Und noch was zum Wetter

30.05.2017 22:23

Wir versteppen. Der zweite Mai hintereinander mit nur 42mm Regen. Durchschnitt ist über 70mm. Und die Aussichten sind wieder sehr sonnig:

Heute gab es zwar mal ein Gewitter, es waren aber nur 1,5mm, was es regnete. Anscheinend sind wir nun mitten drin im Klimawandel. So wie ich als Kind noch lange und kalte Winter und verregnete und kühle Sommer erlebte, so erlebt man heute oft milde und trockene Winter ohne viel Schnee und viele heiße und trockene Sommer. Da verändert sich etwas sehr Grundsätzliches.

Und das ging schnell!

Ich erinnere mich noch, als es von einem Jahr auf das andere plötzlich keine richtigen Winter mehr gab. Mit einem mal wurde es wärmer, weniger Schnee und Frost, wenn überhaupt. Das heisst nicht, dass es plötzlich keine Winter mehr gab, aber in Summe wurde es viel milder.

Mit den Sommern scheint jetzt vielleicht eine ähnliche Veränderung von Statten zu gehen. Es ist jetzt das erste Mal, dass unsere Drainage ums Haus, die das Wasser in einen Brunnen leitet und aus dem wir dann Wasser zur Bewässerung entnehmen konnten, trocken ist. Die ist letztes Jahr im Zuge der monatelangen Dürre trockenengefallen. Und die liegt dort seit 40 Jahren drin. Das zeigt eindeutig genau die Trockenheit in der Tiefe, die der Dürremonitor auch anzeigt, liegen die Rohre doch in ca. 2m Tiefe.

Die Bauern sind auch schon ganz verzweifelt, weil es eben schon wieder so einen trockenen Mai gab, nur war er nicht so heiß wie letztes Jahr, zumindest nicht bis zu den Eisheiligen. Denen vertrocknet gerade die Kultur auf dem Acker.

Was mich so verwundert ist, dass es die Menschen nicht mehr wundert. Ich glaube, das kommt, weil die Mehrheit weder in der Landwirtschaft arbeitet, noch einen Garten hat. Würden mehr Menschen sehr viel direkter mit den Folgen ihres Handels, setzen wir den menschgemachten Klimawandel mal voraus, konfrontiert werden, gäbe es sicherlich mehr Bereitschaft zum Umdenken. So aber schaut man auf die Bauern auch noch verächtlich herab und geht eben seine Lebensmittel im Supermarkt einkaufen. Da sind die Regale immer voll.

Wir erleben hier eine enorme Entkoppelung der Wahrnehmung von den Vorgängen der Natur. Man freut sich über das schöne Wetter, was ja OK ist, aber sieht nicht, dass das auch massive Probleme verursachen kann.

Wir können ja hier zur Not noch aus der Leitung bewässern, aber man sieht eben auch, wie Abhängig wir von der Natur sind und man kann verstehen, wie es Menschen in weniger entwickelten Regionen ergeht, wenn sich plötzlich das Wetter massiv verändert.

Was da auf uns zukommt, wird alles bisher dagewesene in den Schatten stellen. Afrika erlebt gerade eine Bevölkerungsexplosion, genau in die Zeit des Klimwandels hinein.

Quelle

Man sieht ja hier, wo sich die Bevölkerung am stärksten entwickelt. Vor allem in den Ländern der Sahel-Zone. Und jetzt legen wir mal eine Prognose der Klimaentwicklung darüber:

Bildergebnis für prognose klimaerwärmung afrika

Quelle

Man sieht, dass es genau die Länder am stärksten betroffen sein werden, die jetzt die höchsten Geburtenraten aufweisen. Niger, Mali und der Tschad. Hier wird die Nahrungsmittelproduktion in Zukunft am stärksten betroffen sein.

Laut dem Climate Change Vulnerability Index for 2015 (Verwundbarkeitsindex zum Klimawandel) befinden sich sieben der zehn durch den Klimawandel meistgefährdeten Staaten in Afrika.

https://maplecroft.com/media/v_development/updatable/news/ccvi-map-2015.jpg

In großen Bereichen der Sahelzone und im Süden Afrikas sind die Niederschlagsmengen zurückgegangen, während sie in Teilen Zentralafrikas gestiegen sind. In den letzten 25 Jahren hat sich die Anzahl wetterbedingter Katastrophen, wie Überschwemmungen und Dürren, verdoppelt. In der Folge ist Afrika die Region mit der höchsten durch Dürren verursachten Sterblichkeitsrate. (Quelle)

Wenn dort der Anbau von Nahrungsmitteln nicht mehr möglich sein wird, werden sich MILLIONEN aufmachen und aus diesen Gebieten abwandern. Gibt ja jetzt schon regelrechte Kriege um die letzten Wasserlöcher in machen Gebieten.

Überall in Afrika verändert sich die Landschaft. Dürren, Hitzebelastung und Überschwemmungen haben die Ernten und Produktivität in der Viehhaltung verringert.

In Ostafrika herrscht die schlimmste Nahrungsmittelkrise des 21.Jahrhunderts. Laut Oxfam benötigen 12 Millionen Menschen in Äthiopien, Kenia und Somalia dringend Lebensmittel. Die Regenfälle blieben unter dem Durchschnitt und so war 2010/2011 das trockenste Jahr seit 1950/1951. Für einen Kontinent, dessen Landwirtschaft fast ausschließlich von Regenfällen abhängt, ist das ein ernstes Problem.

Wir drehen hier den Wasserhahn auf und bewässern den Garten. Das Einzige, was dann negativ ist, sind die Kosten und die Zeit, aber man kommt klar. In weiten Teilen der Welt gibt es aber nur den Regen. Und wenn der ausbleibt, wars das.

https://350.org/de/wp-content/uploads/sites/11/2015/05/livestock.jpg

(Quelle)

Es ist ja im Grunde unfassbar, wie lethargisch die Welt auf diese Probleme reagiert. Es müsste da sofort massive Gegenmaßnahmen geben! Wieso bin ich nicht in Afrika und arbeite da mit tausend anderen Naturschützern und Ökologen an Lösungen und Projekten? Statt dessen hocken tausende Abgesandte auf Klimakonferenzen, Laber-Rhabarbern und gehen nach den Workshops und Seminaren erstmal schön was essen und abends in die Bar, wo schon die Nutten warten. So läufts doch.

Hier fehlt ein massives Umdenken, ein massives Umsteuern, ansonsten wird das Probleme geben, die nicht mehr zu händeln sind.

Aber man sieht ja, wie störrisch die reichen Länder und die Schwellenländer sind. Die wollen alle wirtschaften Erfolg. Und wisst ihr, was wirtschaftlicher Erfolg ist? Das: www.youtube.com/watch?v=cK1kaWMUnBM

Und das:

https://www.deutschlandfunk.de/media/thumbs/0/08fb56e4d1f4b0f421e15505ce0894aav1_max_755x425_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2.jpg

Das ist doch alles nur noch verrückt!

Anstatt dass es jetzt massivste Anstrengungen gibt, das Ruder noch rum zu reißen, den Afrikanern und wen auch immer mal wirklich zu helfen, statt die auszubeuten und auszurauben, wird Geld ist Rüstung gesteckt. Macht euch das klar: da steht die größte menschliche Umwälzung seit langem vor der Tür, nein schon in der Tür und man faselt was von wirtschaftlichem Aufschwung, Wirtschaftswachstum und Russland als Feindbild, gegen das man aufrüsten muss.

Wir werden von Irren oder Verbrechern geführt.

Das kann eigentlich nicht gut ausgehen, denn wie gesagt, ich bin hier in Sachsen-Anhalt und nicht in Afrika (obwohl es hier fast schon so heiß ist), wo ich eigentlich sein müsste, um dort aktiv zu helfen, bezahlt mit der Kohle, die man bisher für Gewehre, Raketen und Panzer ausgegeben hat. Aber die Menschen werden mit Billig-TV, Pornos und Smartphones sediert. So wird das natürlich nichts. Was wird da für Kreativität und Inspiration verschleudert!

Und das hat ja der Harald Lesch auch erkannt. Die ganzen Wissenschaftler, die dran sitzen an den Daten und Analysen sehen ja die kommende Katastrophe.

Manche sagen dann: Änderungen des Klimas gab es schon immer. Stimmt. Aber es gab damals auch noch viel Platz zum Ausweichen.
Heute gibt es den nicht mehr. Und die Konflikte, die sich daraus ergeben, können mörderisch werden. Das sieht man ja schon, was hier in Deutschland nach der Massenmigration 2015 passiert ist. Das Land wandelt sich ja auch rasant. Es gibt Übergriffe, Terroranschläge, die Menschen schränken sich mehr ein, gehen weniger raus und auf Feste, die Meinungsfreiheit wird massiv eingeschränkt, weil Kritik laut wurde... und das sind Lapalien gegenüber dem, was da kommen könnte, wenn die Prognosen wirklich zutreffen.

Es braucht einfach ein massives Umdenken. Nicht nur die paar "Ökos", die sich da einbringen, sondern eine wirklichen gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Umweltverträglichkeit, hin zu mehr Symbiose statt Parasitismus.

Als erstes müsste man dazu mal den Fernseher abschalten... und andere Leute wählen. Menschen mit Ideen und alternativen Lösungen. Mit Weitblick und Gespür. Mit Talent und ganz viel Sachverstand. Und man muss anfangen, selber Teil der Veränderung zu sein.

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