Was man vom Zen lernen kann

02.11.2017 20:12

Na ja, vom Zen-Buddhismus kann man natürlich ne Menge lernen, ganz klar. Aber ich möchte heute mal auf einen ganz besonderen Aspekt eingehen, der mir erst kürzlich so richtig klar geworden ist.

Als ich jünger war, fühlte ich mich irgendwie magisch vom Zen-Buddhismus angezogen. Ich las Bücher darüber, meditierte selber recht viel und spielte sogar mit dem Gedanken, in ein Zen-Klosten zu gehen. Im Grunde hat mich die da angebotene Reis-Gemüse-Kost aber abgeschreckt. Wenn das aber irgendwie eine rohe Geschichte gewesen wäre, wäre ich wohl tätsächlich nach Japan gegangen damals.

Heute weiß ich, dass viele Zenmeister und Schüler in Klöster gegangen sind, weil sie auch traumatische Erlebnisse in der Kindheit hatten und nun mittels Zen versuchten, sich wieder selber zu heilen. Zen ist also auch ein Weg der Selbstheilung, bis man am Ende hoffentlich wieder "normal" wird (nicht im Sinne des "normal", was man in der Gesellschaft so sieht, sondern wirklich "natürlich normal", also mit frei fliessenden Emotionen, Spontanität, Kreativität und Lebensfreude). Man hat mal das Leben vieler berühmter Zen-Meister untersucht und rausgefunden, dass die alle einen Knacks hatten und der Zen-Weg im Grunde aus einem inneren Bedürfnis nach Heilung eingeschlagen wurde. Wie es bei der Rohkosternährung zumeist ja auch der Fall ist.

Und nach Jahren der Praxis wird eben der Diamant so geschliffen, dass das Licht immer schöner durch ihn erstrahlt. Und so sollte es ja mit der Rohkost irgendwo auch sein, dass man mit der Zeit wieder "normal" wird.

Nur dazu ist eben auch eine entsprechende Praxis notwendig und das bringt mich zum eigentlichen Punkt, auf den ich zu sprechen kommen möchte: die Praxis.

Ich habe mitbekommen, dass viele Rohköstler, zumindest am Anfang und was auch ganz logisch ist, im Grunde aus sehr egoistischen Gründen Rohkost machen und wenn es da mal etwas klemmt, ein Puup verquere sitzt oder irgendwas im sozialen Bereich nicht passt, sie sofort wieder umfallen oder aber sich irgendwie in diese Grauzone des Halbrohen und An-Denaturierten flüchten. Ich möchte da die persönlichen Motive garnicht irgendwie in Frage stellen, aus einem gewissen Blickwinkel ist das je nach Fall alles nachvollziehbar.

Was mir aber auffällt: es dreht sich immer um die jeweiligen Befindlichkeiten desjenigen. Und nie wird auch nur ein Gedanke darauf verschwendet, wie es anderen Menschen damit geht.

Im Grunde ist es immer Ich, Ich, Ich.

Ich möchte damit nicht andeuten, dass jemand sich sklavisch zur Rohkost zwingen sollte, ganz im Gegenteil, aber mir ist wirklich aufgefallen, dass oft aus ganz kleinlichen egoitischen Gründen aufgegeben oder der letzte entscheidende Schritt nicht gemacht wird.

Im Zen (und im Christentum ja auch) kommen die Schüler ab einem gewissen Reifegrad zu der Einsicht, dass es sinnlos ist, nur für sich zu praktizieren. Ab einer gewissen geistigen Reife / Einsicht kommt der Praktizierende von ganz allein darauf, im Grunde für andere zu praktizieren. Und das ist dann nochmal ein richtiger Push! Und die Zen-Meister praktizieren im Grunde nur noch für die anderen Menschen / Wesen dieser Welt. Zu deren Befreiung.

Das muss man verstehen: ab einem gewissen Punkt tritt der egoistische Beweggrund zurück (Ich will gesund sein, sexy, schön, reich, berühmt), und man realisiert, dass man im starken Maß auch für andere praktiziert. Damit der ebenfalls "befreit" (ich weiss nicht, wie ich es anders ausdrücken soll, "energetisch angehoben"?, "gesundet"? .. was weiss ich..lol) werden kann.

Mir ist an mir aufgefallen, bzw. den Tag wurde es mir bewusst, dass ich mittlerweile auch "für andere" Rohkost praktiziere. Und nicht für für Menschen, sondern auch für alle Tiere und Pflanzen.

Ich will das erklären: wenn ich eine gute Praxis habe, dann hilft das auch anderen Menschen, über das "Intra-Sein", also der Verbindung zwischen den Menschen, dem "Eins-Sein" oder den "morphologischen Feldern", aber auch ganz schnöde und schlicht in der persönlichen Begegnung.

Ich finde es super, wenn sich Menschen auf mich verlassen können, dass ich nicht heimlich was nasche oder unehrlich bin, sondern dass sie sich drauf verlassen können, dass ich wirklich auch das mache, was ich sage oder hier schreibe.

Mir ist schon lange bewusst geworden, dass andere Menschen, die Rohkost gut praktizieren, für mich eine besondere Energiequelle darstellen. Nicht jeder und nicht immer, aber grundsätzlich schon. Mir ist aber nie bewusst geworden, dass auch ich im Gegenzug für diese Menschen eine Energiequelle darstelle. Auch nicht für jeden und nicht immer, aber grundsätzlich schon.

Und dann wurde mir bewusst, wie wichtig meine eigene Rohkostpraxis eigentlich ist. Und meine kleinen egoistischen Befindlichkeiten traten zumindest in dem Punkt zurück und mir wurde bewusst, dass es ganz wichtig auch für andere Menschen ist, dass ich gut und richtig Rohkost praktiziere.

Damit helfe ich auch anderen Menschen.

Nun ist Rohkost irgendwie "mein Weg". Oder "unser Weg", wenn ich die Leser hier mal mit einbeziehe. Hätte auch Zen sein können, oder der Weg Jesu. Aber welchen Weg man auch einschlägt und wählt, oder wo man hingeleitet wird, ab einem gewissen Punkt lässt man von seinen kleinen egoistischen Befindlichkeiten los und fängt an, für den NÄCHSTEN zu praktizieren. Im Grunde ist das irgendwie auch gelebte Nächstenliebe, weil man, wenn ich so rumschludere und nicht so richtig aus den Pötten komme, dem anderen auch irgendwie energetisch beraube. Zumindest, wenn ich mich erst irgendwie präsentiere, mich in irgendwelche Gruppen einbringe und Freundschaften entstehen.

Aber gut, dass ist eben auch eine Erkenntnis, die muss in jedem selber reifen.

Und wenn man es genau betrachtet, ist Rohkost auch ein Weg der Befreiung anderer Menschen, der Tiere und der Pflanzen. Denn mit der Rohkost kommen ja viele andere Sachen in Bewegung und man geht im Grunde hin in Richtung Paradies, wo eben alles am richtigen Platz ist und "Gott", im Sinne von "Liebe", "Energie", "Magie", "Erleuchtung" wieder "anwesend" ist.

Das ist es ja, was überall vermisst wird und wieso die Menschen so leiden.

Zusammenfassend kann man sagen: JEDER Praktizierende ist unglaublich wichtig und auch eine Energiequelle / Unterstützung / Inspiration für andere!

Und jeder, der wieder "in den Kochtopf" fällt, nimmt den anderen irgendwie Energie. Lässt sie einsamer zurück.

Ich glaube, das ist vielen einfach gar nicht bewusst, wenn sie, wie gesagt zumeist aus egozentrischen Gründen, wieder zurück in den Kochtopf plumpsen.

Ich möchte zur Verdeutlichung vielleicht noch Folgendes anmerken: früher im Rohkostchat herrschte oft eine ganz besondere Energie. Eine rohe Energie eben. Wie soll ichs anders nennen? Wenn man in eine Kneipe geht, herrscht da auch ne Art Kneipen-Energie, im Fitnesstudio dito.. überall, wo Menschen zusammen kommen, gibt es eine entsprechende "Energie". Und die da war eben "roh".

Und diese Energie wurde gespeist durch die Anwesenden. Auf den Treffen ja dito. Sie entseht, wenn Menschen zusammen kommen. Und umso besser die Praxis der einzelnen Menschen ist, desto erfüllender und ja... natürlicher... ist diese Energie. Davon werden oft auch Menschen angezogen, die selber garnicht von der Kochkost lassen können, aber sie spüren diese Energie und fühlen sich davon angezogen.

Aber diese Energie gibt es eben nur, wenn viele Menschen auch einigermassen gut praktizieren. Und dann sind sie auch eine energetische "Nahrung" für andere.

Nochmal: JEDER ist wichtig!

Deswegen ist es oft richtig tragisch, wenn man hört, dass irgendwer wieder "rückfällig" geworden ist (Aus welchen Gründen auch immer, spielt im Grunde keine Rolle. Nur das was ist zählt.). Und oft trennen sich dann auch die Wege.

Derjenige hat zumeist nicht erkannt, wie wichtig er war.

Deswegen hier nochmal in aller Deutlichkeit: nicht was ich mache ist wichtig, sondern was DU machst! Nicht ich bin wichtig, sondern DU bist wichtig!!!

Du bist der wichtigste Mensch, denn ohne dich, ohne DEINE Praxis kann nichts Neues entstehen. Ohne DICH und deine Praxis sind alle anderen einsamer, mehr alleine, bekommen weniger Energie.

DU bist der wichtigste Mensch im Universum!

DEINE Praxis ZÄHLT!!!

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