Wir haben ein Problem...

09.12.2019 23:45

Im Vortrag über die digitale Demenz zeigte Manfred Spitzer auch ein Cover einer bekannten Zeitschrift. Nun kann man eigentlich annehmen, dass das irgendwo eine seriöse Zeitschrift ist, schließlich sagen sie über sich selber, dass sie ein Reportermagazin sind. Sprich, man kann davon ausgehen, dass hier auch Wahrheiten transportiert werden. Nun war der Spitzer ja sehr deutlich in seiner Kritik und meinte, dass das reines Lobbytum sei, wenn da bestimmte Artikel zum Thema Digitalisierung kommen.

Jetzt habe ich bei Spektrum der Wissenschaft folgenden Artikel gefunden, der Böses erahnen lässt:

www.spektrum.de/news/experten-fordern-radikalen-wandel/1690276

Experten fordern radikalen Wandel

Alle fünf Jahre legt die Europäische Umweltagentur einen umfassenden Bericht vor. Die aktuelle Ausgabe geht mit Politik und Entscheidungsträgern hart ins Gericht.

Also das große Problem, dass es heute gibt, ist, dass niemand mehr weiss, was ist jetzt echtes Handlungsbedarf und wo geht es um Ideologien, um Durchsetzung irgendwelcher Agenden, die eben wieder die Freiheit der Menschen bedrohen. Das ist heute ein großes Problem. Man weiß nicht mehr, wem man vertrauen kann.

Dann kommt der radikale Wandel und plötzlich merkt man, dass man in der kalten Bude hockt und hungert.

Politiker und Entscheidungsträger müssten die kommenden zehn Jahre daher unbedingt für einen radikalen Strukturwandel nutzen, so die EUA.

Also mir läufts immer kalt den Rücken runter, wenn Politiker irgendwelche radikalen Sachen machen sollen.

Wieso gibt es da nie wirklich breite Diskussionen, bis runter auf Gemeindeebene, wo man Ideen entwickeln und umsetzen kann?

Dennoch ist aus Sicht der EUA eine ganze Reihe von Maßnahmen nötig, um der Herausforderung durch Klimawandel und andere Umweltprobleme zu begegnen. So müssten sich insbesondere die Bereiche Energie, Mobilität, Wohnen und Ernährung grundlegend verändern.

Was heisst es, wenn sich zum Beispiel das Wohnen grundlegend ändern soll?

Bisher hapere es auch bei der Umsetzung bestehender EU-Richtlinien in den Nationalstaaten (...)

Ein Grund, wieso die Briten für den Brexit gestimmt haben, war der Fakt, dass die Gesetze mittlerweile zumeist von der EU-Kommission kommen, die nicht mal ansatzweise demokratisch legitimiert wird. Die jetzige EU-Else ist ja da das beste Beispiel dieser Farce. Die erlassen dann Gesetze, die dann in nationales Recht umgesetzt werden muss. Vollkommen ohne demokratische Debatte.

Und von denen wünscht man sich radikale Entscheidungen?

Was mir auch auffällt: es wird nicht nur die Klimapolitik kritisiert, auch andere Bereiche haben viele Mängel. Ich hatte hier im Blog ja mal auf den Bericht des Bundesumweltamtes zur Lage der europarechtlich geschützten Lebensräume und Arten verlinkt.

Aber nur bei der Klimapolitik gehen die so richtig ans Eingemachte und fordern radikale Maßnahmen. Wieso nicht beim Naturschutz? Beim Gewässerschutz? Beim Schutz der Böden? Bei den Chemikalien? Da ist nicht die Rede von radikalen Maßnahmen.

Nur beim Klimaschutz wird da so richtig getrommelt. Also genau bei dem Thema, wo man nicht mal wirklich viel machen kann und wo man bis heute nicht weiß, wie da die Maßnahmen überhaupt wirken. Das kann man nämlich garnicht abschätzen, was es bringt.

Man füttert da Modelle mit und die spucken Ergebnisse aus und je weiter man in die ZUkunft schaut, desto unsicherer werden die Prognosen. Wenn man Pech hat, erschafft man eine neue Eiszeit in 200 Jahren... das sind nichtlinear-chaotische Systeme. Extrem viele Variablen, Rückkopplungen, Überlagerungseffekte, die sich nicht wirklich berechnen lassen.

Jetzt wirds nochmal richtig spannend:

www.deutschlandfunk.de/bericht-der-europaeischen-umweltagentur-koordinator.697.de.html?dram:article_id=464997

Fecke: Welche Rolle spielt der Klimawandel bei der Zerstörung der bestimmten und auch seltenen Lebensräume und bei der Artenvielfalt?

Lung: Der Klimawandel spielt natürlich eine entscheidende Rolle, ist einer der Hauptfaktoren, der dazu beiträgt, dass bestimmte andere Faktoren, die sich negativ auf Artenvielfalt und generell auf Ökosysteme auswirken, noch verstärkt werden.

Das stimmt so einfach nicht! Das ist pure Propaganda! Also ich bin regelrecht erbost, wie hier mal wieder mit dem Naturschutz Politik gemacht werden soll. Die meisten Lebensraumtypen, die wir schützen, sind KULTURbiotope wie Wiesen, Heiden, Trockenrasen, Teiche und auch die meisten Wälder, die ja immer auch bewirtschaftet wurden. Das größte Problem ist hier die Nutzung, der Stoffeintrag, die oft nur kleinen Areale, oft mangelnde oder falsche Bewirtschaftung, dazu eben die Landwirtschaft und die Forstwirtschaft, die monetäre Interessen haben. Und auch die Wasserkraft macht enormen Schaden in den Fließgewässersystemen. Es gibt einen Grund, wieso es keine Lachse mehr gibt.

Das hier der Klimawandel die entscheidente Rolle spielt, ist Fake News. Jeder seriöse Biologe würde das als letztes und kleinstes Problem ansehen und: wenn die Flüsse, die Böden, die Lebensräume und Arten in einem guten Zustand wären, quasi fit und gesund sind, können sie auch mit dem Klimawandel, wie auch immer der aussieht, besser mithalten.

Wenn ich vor einer Feuchtwiese stehe und sehe, dass die nicht richtig genutzt wird und deswegen verbuscht und verfilzt, dass der Wasserhaushalt gestört ist durch Abgrabungen usw, dann kann ich nicht sagen, der Klimawandel ist hier das Entscheidende. Das ist richtiggehend unseriös.

Und wir wissen bis heute nicht, was der Ausbau der Windkraft für Einfluß hat...

Also ich sehe das hier so, dass der Naturschutz mal wieder dafür herhalten muss, dass andere Ziele umgesetzt werden sollen. So wie viele Bürgerinitiativen plötzlich ihre Liebe für Fledermäuse entdecken, wenn sie merken, dass man damit bestimmte Projekte verhindern kann.

Jetzt will man etwas Radikales umsetzen. Und wieder muss der Naturschutz dafür herhalten.

Das machen wir auch sehr klar im Umweltbericht, dass Europa zwar mittelfristig bis 2020 seine Klimaziele erreichen wird, aber langfristig ganz erhebliche Anstrengungen erforderlich sind, fundamentale Änderungen erforderlich sind, um die Klimaziele langfristig bis 2030 beziehungsweise 2050 zu erreichen.

Diese Klimaziele sind nur mit massivsten Einschnitten in alle Lebensbereiche möglich.

Und genau das fordert man jetzt auch:

Lung: Der Bericht fordert zu einem radikalen Strukturwandel auf in den wichtigsten Produktions- und Konsumsystemen, speziell im Bereich Energie, im Bereich Mobilität, Ernährung, Bauen und Wohnen. Wir müssen unsere Investitionen ändern, ganz massiv in erneuerbare Energien investieren, und gleichzeitig die Förderung von beispielsweise fossilen Brennstoffen nach Möglichkeit sofort stoppen.

(...)

Und auch in der Bevölkerung müssen Lebensstile überdacht werden.

Also das die jetzige Gesellschaft einen Konsumdachschaden hat... muss man nicht weiter ausführen. Aber wieso wird nie wirklich diskutiert, wie wir den Wandel hinkriegen, wie das überhaupt bewerkstelligt werden kann? Wohin es überhaupt gehen soll... Ulrike Herrmann sagte mal: wir fahren mit Vollgas gegen die Wand, aber niemand erforscht den Bremsweg.

Wie will man da eine Wachstumswirtschaft beibehalten? Wie genau soll da Wohnen, Bauen, Mobilität aussehen? Wieso sagt das keiner mal? Was machen wir da mit den Banken, wenn plötzlich alles schrumpft?

Wieso haben wir tausende Wirtschaftswissenschaftler, aber KEINER, kein einziger erforscht, wie wir vom jetzigen System zu einer anderen Form kommen, die nachhaltiger ist? Das sind doch immense Aufgaben...da müsste man doch viel Grips zusammenpacken und da forschen. Macht aber anscheinend keiner. Die Ulrike Herrmann hat das ja recht klar dargelegt.

Und wieso hat man dann, um die Wirtschaft anzukurbeln und auch in Zukunft Wachstum zu generieren, so viele Menschen aus anderen Ländern importiert? Jetzt plötzlich müssen wir aber alle den Gürtel enger schnallen und uns massiv einschränken?

Wie passt denn das zusammen?

Es hieß doch, dass die Migration Zukunft sichert, Wachstum generiert, die Renten nur so zu bezahlen sind... wieso klärt diese Widersprüche niemand auf?

Fecke: Ein Thema, das wir hier ständig ansprechen: Fleischkonsum, Massentierhaltung. Die Agrarpolitik spielt auch oft eine Rolle. Wie steht denn Deutschland eigentlich insgesamt im Vergleich da?

Lung: Deutschland steht insgesamt bei vielen der Indikatoren im Bericht im Mittelfeld. Es gibt einige Bereiche, in denen Deutschland ganz schlecht abschneidet, beispielsweise was Wasser-Ökosysteme angeht, auch Landversiegelung, neue Flächen, die für Straßenbau und andere Dinge verwendet werden. Etwas besser sieht es aus im Bereich Luftverschmutzung. Beispielsweise hat Deutschland seine Emissionen im Industriebereich stark reduziert. Auch bei Recycling ist Deutschland recht gut, wobei natürlich auch da nicht alles …

In Deutschland hocken 82 Millionen Menschen. Wir waren dabei zu schrumpfen. Das wollte man nicht. Also hat man die Bevölkerung eben aufgefüllt. Und da ist es eben klar, dass immer mehr gebaut wird, dass immer mehr Verkehrsflächen benötigt werden, dass die Landwirtschaft nur intensiv betrieben werden kann, dass es Massentierhaltung braucht.

Es gab mal eine Zeit, da wurde Deutschland rein ökologisch ernährt. Das war so bis vor dem zweiten Weltkrieg. Aber da hatten die 80 Millionen eben Platz bis Ostpreußen und ein Hauptgrund für den Eroberungszug gen Russland waren die Eroberung neuer Ackerflächen. Nannte sich Lebensraum im Osten.

Statt also die Schrumpfung zu managen, hat man in endloser Gier Menschen aus Syrien und anderen Ländern geraubt, jetzt soll aber alles schrumpfen?

Das Ganze ist eine Fakenummer.

Was mich persönlich stört: ich habe ja nun jahrelang in der Ökobranche gearbeitet und es erstaunt, wie wenig da eigentlich umgesetzt wird an Maßnahmen. Also im Vergleich zu den Geldern, die in andere Bereiche fließen. Dabei braucht es da nicht viel. Vieles muss man einfach in Ruhe lassen, den Rest einfach richtig nutzen. Das wars schon. Oder auch bei der Gewässerrenaturierung: da gab es vor Jahren einen Beschluß der Kultusminister, dass mehr Retentionsraum geschaffen werden soll, weil eben die Dämme die Hochwässer ja erst erzeugen. Große Presse. Als es dann an die konkreten Planungen ging, war von Retentionsraum keine Rede mehr. Viel zu konfliktträchtig. Bauernaufstand. Also hat man nur geplant, die Dämme zu verbreitern und zu erhöhen.

Nur einen Damm hat man etwas verlegt, da gabs aber riesen Presse.

Also wie gesagt, man könnte sovielen Arten und Lebensräumen morgen helfen, wenn man es wollte. Macht man aber nicht. Nun aber das große Klimarettungsprogramm...

Wieso investiert man nicht erstmal Gelder in den Naturschutz? So dass man die Gewässer, die Arten und Lebensräume wieder in den guten Zustand bringt, statt das so dahinlaufen zu lassen, aber nun das Klima zu retten?

Wieso rettet man nicht erstmal simple Sachen wie die Obstalleen? Hier gab es früher alte Äpfelbäume über 6 Kilometer beidseits der Straße bis in die Nachbarorte. 12 Kilometer Äpfel. Dazu viele Kirschen, Birnen, allerlei Pflaumen und Mirabellen an den Feldwegen. Kilometerweise hochstämmiges Obst. Jetzt stehen da Birken, Ahorn und Zieräpfel. Vollkommen nutzlos. Wieso keine alten Obstsorten anbauen und diese bei Trockenheit einfach auch mal bewässern?

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass da andere Ziele verfolgt werden sollen.

Heute hat jemand ein Zitat von Mark Twain gepostet:

Manchmal frage ich mich, ob die Welt von einigen Klugen regiert wird, die uns für dumm verkaufen wollen, oder von einigen Dummen, die ernsthaft reden.

Ja.. das ist die Frage.

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