Vermittelte Botschaften an Kinder

27.09.2017 21:46

Als DDR Kind habe ich ja folgende Karriere hinter mich gebracht: Kinderkrippe, Kindergarten, 10 Jahre Schule, dann Ausbildung, Beruf. Das heisst, schon ab einem sehr frühen Kindesalter wurde ich quasi extern betreut. Ich habe an die Krippe keine Erinnerungen, wohl aber an den Kindergarten, wo ich oft nicht gerne hingegangen bin. Ich wollte lieber zur Oma. Aber die musste damals ja auch arbeiten (und ich war heilfroh, als die in Rente ging). Ich bin auch ein paarmal aus dem Kindergarten abgehauen, bzw. wollte garnicht erst hin. Wieso, weil es schon damals eine Art Rebellion gegen die Probleme war, die ich hier gleich aufwerfen möchte.

Ich habe mich immer gefragt, was das mit der Seele eines Kindes macht, wenn man so in einer staatlichen Betreungseinrichtung "erzogen" wird. Und man hat ja damals die meiste Zeit des wachen Tages dort verbracht. Es hat also durchaus gravierende Auswirkungen auf den kindlichen Geist.

Und ich habe mich immer gewundert, wieso mir in bestimmten Lebenslagen immer irgendwie das Gleiche passiert. Sprich, dass sich im Außen innere Zustände zu spiegeln scheinen. Nur welche? Und heute wurde es mir bewusst, welche Überzeugungen / Botschaften man von den Erwachsenen nach 16 Jahren Kinderkrippe - Kindergarten - Schule - Ausbildung - Beruf vermittelt bekommt:

1. Du wirst nicht geliebt.

Die Eltern lieben einen, die Großeltern, die Geschwister. Aber für Betreuer / Erzieher, später Lehrer und Ausbilder, ist man ARBEIT. Die Kinder sind der JOB. Und es liegt in der Natur der Sache, dass man die dort anwesenden Knirpse, zumal damals oft in größerer Zahl, NICHT liebt. Jedenfalls nicht wie es Eltern machen. Oder Großeltern (meine Oma war eine wunderbare, liebevolle Frau, deswegen wollte ich da immer hin). Nicht mal ansatzweise. Man ist der Job. Und man verbringt einen Großteil des wachen Tages in einer wenig liebevollen Umgebung (Rührt daher mein Interesse an liebevolle Gemeinschaften? Und meine Ablehung aller staatlichen Systeme, die das zerstören, sind sie nun sozialistisch oder kapitalistisch?). Auf jeden Fall haben wir als Kinder eben einen Großteil des Tages nicht in liebevoller Umgebung verbracht, sondern in betreuten, aber eben jobmäßig organisierten Gruppen. Und Kinder SPÜREN das. Sie spüren tagein, tagaus, dass sie betreut, aber NICHT geliebt werden. Nicht so, wie es Eltern normalerweise tun, oder eben Großeltern, die man nur noch am Abend für ein paar stressige Augenblicke hat oder eben in den Ferien. Und wenn man richtig Pech hat, dann ist man ein Omegakind. Ein Kind, dass Aggressionen bei den Betreuern, Lehrer oder Ausbilder (ich scheue mich "Erzieher" zu schreiben) oder bei den anderen Kindern auslöst und dann eine wirklich harte Zeit durchmachen muss.

Sowas habe ich alles erlebt. Es gab bei uns in der Gruppe auch solche Omegakinder. In der Schule sowieso. Und keiner hat das unbeschädigt überstanden. Habe deren Lebensläufe ja mitbekommen.

Und heute wird das alles, diese frühkindliche Erziehungs-Scheisse, ich sag es mal so ganz deutlich, wiederholt und als Fortschritt angepriesen, damit die Familien endlich vollständig zerstört und die Kinder in Fremdbetreuung übergeben werden. Damit Zeit zum Arbeiten bleibt. Wieso ging es damals im Westen, dass ein ganz normaler Arbeiter eine Familie, ein Haus und ein Auto hatte, Frau zuhause, und heute nicht, obwohl wir um das 100-fache produktiver sind?

Wieso ist das nicht Thema im Wahlkampf?

Ich kann hier nur den Dr. Hans-Joachim Maaz, danken, der mir diesbezüglich nochmal die Augen geöffent hat.

Also wie immer: es war nicht alles schlecht, aber kein Kindergarten, keine Krippe kann die Mutter, die Oma, später den Vater und den Opa, sprich: die Familie, ersetzten. Und die Kinder spüren eben, dass sie nicht geliebt werden. Das spüren sie den Großteil des wachen Tages.

Und das setzt sich eben auch im Unterbewusstsein fest: ich werde nicht geliebt.

Das ist ja nichtmal eine Einbildung, sondern es ist ja tatsächlich so!

Und da die Eltern oft nur eine sehr begrenzte Zeit mit den Kindern verbringen, werden diese vermittelten Gefühle der Betreuer ebenfalls extrem wichtig für die Selbsteinschätzung des Kindes, ja, vielleicht sogar noch wichtiger, weil es eben die meiste Zeit des Tages, früher manchmal von 6.00Uhr früh bis 16.30Uhr / 17.00 Uhr, dort verbrachte.

Man kann eine Mutter und eine liebevolle Familie eben nicht ersetzten.

Umso tragischer ist es, was heute so abgeht. Die Megamschine zerstört eben auch hier alles. Das war alles im Osten damal schon Scheisse und im Westen eigentlich viel besser, aber jetzt wird dieser Irrsinn auch noch weiter ausgebaut. Man preist den damaligen Scheiss aus dem Osten heute als Fortschritt an. Für was? Wie immer: Auto, Haus, Flachbildschirm, Smartphone. Aber vor allem, um die Reichen noch reicher zu machen.

Denn eines muss man ja mal fragen: wenn wir heute 100mal produktiver sind als vor 30 oder 40 Jahren, wieso müssen wir dann immer mehr arbeiten, um zu überleben? Wer schöpft diesen Produktivitätszuwachs ab?

Ich habe mich jedenfalls gefragt, woher dieses Gefühl bei mir oft kommt, obwohl ich offensichtlich diese Liebe von meinen Eltern und meinen Großeltern bekomme habe. Dennoch hatte und habe ich oft dieses Gefühl. Und nun weiss ich woher das kommt... und das Schlimme: es ist nicht mal eine Einbildung, sondern es ist ja tatsächlich so.

Kinder sind für die Betreuuer, mögen sie noch so engagiert und geschult sein, eben der Job.

Das ist eigentlich eine unerträgliche Entwürdigung des Kindes, wenn man sich das genau überlegt.

2. Deine Bedürnisse, deine Eigenheiten, deine Besonderheiten, deine Sensibilität sind nicht wichtig und deswegen wird darauf keine oder wenig Rücksicht genommen.

In den staatlichen organisierten Betreuungseinrichtungen, mögen sie auch noch so witzige und lustige Namen tragen, ist eben kein Platz für eine Individualbetreuung. Schaut euch einfach mal hier die Gruppengrößen an. Da passiert es ZWANGSLÄUFIG das die einzelnen Kinder mit ihren Eigenheiten und individuellen Bedürfnissen unter gehen. Kinder passen sich da auch an, ganz klar, und es gibt sicherlich gute Kindergärten, aber wo herrscht denn diese oft intuitive und individuelle Betreuung, wie man sie bei der Mutter, zumal in ursprünglichen Gesellschaften findet? Schaut euch mal diese Bilder hier an: Klick.

Und wer ist nun wirklich rückständig?

Wisst ihr, ich glaube, die ganze Technik und diese ganze zivilisatorische Entwicklung bis hin zur arbeitsteiligen Industriegesellschaft führt immer wieder zur Entmenschlichung. Wenn man sich den Mensch mal anschaut, nackt, dann sieht man ein eher verletzliches und schönes Wesen. Aber ohne Klauen, Reißzähne, ohne Panzer. Und dann hat man den Krieg erfunden und die Menschen wieder mit Panzern, Klauen, Krallen, Zähnen, Giften, Stacheln und den dazugehörigen Denkmustern ausgestattet. Man hat den Mensch wieder zurück ins Tierreich gestoßen.

Und ähnlich sehen ich das mit der modernen Kinderbetreuung. Die Bilder aus Afrika, die ich oben verlinkt habe, zeigen das wahre Menschsein. Mutter, Kind, Tragetuch, Kontakt, Familie...

Und wir? Das: www.geo.de/reisen/community/bild/regular/275652/Kindergartengruppe-in-Montreal.jpg

An was erinnert euch das?

Ganz genau: i.ytimg.com/vi/knpehAWayrc/maxresdefault.jpg

Oder sogar an das: www.volkmar-naturfoto.de/Neue_Dateien/Bache-mit-12-Frischlingen.jpg

Wir sind auch hier wieder ins Tierische abgeglitten, haben ein Stück das Menschsein aufgegeben und sind wieder in Richtung Tier mutiert. Und die Frischlinge und Entenkücken haben es sogar noch gut, denn es ist ihre eigene Mutter, die sich um sie kümmert, nicht eine fremde Person.

Um wirklich Mensch zu sein, braucht es eben auch die entsprechenden Strukturen, und sowie man die verlässt, triftet man ins Tierische ab. Dann werden aus liebevollen, starken, aber nackten Männern wieder irgendwelche Monster mit Krallen, Panzern, Klauen, brutal und aggressiv und aus Kindern werden Frischlinge, die in der Gruppe betreut werden.

Und in solchen Strukturen ist es schlichtweg UNMÖGLICH auf jedes einzelne Kind so einzugehen, wie es eine Mutter in entsprechenden Strukturen machen würde. Es geht einfach nicht. Und so muss man eben als Kind lernen, dass die Bedürfnisse, die von einer Mutter entsprechend beantwortet und erfüllt worden wären, nicht erfüllt werden.

Und da das Kind das nicht rational einordnen kann, bleibt eben irgendwann der Eindruck zurück, dass diese Bedürfnisse nicht wichtig sind.

Und das geht weite rin der Schule, wo es dann nur noch um Leistung geht. Und setzt sich später in Ausbildung in Beruf fort.

Es ist alles so tragisch!

Aber man muss sich nur mal in die Rolle eines Kindergärtners / Lehrers, / Ausbilders hineinversetzten. Jeden Tag 10 und mehr Kinder im gleichen Alter. Und alle wollen so betreut werden wie vom eigenen Vater. Wie soll das gehen, ohne dass da Lücken aufgerissen werden, ohne dass da Bedürfnisse unerfüllt bleiben MÜSSEN?

Und die Kinder spüren das ja... und sie spüren auch, dass sie Anerkennung und Lob bekommen, wenn sie nun Leistung erbringen. Also lernen sie wie die Blöden (oder verweigern sich, gibts ja auch) und rackern später fleissig, egal wie das Wetter und die Gefühlslage ist.

Es gibt wohl nur eins: entweder macht man es richtig und lebt in den entsprechenden Strukturen, oder man geht rückwärts und produziert Menschen mit seelischen Mängeln. Darüber sollte sich auch jeder klar sein. Und vielleicht ist das auch der (unterbewusste?) Grund, wieso die Menschen im Westen immer weniger Kinder bekommen. Vielleicht wollen die Kinderseelen garnicht mehr in diese Strukturen geboren werden...wo man schon als Baby ein Kunde und Objekt zum Geld verdienen ist und später auf perfider Art und Weise zur Erbringung von maximaler Leistung manipuliert wird.

Denn wie es Maaz ja vollkommen richtig erkannte: derjenige, der eben innerseelische Mängel hat, der will das später kompensieren und ist dann oft bedingungslos leistungsbereit.

Das sind grundsätzliche Phänomene der modernen Gesellschaft, wo man sozusagen ne Nummer ist, einer in einer riesen Menge des Volkes kein Vergleich, wenn man in einer Sippe von nur 30 Personen leben würde.

Auch andere Rohies sehen das so.

3. Man wird nicht ernst genommen.

Etwas, was sich in meinem Leben ebenfalls spiegelt und wo ich mich immer gewundert habe, wieso das so ist. Es gibt hier auch den fließenden Übergang von Punkt 2 zu Punkt 3.

Nur ein Beispiel: ich bin bald 20 Jahre auf dem Rohkostweg. Überaus erfolgreich! Mache das zu 100% ohne Rückfälle, bin weder zu dünn, noch zu dick, also eigentlich ein Vorbild. Aber ich habe mitbekommen, dass ich wenig erreicht habe trotz Blog, Rohkostforum damals, Chat, Diskussionen.

Und oft habe ich mitbekommen, was mich wirklich sehr verwunderte: ich werde einfach nicht ernst genommen. Das ist mir schon so oft passiert, dass der Looser, der Blender und sogar der Trottel ernster genommen wurde als ich und das, was ich zu sagen hatte. Oft dachte ich, dass gibts doch nicht!

Aber auch hier liegt die Erklärung in der frühkindlichen Erziehung. Auch da ist war es üblich, dass die Kinder schlichtweg nicht ernst genommen wurden. Und dann kommt es genau zu solchen Überzeugungen im Unterbewussten, welche sich dann im Außen spiegeln. Aber nicht nur die Betreuer waren so drauf, auch die Eltern zum Teil, weil sie es so vermittelt bekommen hatten. Quasi als Tipp von den Erziehern an die jungen Mütter: ja nicht die Kindern zu sehr zu verwöhnen, all diese gestörten Meme, die man damals so verbreitete im Zuge der modernen Erziehungswissenschaft.

Und so habe ich das wirklich erlebt, dass das, was mir wichtig war und ist, einfach nicht respektiert oder ernstgenommen wird. Ich dachte da oft: das gibts doch nicht! Und oft bin ich auch mal laut geworden, um wenigstens so meinen Bedürfnisse und das was mir wichtig war und ist, wenigstens so Geltung zu verschaffen, aber grundsätzlich hat es sich immer wieder wiederholt.

Und auch da ist die frühkindliche Betreuung der Schlüssel zum Verständnis: in so größeren Gruppen kann man einfach nicht jedes Kind ernst nehmen. Oft haben Kinder ja einfach auch kleine Bedürfnisse, wollen kuscheln, wollen bei der Mutter sein, wollen spielen, haben Ängste, mal ein Wehwechen... und oft muss und musste eben auch eine gewisse Diszipin herrschen. Und dann gehen solche Bedürfnisse einfach auch unter.

Aber der Mensch ist eben genetisch auf eine intensive und liebevolle Betreuung im Kindesalter programmiert. Das erwarten Kinder. Und auch, dass sie ernst genommen werden. Dass das, was ihnen wichtig ist, auch ernst genommen wird. Sowas hat man ja, wenn man einfach mal mit einem Kind redet. Habe ich oft gemacht mit einer kleinen Freundin von mir. Mich mal hingesetzt und mir was mit ihr erzählt. Wie gehts? Was ist dir wichtig? Sowas... nachfragen, sich Zeit nehmen, sich mal drauf einlassen.

Nur, wie soll das in großen Gruppen gehen? Das geht nur in Gruppen, wo es mehr Erwachsene als Kinder gibt und die auch unterschiedlich alt sind.

In solchen Betreuungsstrukturen ist das sehr viel schwerer möglich und damals zu DDR Zeiten war es vielleicht sogar unüblich, sowas überhaupt zu erachten. Da ist es heute wahrscheinlichschon sehr viel besser geworden.

Aber in den 70ern waren das eben noch ander Zeiten. Da wurden Kinder und ihre Bedürfnisse, die ja individuell ganz verschieden sind, weitaus weniger respektiert. Sondern das war dann schon eher "drüber fahren" und eher so Einheitsbrei-Betreuung.

Aber wie es auch heute immer sein mag, DAS fällt doch auf. Schaut euch einfach die Abfolge der Bilder an, die ich einfach beispielhaft mal verlinkt habe (sind willkürlich ausgesucht, sollen nur eine Abfolge aufzeigen):

1. www.kiga-froschgruen.de/images/Team-KiGa-Krippe/krippe-Gruppe-2017-Startseite.jpg

2. www.wurzel-purzel.de/bilder/gruppe.jpg

3. www.lambarene.de/uploads/images/Klassen/Schuljahr%202011-12/Klasse%204/Klasse%204%20I.jpg

4. bscha.kunden.idowa.net/cms/upload/elze/Gruppenfotoreadyforlife_a.jpg

5. img.webme.com/pic/g/gebjg231/gruppenfoto.jpg

6. www.scheible.de/media/start_gruppenfotos/1280/008_mitarbeiterportrait_gruppenfoto.jpg

Was wir hier sehen ist die Abfolge immer der gleichen Struktur von frühester Kindheit an:

Eine Gruppe von Menschen und ein oder zwei autoritäre Peronen (Erzieher, Lehrer, Ausbilder, Offizier, Chef). Diese Struktur zieht sich von Kleinkind bis ins Rentenalter bei den meisten der Menschen. Und in ALLEN Gruppen finden sich die drei hier beschriebenen Effekt:

1. Man wird nicht geliebt.

Sondern man bekommt erst Betreuung, später Anerkennung, wenn man gute Leistungen bringt. Aber man wird nicht aufgrund der schlichten Existenz geliebt. Man wird nicht geliebt, einfach weil man DA ist. So wie es Eltern, Freunde, geliebte Menschen tun. Wie es in Kleingruppen und liebevollen Gruppen der Fall war.

2. Deine Bedürnisse, deine Eigenheiten, deine Besonderheiten, deine Sensibilität sind nicht wichtig und deswegen wird darauf keine oder wenig Rücksicht genommen.

Das geht in der Kindergrippe los, wird dann in der Schule (Lehrplan) nochmal intensiviert und zieht sich dann weit bis ins Berufsleben. Hier hat man nur hoffentlich gelernt, das zu akzeptieren und ist bereit, seine Aufgabe und seinen Job zu erledigen. Zu FUNKTIONIEREN. Egal ob man müde ist, oder mal keine Lust hat, ob man traurig ist, oder freudig, ob man lieber aus dem Fenster glotzen will oder vor sich hinträumen, ob man ein Bedürfnis nach Liebe und Nähe hat, oder was auch immer. Im Job ist dafür wenig Platz. Hier muss man im Rahmen der gesteckten Aufgaben funktionieren.

3. Man wird nicht ernst genommen.

Wieder fließender Übergang von 2.

Und was machen Menschen, die nicht ernst genommen werden? Sie nehmen sich auch selber nicht mehr ernst. Übergewicht, Stressfressen, Schlaflosigkeit, alles, was es so an Warnzeichen gibt, werden nicht oder oft erst zu spät wahrgenommen. Vorher übergeht man das und nimmt es nicht ernst. Dabei ist es ja das innere Kind, dass hier rebelliert und über solche Symptome in seinen Bedürfnissen ernst genommen werden will. Und da man das schon als Kind nicht bekommen hat, nimmt man das eigene innere Kind später auch nicht ernst, dass sich da über allerlei Beschwerden über den Ist-Zustand beschwert.

Aber das ist eben von Kindesbeinen auf so antrainiert.

Mann, ist das alles perfide!

Man kann einfach aus Menschen keine Ameisen oder Roboter machen.

Aber man versucht es einfach mit jeder Generation wieder.

Und das System macht da auch keine halben Sachen. Das sieht man, wie mit denen umgesprungen wird, die sich hier entsprechend positionieren. Wie eben damals die Eva Herrmann und andere, die eben auf die Wichtigkeit einer erfüllten und erfüllenden frühkindlichen Mutter-Kind-Familienbeziehung hinweisen. Oder die ihre Kinder selber unterrichten wollen.

Zu DDR Zeiten war das Ziel klar: das Kind den Familien entreissen, um den sozialitisch-mündigen Bürger zu schaffen. Gleichförmig gebildet, und leistungsbereit im Kampf um die Durchführung der Weltrevolution. Heute zieht man sich so bedingslos leistungsbereite Menschen heran, die eben dem System nützlicher sind als die, die wissen, wann genug genug ist.

Werden diese Arbeitsbienen krank, ja gut, dann dienen sie zum Geldverdienen in der Gesundheitsindustrie.

Vermehren sie sich nicht mehr ausreichend? Ja gut, dann werden sie ersetzt mit Menschen aus fernen Ländern.

Mann, ist das alles perfide!

Und das Smartphone ist wirklich das beste Instrument, um die Menschen abzulenken, so dass sie eben garnicht mehr mitbekommen, was ihnen fehlt, dass sie im Grunde an seelischen Mängeln und Krankheiten leiden, aber das durch solche Ablenkungspielerien wunderbar verdeckt wird.

Mir fällt gerade auf, dass mein ganzes Leben unter dem Zeichen der Rebllion gegen genau diese Zustände stand.

Als Kleinkind habe ich gegen die Kindergrippe rebelliert - ich habe permanent Krankheiten erschaffen, um da nicht hin zu müssen.

Als Kind im Kindergarten habe ich dagegen rebelliert, indem ich ein paarmal einfach abgehauen bin.

Als Schüler habe ich dagegen rebelliert, indem ich einfach oft geschwänzt habe, krank gemacht habe, irgendwann keine Hausaufgaben mehr machte und auch so nur das Nötigste hinlegte.

In der Ausbildung und später im Studium ging es, weil es meinen Bedürfnissen, Interessen und Zielen entgegen kam. Und da war ich dann auch richtig gut.

Im Job habe ich aber irgendwann gemerkt: jetzt biste wieder da, wo du angefangen hast. Zwang, Leistung, aber keine Liebe, Bedürfnisse sind vollkommen unwichtig, du musst funktionieren. Was dir wichtig ist, egal.. das muss jetzt erledigt werden... Und auch da: erst Rebellion, dann Flucht.

Und es werden ja immer mehr, denen es so geht und die versuchen, irgendwie auszusteigen, was nichts anderes heisst, als menschlicher zu leben. Oder viele werden einfach krank. Burn out, Depressionen, Fressen, Pornos, Herz-Kreislaufleiden... wir sind ja ein krankes Volk!

Und warum? Ja weil dieses System, genau wie das sozialistische, einfach unmenschlich ist!

Und daran wird es zerbrechen. Wie davor der Sozialismus. Nur ist jetzt die Fallhöhe sehr viel höher.

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