Wir vertrocknen

18.05.2016 18:42

Alles neu macht der Mai heisst es und normalerweise ist der Mai tatsächlich der schönste Monat, weil alles blüht, sattgrün ist und die Natur wieder zu üppiger Pracht erwacht. Nicht so 2016 (und auch schon ähnlich, aber weniger dramatisch, 2015). Aber schauen wir erstmal, was das Internet ausspuckt:

Das Klima in Dornbock ist gemäßigt, aber warm. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge in Dornbock. Selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt in Dornbock im Jahresdurchschnitt bei 9.1 °C. 488 mm Niederschlag fallen im Durchschnitt innerhalb eines Jahres.

Klimadiagramm, Dornbock

Am wenigsten Niederschlag gibt es im Monat Februar. Die Niederschlagsmenge im Februar beträgt 29 mm. Im Gegensatz dazu ist der Juni der niederschlagsreichste Monat des Jahres mit 61 mm Niederschlag.

Am wärmsten ist es im Monat Juli. Es werden dann durchschnittliche Temperaturen von 18.2 °C erreicht. Im Januar ist die durchschnittliche Temperatur mit 0.2 °C die niedrigste des ganzen Jahres. Die Differenz der Niederschläge zwischen dem niederschlagsärmsten Monat und dem niederschlagsreichsten Monat beträgt 32 mm. Die durchschnittlichen Temperaturen schwanken im Jahresverlauf um 18.0 °C.

de.climate-data.org/location/896329/

Soviel die Theorie. Die Praxis: April 20mm Regen, statt über 35. Mai bisher 3(!!!) mm. Und so sieht die Natur auch aus. Da ist nichts von wegen sattgrün. Alles irgendwie hängend, stumpf und gelbgrün gefärbt. "Alles notreif", meinte meine Mutter. Und zum Wochenende dann bis zu 30°C. Das ist dann der Härtetest. Wenn es so weitergeht, wird das wirklich noch Steppe.

Irgendwas läuft da nicht mehr so, wie es laufen sollte. Klar, Extremjahre gibt es immer und in den gemäßigten Breiten ist das Wetter auch etwas chaotischer als am Äquator, da kommts mal so oder mal so, aber es scheint sich ein Trend abzuzeichnen, dass die Frühjahre zunehmend trockener werden. Und dann wirds gleich wieder heiß und es gibt Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturm. Es wird irgendwie alles immer extremer.

Hier noch das gleiche Ergebnis für Berlin: wetterkanal.kachelmannwetter.com/viel-zu-trockener-mai-bisher-in-berlin/

Für den Garten heißt das, dass es gerade vollkommen sinnlos ist, etwas zu säen. Und das man das was schon aufgegangen ist, öfters beregnen muss. Sonst wird das alles nichts. Wollte ja Mais und Erbsen drillen, aber da warte ich noch. Die Körner liegen dann ja nur sinnlos in der trockenen Erde.

Ja, man ist wieder ganz nah dran an der Natur, wenn man sich für einen Garten entscheidet und man kann sich auch mal vorstellen, wie es ist, wenn man davon richtig abhängig wäre. So wie heute noch viele Menschen in allen Teilen der Welt von ihrer direkten Umgebung abhängig sind. Und ist das nicht irgendwie abartig? Der reiche Norden verursacht aller Wahrscheinlichkeit den Klimawandel, kann die Probleme aber einfach dadurch lösen, dass er durch Transport die Lebensmittel rankarrt, während die armen Südländer die Folgen knallhart zu spüren bekommen. 

Na gut, es ist so wie es ist. Aber irgendwas läuft gehörig schief.

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