Vegan vs. omnivore?

08.03.2017 22:33

Wir erleben in der Rohkostszene genau das, was wir auch in der großen Gesellschaft erleben. Und zwar das Nicht-Wahrhaben-Wollen ungeliebter Positionen, das Ausgrenzen, das Angreifen von Minderheiten, die eine andere Position besetzten, und zwar genau DIE Position, die die Masse nicht sehen will, die sie aber bräuchte, um auf einer insgesamt gesünderen Ebene weiter zu machen, statt immer wieder im Kochkopf zu versacken.

Wenn man es sich mal genau anschaut, dann ist ja die vegane Rohkostszene ungleich größer als die omnivore Szene. Weltweit. Gleichzeitig scheint aber hier etwas nicht richtig gut zu funktionieren. Denn nur ganz wenige schaffen hier eine langfristige zufriedenstellende Rohkost. Gleichzeitig aber ist man so eingefahren, dass man die Position der "Omegas", der Omnivoren, die hier etwas sagen, was vielleicht helfen könnte, nicht wahr haben will. Aber genau diese Position ist wichtig, damit die Szene auf einer insgesamt gesünderen Ebene weitermachen kann.

Maaz hat das Konzept der "Omegas" mal anhand der AfD und Pegida erklärt, die Positionen besetzten, die die Masse der "Gutmenschen" nicht sehen und wahrhaben will, trotz immenser Probleme (interessant in diesem ZUsammenhang: zum Fasching in der Schweiz war Trump das große Thema, auch seine Mauer zu Mexiko. Das war politisch korrekter Witz. Und dann wurde da in Baden ein schwarzer Jugendlicher, wahrscheinlich ein Flüchtling, von der Polizei unter großem Brimborium abgeführt, weil er wahrscheinlich was geklaut hat. Und hier sieht man diese Diskrepanz zwischen politischer Korrektness und dem realen Leben, das immer wieder zeigt, dass man da irrt.)

Das alles habe ich aber schon mehrfach hier im Blog behandelt. Und auch zu entsprechenden Videos und Büchern verlinkt.

Deswegen will ich heute mal weitergehen:

Was passiert eigentlich, wenn die Masse der Veganer die Position der Omnis nicht diskutiert, annimmt, so dass das Leben insgesamt auf einem gesünderen Level weitermachen kann?

Na ganz einfach: es kippt in "faschistische" Strukturen. Und das Leben wird sich dann gewaltsam Geltung verschaffen. So wie wir es jetzt schon im Umgang mit der AfD (der Vergleich mit der AfD ist etwas unglücklich, aber das sind eben nun gerade die "Schmuddelkinder", hilft also nichts) zeigt: es kippt in Gewalt um. Autos brennen, Leute verlieren ihre Jobs, werden gemobbt, ausgegrenzt, werden beschimpft, nachgestellt, kriegen "Hausbesuche", nur weil sie die "falsche Meinung" haben. Dass diese falsche Meinung aber auf wesentliche Probleme hinweist (siehe Faschingsbeispiel), wird, ja eben, einfach nicht erkannt. Statt dessen suhlt man sich in der eigenen Korrektheit, im Wissen, auf der richtigen Seite zu stehen. Und man möchte die Argumente der "Gegenseite" nicht wahrhaben. Und eben weil man nicht diskutieren will, weil man es nicht wahr haben will, wird versucht, es mit Gewalt zu unterdrücken. Und dann wird auch Gewalt, verbal oder auch körperlich angewandt.

Im Fall der Rohkostszene sehe ich folgendes Szenario auf uns zukommen: es wird irgendwann mal Verbote geben, noch Fleisch zu essen. Es wird gesellschaftlich geächtet werden ... und das wird dann von den Kochi-Veganern kommen, aber dann auch von den Roh-Veganern unterstützt werden. Also da habe ich aufgrund vieler Erfahrungen nicht den geringsten Zweifel und die Bestrebungen gibt es ja schon.

Siehe hier: www.spiegel.de/politik/deutschland/umweltministerium-serviert-bei-veranstaltungen-nur-noch-vegetarische-kost-a-1135231.html

Das ist nur ein Beispiel. In veganen Foren und Blogs wird das schon viel länger gefordert.

Also nochmal: wenn die Veganer sich mit den Positionen / Erfahrungen der Omnis einmal offen auseinander setzten würden und erkennen würden, dass da etwas dran ist, was auch für sie relevant und gewinnbringend ist, kann die Rohkostszene über Nacht enorm wachsen und insgesamt auf einem gesünderen Level weiter machen.

Dann haben wir über Nacht quasi hunderte Rohköstler mehr, die eine zufriedenstellendere Rohkost praktizieren. Mit all den sich daraus ergebenden Vorteilen.

Oder aber das Thema bleibt so wie es ist. Dann befürchte ich, dass man irgendwann diese ungeliebten Positionen zum Schweigen bringen will und das über Verbote regeln wird. Der Trend geht da hin. Das man dann stellvertretenden für die eigene Unzufriedenheit, die man nicht wirklich zum Schweigen bringen kann, die Omnis mundtot machen will und, so wie man sich selbst die tierischen Produkte verwehrt, ihnen auch diese verbietet.

Denk das mal durch... geht ja alles immer mehr in Richtung Bevormundung.

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