Was man von Veganern, Zen-Meistern und Aktivisten lernen kann

16.01.2015 23:34

Mir ist immer wieder aufgefallen, dass viele Menschen über die Jahre wieder in den Kochtopf abgetaucht sind, oder sich in die zweilichtige Welt der halbrohen Produkte begeben haben. Ich habe mich immer gefragt, wieso dies geschieht, stellt die Rohkost bei allen "Problemen" doch ein ungeheuer spannendes Experiment dar. Dann wurde mir bewusst, was mich immer wieder "bei der Stange gahlten hat":

1. Experimentierfreude: sprich, das Ganze ist ein wundervolles Experiment, dass so spannend ist und auf dessen Verlauf und Ausgang ich so gespannt bin, dass ich ich "mein Labor", also meine Rohkostpraxis, nicht verlassen möchte. Das ist eines der größten Motivationen, jeden Tag wieder roh zu leben, Änderungen vorzunehmen, mich zu hinterfragen, dabei zu bleiben, trotz der "Versuchungen" des Alltags. "Nein danke!" kommt vor diesem Hintergrund ganz leicht über die Lippen.

2. Mit seinen Gefühlen und Überzeugungen im Einklang sein: Dies hat mich dazu geführt, im Laufe meiner Rohkostjahre den Fokus immer mehr auf selbstangebaute, selbstgesammelte oder regional erzeugte Produkte zu legen. Es klappt noch nicht 100%ig, aber der Weg ist vorgezeichnet. Es fühlt sich für mich einfach richtig an, diesen Weg zu gehen und mich dem anzuvertrauen.

3. Für andere praktizieren. Dieser Punkt ist auch sehr wichtig. Und wird bisher in der Diskussion fast nie beleuchtet! Wer nur für sich Rohkost praktiziert, wird wohl auch schlussendlich scheitern. Es bedarf einer Praxis, die an- und eingebunden ist in etwas Größeres also man selber ist, in größere Zusammenhänge und dem leben größere Dimensionen verleiht. Dies kann zusätzliche Kräfte mobilisieren. Der Buddhist praktiziert zur Befreihung aller Wesen, der Veganer ißt vegan, um andere Lebewesen vermeindliches Leiden zu ersparen, der Aktivist stellt sein Handeln in den Dienst einer größeren Sache. Alle handeln wir immer zuerst egoistisch, aus egoistischen Gründen, aber wenn man beginnt, auch für andere zu praktizieren, dann geht man über diese egoistischen Ziele hinaus und verbindet sich mit etwas Größerem.

Das halte ich für eine sehr wichtige Erkenntnis! Burger meinte, dass die Meta die Motivation für die Instincto sei. Nicht umgekehrt. Und da hat er Recht. Die Rohkost ist nicht nur dazu da, gesund zu sein und gesund zu machen, nicht nur dazu da, gut scheissen zu können, oder entspannt zu schlafen, sondern auch, um für andere Menschen ein Quell der Energie und der Lebens- und Liebesenergie zu sein. Das muss man verstehen! Es reicht nicht, ein bisschen roh zu essen und sich in seiner kleinen Welt wohl zu fühlen. Rohkost ist auch Heilung der Erde. Eingebettet sein in größere Naturgesetzte, anders sein zum Zwecke einer echten Veränderung.

Wenn man das versteht, dass man Rohkost auch praktiziert, damit andere Rohköstler in Verbindung mit dieser lebendigen Kraft kommen können, damit andere auch diesen "reine" Energie spüren, damit andere auch "genährt" werden, dann fällt es leichter, ja es verbietet sich gradezu, wieder "rückfällig" zu werden. So wie zwei andere Rohkstler meinen Solarplexus erfüllen, so brauchen sie mich, um erfüllt zu sein! Wenn ich mich mit zwielichtigen Produkten versorge ode rückfällig werde, beraube ich dann nicht auch andere Menschen? Raube ich ihnen nicht die möglichkei, im Solarplexus erfüllt zu sein und in Verbindung mit dieser "rohen" also unverfälschten Lebensenergie zu kommen?

Man muss das wirklich verstehen: eine gute Praxis ist nicht nur für einen selbst wichtig, sondern auch essentiell für andere!!! Damit auch der andere nicht einsam ist, damit auch der andere im Solarplexus erfüllt ist, damit auch der andere heilen kann.

Eine ausgeglichene und vernünftig praktizierte Rohkost ist also nicht nur für einen selber nährend und heilend, sondern auch für andere. Ich hatte in meinem rohen Leben wundervollste Begenungen voller Liebe, Magie, Heilung und gesteigerter geistiger Fähigkeiten. Und immer war dies mit anderen Rohies der Fall. Hier sieht man wie fundamental wichtig es ist, dass man auch über die eigene egoistische Praxis hinauskommt und sich bewusst wird, dass man auch für andere praktiziert. Und über das "Intrasein" hilft meine Praxis auch anderen, ihre Praxis zu verbessern, denn alles Reden ist nur eitles Geschwätz, nur was man TUT ist wirklich wichtig. Praktizieren, damit niemand alleine sein muss. Wo soll denn das Göttliche, wo die Liebe entstehen, wenn nicht zwischen den Menschen?

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