Zitat Erich Fromm

21.02.2017 20:11

"Die Normalsten sind die Kränkesten. Und die Kranken sind die Gesündesten. Das klingt geistreich oder vielleicht zugespitzt. Aber es ist mir ganz ernst damit, es ist nicht eine witzige Formel. Der Mensch, der krank ist, der zeigt, daß bei ihm gewisse menschliche Dinge noch nicht so unterdrückt sind, daß sie in Konflikt kommen mit den Mustern der Kultur und daß sie dadurch, durch diese Friktion, Symptome erzeugen. Das Symptom ist ja wie der Schmerz nur ein Anzeichen, daß etwas nicht stimmt. Glücklich der, der ein Symptom hat. Wie glücklich der, der einen Schmerz hat, wenn ihm etwas fehlt! Wir wissen ja: Wenn der Mensch keine Schmerzen empfinden würde, wäre er in einer sehr gefährlichen Lage. Aber sehr viele Menschen, das heißt, die Normalen, sind so angepaßt, die haben so alles, was ihr eigen ist, verlassen, die sind so entfremdet, so instrumente-, so roboterhaft geworden, daß sie schon gar keinen Konflikt mehr empfinden. Das heißt, ihr wirkliches Gefühl, ihre Liebe, ihr Haß, das ist schon so verdrängt oder sogar so verkümmert, daß sie das Bild einer chronischen leichten Schizophrenie geben." - Erich Fromm (Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe)

Ich sag ja immer: die Toten merken nichts mehr. Und je lebendiger man wird, desto mehr reagiert man auf die ganzen Verrücktheiten.

Ist ja in der Rohkost auch so, je besser die Praxis, desto sensibler und fühlsamer wird man. Und man reagiert natürlich zunehmend sensibler auf viele Sachen, die andere Menschen einfach nicht merken, spüren oder auf die sie nicht mehr reagieren.

Aber schon interesant, wenn das mal jemand so klar ausdrückt.

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