Wenn einer eine Reise tut - Teil III - Elne

15.02.2020 11:00

Weiter gehts mit meinem kleinen Reisebericht.

1. Ich hatte ja schon geschrieben, dass die Umgebung von Mas Depres einiges an kulturellen Sehenswürdigkeiten zu bieten hat und eins davon ist die Stadt Elne mit ihrer schönen Altstadt und Kirche selber:

Alle Infos finden sich auch auf Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Elne

Die Anhöhe von Elne, auf dessen Kuppe heute das ehemalige bischöfliche Kloster liegt, und seine umgebende Landschaft war nach archäologischen Forschungen seit dem Neolithikum bewohnt. Als älteste Siedlung des Roussillon beherrschte es die Ebene und den Verbindungsweg zwischen dem unteren Languedoc (frz. Basse Languedoc) und Katalonien. Es lag nahe genug an der Küste, um den Seeweg zu kontrollieren, dennoch weit genug im Landesinneren, um vor Überraschungsangriffen von See her sicher zu sein. Viele Völker hinterließen hier bei der Überquerung der Pyrenäen zu oder von der iberischen Halbinsel ihre Spuren. Die Stadt „Illiberi“ wurde von vielen antiken Schriftstellern bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. als bewohnt erwähnt. Der Ortsname hat iberische Ursprünge und bedeutet „neue Stadt“ (baskisch iri + berri). Ob die von Herodot (2,33) im 5. Jahrhundert vor Chr. erwähnte Stadt (polis) „Pyrene“ mit Elne zu identifizieren ist, ist zweifelhaft.

Nach Titus Livius (21,24) schlug Hannibal 218 v. Chr. nahe der Stadt „Illiberis“ im Zusammenhang mit seinen Verhandlungen über einen freien Durchzug sein Lager auf.

Im 1. Jahrhundert v. Chr. litt das bis dahin offensichtlich stattliche „Illiberis“ unter der Konkurrenz der herangewachsenen antiken Stadt „Ruscino“ (Namensgeber des Roussillon), die zwischen dem heutigen Perpignan und dem Mittelmeer lag, und war „nicht mehr als eine bescheidener Überrest einer einstmals großen Stadt“.

Im 4. Jahrhundert n. Chr. hatte sie ihren Glanz wieder zurückerlangt. Dies ist unter anderem auf die Förderung Kaiser Konstantins zurückzuführen, der der Stadt den Namen seiner Mutter, der hl. Helena übertragen hatte, die dann „Helena“ oder „Castrum Helenae“ hieß, was auf einen befestigten Ort hindeutet.[1] In den Mauern dieser Stadt wurde Helenas Enkel Constans 350 von Kriegern im Dienst des Usurpators Magnentius ermordet.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert und der fränkischen Invasion (nach 507, Schlacht von Vouillé) wurde Elne im 6. Jahrhundert eine der letzten Bastionen der Westgoten und Sitz eines Bistums, das es bis 1602 blieb. Als die Mauren 719 die Pyrenäen überquerten, war Elne eine der ersten Städte, die sie angriffen. Auch unter den wiederholten Befreiungsversuchen durch Pippin den Kurzen hatte Elne sehr zu leiden. Umso mehr wurde die Wiederherstellung der Sicherheit durch die Franken und Karl den Großen begrüßt.

Als die Grafen des Roussillon Unabhängigkeit erlangten, wurde Perpignan die Hauptstadt ihres Reiches, Elne blieb Sitz des Bischofs.

Als die Kathedrale 1069 geweiht wurde, ersetzte sie eine ältere Kirche. Zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert vollendeten die Domherren den Kreuzgang. 1285 wurde die Stadt unter der Herrschaft der Grafen von Barcelona geplündert, die Kathedrale in Brand gesetzt und die Menschen, die draußen Zuflucht gefunden hatten, von den französischen Truppen von Philipp dem Kühnen massakriert.

1472 revoltierten die Einwohner von Elne gegen die französische Herrschaft. Die Stadt wurde erneut besiegt, erobert und ihr Hauptmann, Bernat d'Oms, 1474 enthauptet. 1493 gelangte Elne gemeinsam mit dem ganzen Roussillon wieder zurück zum Katalanisch-Aragonesischen Königreich.

Nach 200-jährigem beständigem Wechsel kam 1602 der Bischofssitz nach Perpignan. 1641 erlitt Elne erneut einen Sieg der Franzosen und kam 1659 im Pyrenäenfrieden unter die Herrschaft Ludwigs XIV. Seitdem wandelte sich Elne zu einer Agrarstadt, die trotz ihrer wiederholten Zerstörungen durch ihre verschiedenen Invasoren ein Zeugnis ihrer vergangenen Größe blieb.

Im 20. Jahrhundert hinterließen ein Bildhauer und ein Maler ihre bleibenden Eindrücke: Aristide Maillol und Étienne Terrus. La Pomone von Maillol dient als Kriegsmahnmal. Das Atelier von Terrus, in dem Henri Matisse und André Derain zu Gast waren, brachte die Bewegung des Fauvismus hervor.

Schönes kleines Städtchen mit vielen interessanten Ecken und Ansichten. Hier eine kleine Fotoreise durch Elne:

Blick auf Letour-Bas-Elne, wo auch Mas Depres liegt.

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