Überbevölkerung

28.02.2020 14:06

Es ist ja oft so, dass man sich mit einem Thema beschäftigt und dann kriegt man im Nachgang noch ein paar Gedanken, bzw. das, was man eh schon irgendwo mal gelesen hat, wird dann klarer.

Und derzeit ist gerade so das Thema "Trobriander" und auch Matriachate interessant.

Mir kam da gestern noch der Gedanke, dass Überbevölkerung wahrscheinlich maßgeblich mit dem Patriachat einhergeht.

In Matriarchaten haben ja die Frauen im Grunde die volle Kontrolle über ihre Fruchtbarkeit. Das heisst, sie bekommen wirklich nur Kinder, wenn sie es auch wollen. Und so pendelt sich eben das Maß immer auch auf zwei - drei Kindern ein.

Ich habe mich eh gefragt, wie es funktioniert hat, dass die Menschen die Erde nicht schon früher über alle Maßen bevölkert haben, aber es lag wahrscheinlich einfach auch daran, dass die Frauen wirklich nicht mehr als zwei oder drei Kinder hatten. Und eben auch nicht mehr wollten.

Und das, wenn Gunnar Heinsohn da recht hat, war sogar bis ins Mittelalter der Fall auch hier in Europa.

(de.wikipedia.org/wiki/Gunnar_Heinsohn#Historische_Demographie)

Klar, man hat dann immer gesagt, ja die Kindersterblichkeit war immens. Von 12 Kindern kamen nur 3 durch maximal, aber Untersuchungen bei gesunden Naturvölkern haben gezeigt, dass die Kindersterblichkeit nicht viel höher lag als in entwickelten Gesellschaften. Vielleicht suche ich da mal die Quelle raus, finde ich gerade nicht auf die Schnelle...

Und ich glaube halt, dass die natürliche Geburtenzahl bei Frauen eben bei 2-3 Kindern liegt. Und dass das auch ein Maß ist, dass Frauen von sich aus wählen würden, wenn sie denn dürften (heute kommen sie oft nicht mal mehr auf diese Zahl, obwohl sie wollen). Und genau das sieht man bei vielen Wildbeutern und eben solchen Matriachaten wie den Trobriandern.

 

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Von Anton, CC BY-SA 3.0, Link

Und so kam es eben, dass die Bevölkerungszahl bis vor 3.000 Jahren relativ stabil war.

Als sich das Patriachat aber immer weiter ausgebreitet hat, verloren die Frauen quasi die Kontrolle über ihre Fruchtbarkeit und die Bevölkerung wuchs. Reduziert wurde das dann immer wieder durch Krankheiten und Kriege. Je höher die Bevölkerungsdichte, desto schneller verbreiten sich Krankheiten, auch tödliche, und desto eher kommt es zwischen Gruppen zu Konflikten. Aber die Geburten gingen wahrscheinlich insgesamt hoch.

Und so richtig extrem wurde es dann in Europa im späten Mittelalter, als die Männer, die Kirchen und der Landadel im Verbund, den Frauen die volle Kontrolle über die Fruchtbarkeit entriss (Hexenverfolgung als Kampf gegen Verhütungswissen) und schon gingen die Geburtenzahlen pro Frau auf 4-6 Kinder hoch. Und mit dem Christentum, später dann Islam und andere patriachale Religionen, hat sich dass auch weiter ausgebreitet. Die sind ja bis heute da so richtig dabei, dass zu propagandieren. Ganz Afrika und Südamerika ist ja mit den ganzen evangelikalen Sekten durchsetzt. In Nigaragua habe ich an einem Abend mal fünf dieser Gottesdienste gesehen. Auf diesen Kontinenten tummelt sich alles, was nicht angebunden wurde...

Und dann ist die Bevölkerung explodiert.

Ich glaube aber eigentlich nicht, dass Frauen 4-8 Kinder haben möchten. Da sind dann sicherlich viele ungewollte Kinder dabei.

Der Maaz hat den Nationalsozialismus mal aus Borderlinestörung der Massen bezeichnet, und sagte, dass Borderline oft da entsteht, wo Kinder nicht gewollt sind, abgetrieben werden sollen und somit eben ein massives Bedrohungsgefühl entsteht. Und wie viele Kinder waren in den 1910 und 1920 Jahren wirklich gewollt? Und wieviele waren es NICHT? Und das kann erklären, was dass eben auch für ungesunde Auswirkungen hat.

Schwangerschaften werden von vielen Frauen als schön empfunden, was wahrscheinlich dem natürlichen Fluss entspricht, aber jede Schwangerschaft ist eben auch ein Risiko, vor allem, wenn es eben kein wirklichen medizinischen Hilfen gibt.

Und die Balance zwischen Reproduktion und Risiko ist wohl bei 2-3 Kindern pro Frau, was eben Populationserhaltung bedeutet.

Und genau das sieht man eben bei vielen matriachalen Naturvölkern: die vermehren sich trotz relativ ausgiebigem Sexualleben nicht über ein natürliches Maß hinaus. Ähnlich wie die Bonobos, die im Grunde Sex haben ohne Ende, aber nur alle sechs Jahre wie auf Bestellung Nachwuchs bekommen, wo man bis heute nicht weiß, wie das funktioniert. So oft, wie die miteinander zu tun haben, müssten die ja schon den ganzen Dschungel bevölkern. Irgendein Geheimnis gibt es da, dass das nicht passiert.

Aber da, wo die Frauen quasi dem Mann zu Diensten sein muss, wo der Mann quasi über die Fruchtbarkeit bestimmt, dort gehen sofort die Kinderzahlen hoch und dann hat man auch Populationsdruck, der zu aggressivem Verhalten und Kriege (die Ressourcen des anderen "kriegen") führt und um die Verluste auszugleichen, braucht der Kriegsherr wieder viele Kinder, um ein neues Heer aufzustellen.

Wenn Männer die Fruchtbarkeit bestimmen, dann gibt es IMMER Überbevölkerung, weil Männer so angelegt sind, viele Nachkommen zu zeugen. Frauen, die sich um die Kinder kümmern müssen, sind da viel weiser in der Hinsicht und sehen ja, was es bedeutet, viele Kinder zu haben. Deswegen gibt (oder gab, jetzt ist durch die Globalisierung ja überall alles verwischt und verändert) es dort, wo die Frauen die volle Kontrolle über ihre Fruchtbarkeit haben, auch keine Überbevölkerung.

Klar, in vielen patriachalen Strukturen sind die Frauen nun mit entsprechenden Memen verseucht ("Dem Kaiser / König / Führer / Propheten / Gott / Mao viele Söhne schenken!"), und meinen, dass es schön ist, viele Kinder zu bekommen (um sie dann im Krieg zu betrauern?). Die Frage ist eben immer wieder, ob das aus eigenen Impulsen kommt, oder ob da schon entsprechende Systemmeme dahinterstehen.

Es gibt hier also durchaus Strukturen, die es zu überdenken gilt und wo es auch viele Menschen gibt, die das getan haben. Es ist tragisch, dass das aber von vielen Agitatoren gekapert wurde und man so nun über den Feminismus den Kampf gegen das Patriarchat und den alten weißen Mann ausruft. Aber mal ehrlich: im Video der Trobriander ist der alte Mann sehr würdevoll in seinem Tanz und wird ganz offensichtlich verehrt.

Im Grunde ist das alles ein bisschen wie die Rohkost. Da gibts eben Leute wie mich, die das Kochen hinterfragen, sich Gedanken machen und schauen, wie es besser gehen könnte. Ich will das aber niemanden aufzwingen, und ich will auch nicht gegen den Kochtopf anrennen, sondern ermutige im Grunde nur, selber diesen Weg zu gehen und sich selber Gedanken zu machen. Und wenn es viele sind, etablieren sich dann eben auch wieder andere, vielleicht und hoffentlich, gesündere Strukturen. Und nur so ist es überhaupt nachhaltig und eine gesunde Entwicklung. Wenn es aus der eigenen Entscheidung, dem eigenen Erleben und der eigenen Einsicht kommt. Man kann da nur helfen, zu diesen Einsichten zu gelangen...

Man könnte diese Rohkost aber auch kapern und damit Politik machen. Quasi den Kampf gegen den Kochtopf ausrufen, Gesetze erlassen, die den Kochköstler diskriminieren, sagen, Demos gegen die Kochkost, Forderung: ALLE MÜSSEN jetzt roh essen, Rohkost gegen den Klimawandel, usw... also da kriege ich schon beim Schreibe starke Abwehrimpulse.

Und genau das passiert gerade auf der politischen Ebene. Statt zu hinterfragen, sich selber und anderen Fragen zu stellen, auch den eigenen Irrtum einzuräumen, wird da nun Politik GEGEN Menschen gemacht, statt vorzuleben und eigene Strukturen aufzubauen.

Es finden sich eben wirklich fantastische Perlen bei Reich, bei Malinowski, bei Senf und vielen anderen, natürlich auch vielen Autorinnen, die eben das Patriachat sanft (!!!) hinterfragen und ihr Wissen teilen und Lösungen anbieten.

Es ist tragisch, dass das vom Neo-Feminismus gekapert wurde, und nun diese Perlen quasi vor die Säue wirft.

Machen wir uns nichts vor, das Video der Kirana String Band von den Trobrianderinseln ist doch hundertmal positiver und heilsamer, also das Mädel, dass da wütend und rebellisch ins Mikro gröhlt, fürchterliche Musik spielt und sich oben ohne zeigt.

Klar, man kann die Wut verstehen. Ich bin auch über vieles wütend, was mir passiert ist, aber im Endeffekt bringts ja nichts... der Reich hat da vollkommen recht, es bringt nichts, andere da zu bekämpfen und überzeugen zu wollen. Man kann nur selber wieder lebendiger werden und seinen Weg gehen und schauen, wie man klarkommt.

Wer will und sich inspiriert fühlt, kann mitmachen, der Rest bleibt eben sitzen.

Im Grunde geht es um Bewusstmachung, ums Hinterfragen.. um die Frage:

Warum kann ich gar nicht wissen, was wahres Glück und wahre Gesundheit wirklich sind?

www.rohkostwiki.de/wiki/Die_Memik

Das gilt es eben zu erforschen: was ist wahres Glück, volle Lebendigkeit und echte Gesundheit?

Welche Strukturen braucht es da und wo wird man durch Schadmeme davon abgehalten?

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Ich freu mich über jeden Beitrag!

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