich hat ein Mädel, die auch auf dem Treffen war und einen eigenen Kanal bei Youtube hat, das Thema Trockenfasten behandelt. Sie hat vernünftigerweise davor gewarnt und es nicht empfohlen.

Wie kann man nur auf solche eine Schnapsidee kommen?

Aber offensichlich schaffen es die Verrückten immer wieder, ihre Ideen unters suchende Volk zu bringen. Das ganze scheint mir auch eine Art Todeskult zu sein. Erst isst man keine tierischen Produkte mehr, dann nur noch vegane Rohkost, dann nur noch Früchte, dann fastet man mit Wasser und irgendwann will man garnichts mehr zu sich nehmen und fängt an, trocken zu fasten als Vorbereitung auf die Lichtnahrung. Na und dann stirbt der ein oder andere dann auch endlich, weil das war ja anscheinend von Anfang an der Plan, nur hat man sich nicht getraut, sich aufzuhängen, also macht man es so.

In Costa Rica ist ja auch mal ein 18-jähriges Mädel eingegangen. Vertrocknet. Die hat nichts mehr getrunken, weil Konz meinte, man brauche wegen der vielen Früchte kein Wasser trinken. Ergebnis: an Dehydrierung verstorben.

Ich selbe mal mal zwei oder drei Tage Trockenfasten gemacht, als ich 2017 im Frühjar, oder 2018, weiß nicht mehr so genau, eine längere Fastenkur machte und irgendwann nach 8 Tagen keinen Durst mehr hatte. Da habe ich wirklich mal, aber sehr aufmerksam, zwei Tage nichts mehr getrunken. Nur hatte ich eben vorher viel Wasser zugeführt und das ganze immer auch instinktiv gemacht, sprich: es muss Spaß machen, muss von innen heraus kommen und man darf sich nie zu was zwingen. Überwinden, ja, dass muss man manchmal, aber nicht zwingen. Das war immer mein Grundsatz und da bin ich bisher gut gefahren.

Beispiel: Oft hat man nicht die Lust zum Sport, aber man sagt sich, Ok, auf gehts. Und dann ist man da und wow, gutes Training! Manchmal geht man hin und merkt, also heute gehts nichts. Jede Übung löst regelrechten Widerwillen aus, also heisst das einpacken und ab nach Hause. Das heisst: überwunden, aber nicht zwingen.

Ich persönlich trinke eigentlich recht viel und muss deswegen auch oft pinkeln. Wasser ist Leben und gerade beim Fasten kann es sein, dass ich mehrere Liter trinke. Da wird das System mal richtig durchgespült und man muss dauernd aufs Klo. Aber das sollte eben immer instinktiv erfolgen. Ich hab mal 12 Tage gefastet, war kein Problem, weil es sein sollte. Dann wieder habe ich keinen Tag geschafft, als es nur vom Kopf her kam und nicht an die innere Weisheit angebunden war.

In Spanien habe ich mal einen gesehen, der hat wie Jesus 30 Tage Wasserfasten gemacht. Das war eine wandelnde Leiche und man muss sich fragen, ob man damit den Körper nicht nachhaltig schädigt, sprich dass dann bestimmte Funktionen danach einfach nicht mehr funktionieren.

Fasten an sich fand ich sehr gesund, belebend und eben auch entgiftend. Es war immer auch eine spirituelle Sache und bisher hat mir das einfach gut getan. Es war aber immer im Einklang mit der inneren Stimme, der inneren Weisheit, dem Instinkt. Ich war und bin Gott sei Dank zu schwach, mir was aufzuzwingen. Da stellt dann mein inneres Kind auf stur und dann geht nichts. Nur wenn es im Einklang ist, funktioniert das überhaupt.

Aber wie entfremdet müssen die Menschen schon von sich selber sein, wenn sie sich sowas antun?

Im Grunde darf man die Verantwortung nie abgeben. Wenn man das macht, also externen Autoritäten vertraut, dann ist man im Grunde verloren.

Das fand ich immer so genial an der instinktiven Rohkost. Da wird man quasi trainiert, immer die eigenen Bedürfnisse und Instinkte zu beachten. Also nicht das, was eine externe Autorität rät, sondern man muss selber schauen, wie es funktioniert. Man kann Tipps kriegen, sich bilden, lesen, auf Treffen gehen, Erfahrungen teilen, aber ich halte nichts davon, anderen hinterherzulaufen und die zu immitieren.

Deswegen schreibe ich so wenig, was ich esse. Weil das im Grunde vollkommen uninteressant ist.

Im Grunde ist es wie in der Musik: wenn man eine Musikrichtung lernen möchte, sagen wir mal Blues oder Jazz, dann muss man sich die Rythmen ansehen, die Akkorde und die Skalen. Aus diesem Gemisch setzt sich dann die Musik zusammen und genauso ist es bei der Rohkost auch.

Jeder muss seinen Weg finden. Und dazu muss man eben lernen, dass die eigenen Bedürfnisse eben genau das sind: die eigenen Bedürfnisse. Und die muss jeder für sich rausfinden und dann entsprechend danach gehen.

Man kann nur die allgemeinen Grundsätze vorgeben wie passende Auswahl, passende Qualität und die Offenheit zum Experiment, zur Entdeckungsreise. Denn was bei dem einen passt und funktioniert, kann für den Nächsten schlimm in die Hose gehen. Jeder Mensch ist anders und jeder muss schauen, was seine Präferenzen sind.

Dazu muss man sich eben beobachten, wie man sich fühlt, wie man aussieht, wie man drauf ist, wie die Verdauung ist, wie leistungsstark man ist ...

Rohkost ist für jeden eine individuelle Reise. Es gibt bestimmte Erfahrungen, die für viele zuzutreffen scheinen wie: nicht zuviele Früchte, ausreichende Kalziumzufuhr, ausreichend Kalorien, Saisonalität und biogenergetische Aufladung der Produkte beachten, weil befriedigender, anscheinend braucht es auch ein Mindestmaß an tierischen Produkten. Aber dann hörts schon fast auf. Manche kommen mit einer Mahlzeit pro Tag klar, andere brauchen schon früh was, andere essen mehr tierische Sachen, die nächsten eher wenige, wieder andere essen mehr Früchte, die nächsten essen gar keine ... das muss jeder für sich rausfinden.

Die Prämissen, anhand man sieht, ob man richtig liegt sind eben Aussehen, Körpergefühl, Zahngesundheit, Muskulatur, Energie, sexuelle Lust, Lebensfreude.

Das soillte nach einer Zeit der Umstellung und Entgiftung im Schnitt eben auf einem hohen bis sehr hohen, also gesundem Niveau sein. Ist es das nicht, mus sman schauen, ob was beim Essen nicht passt oder ob woanders im Leben noch irgendwas geheilt werden muss.

Dito Fasten: der eine oder die eine fasten gerne und gerne auch länger, für den nächsten ist das nichts.

Jeder muss seinen Weg finden. Schauen, wie man sich fühlt, wie man drauf ist, ob man sich gut genährt fühlt. Aber es ist und bleibt eben ein Abenteuer auf eigene Gefahr.

Wer eher Sicherheit will, sollte keine Rohkost machen. Weil man da eben auch mal sicheres Terrain verlassen muss.

Aber das ist dann eben auch das volle Leben. Leben an sich ist unsicher. Je unsicherer es ist, desto lebendiger fühlt man sich. Deswegen machen Menschen Weltreisen, machen Bungeejumping, fahren neben den Pisten Ski, wandern in andere Länder aus, springen vom 10 Meter Turm, gehen fremd, fahren Autorennen. Weil man da das sichere Terrain verlässt, es zunehmend unsicher wird und man man sich da lebendig fühlt.

Ich hatte das ja hier verlinkt, wo der Wagandt das in einem Video ausführt.

Aber es sollte eben mit Vernunft und Beobachtung passieren. Nicht auf Anraten externer Autoritäten, sondern es sollte im Einklang mit der inneren Weisheit passieren.

So, ich habe Durscht...

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