Zukunftstechnologien voran!

15.03.2019 19:39

Also wenn man mal genau hinschaut, dann sieht man schon, dass trotz aller Versprechen (oder sollte man sagen Lügen) es am Ende immer auf mehr Stromverbrauch, mehr Ressourcen, mehr Stress, kompliziertere Gesetze und überhaupt auf ein MEHR hinausläuft. Das ist anscheinend auch beim Ausbau von 5G der Fall. Klar, in bestimmten Bereichen wird immer mal was eingespart, aber in der Gesamtbetrachtung geht es immer um MEHR.

Die Folgen der industriellen Produktion, des Wachstumswahns und des Hyperkonsums lassen Meeresspiegel ansteigen, verknappen das Wasser, trocknen Äcker und rotten Arten aus und entziehen der Existenz der Menschheit die Grundlage. Die Konzentration der Treibhausgase Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid in der Atmosphäre hatte 2017 einen Rekordanstieg. Um diesen Anstieg zu stoppen, sind auch die Städte gefordert.

www.kontextwochenzeitung.de/debatte/411/digital-first-planet-second-5716.html#

Gerade die Städte.

Aber wie ich jetzt gelesen habe, müssen für den 5G-Ausbau auch viele Bäume umgehackt werden, dabei wäre die Begrünung der Städte ja ausserordentlich wichtig, gerade auch vor dem Hintergrund des letzten Sommers. Bäume wirken ja ausgleichend und kühlen im Sommer.

Anscheinend muss man für die störungsfreie Übertragung der elektromagnetischen Strahlung aber Störquellen wie Bäume beseitigen.

Man darf sich eben nicht veräppeln lassen: hinter der vorgegaukelten schönen neuen Hochglanzwelt steht schlicht und ergreifend reine Gier und nackte Sucht. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Das sieht man, wie boshaft plötzlich die Sprecheinheiten werden, die vorab nur Zuckerwatte aus ihren Mündern absonderten.

Die Smart City, die komplett vernetzte Stadt, wird als Teil der Lösung präsentiert. Sie sei der Schritt zur intelligenten, ökologischen Stadt. Weil man in ihr Daten von allen Vorgängen habe, könne man in allen Bereichen nachhaltig planen, vor allem Rohstoffe und Energie einsparen.

Wird sich wieder als Unfug und Verkaufsschwindelei entlarven.

Die nüchterne Analyse der ökologischen Folgen ergibt allerdings: Die Smart City wird zum Teil des Problems. Millionen neuer Geräte werden gebraucht, um der Industrie 4.0, der Smart City, dem Smart Home, der Smart School oder dem autonomen Fahren den Weg zu ebnen. Und die Aussicht auf Wirtschaftswachstum verstellt wie so oft den Blick auf die notwendige Technikfolgenabschätzung.

Schaut man sich mal die Phasen der Alkoholkrankheit als Beispiel für eine schwere Suchterkrankung an, dann liest man da Folgendes:

1. Ohne Alkohol fällt es Ihnen schwerer, Spaß zu haben oder dich zu entspannen.

So geht es unserer Gesellschaft heute mit dem Internet, Fernseher, dem ganzen Klimbim. Ohne diese Sachen fällt es gerade jüngeren Menschen immer schwerer, Spaß zu haben und sich zu entspannen.

3. Sie fragen sich, wo Sie den nächsten Drink herbekommen könnten und machen Unternehmungen mit Freunden, der Familie oder mit Arbeitskollegen davon abhängig, ob Sie dabei Alkohol trinken können.

Das ist der Ausbau der 5G - Geschichte. Woher soll weiteres Wirtschaftswachstum kommen? Migranten kann man nicht unbegrenzt reinlassen und sie hier zum konsumieren "anstellen", irgendwann muckt dann doch mal die Urbevölkerung. Also braucht es große Projekte, mit viel Investitionsvolumen und technologischem Ausbau. Das ist dann der nächste Schluck aus der großen Pulle! Und da trampeln die Süchtigen schon mit den Füßen. Wann gehts endlich los?

4. Sie trinken aus Gewohnheit und wenn Sie einmal angefangen haben, können Sie nur schwer aufhören.

Wir alle haben uns an den Zins, an den Zinseszins und an den Zwang zu noch mehr Wachstum gewöhnt. Und jetzt können wir nicht mehr aufhören. Geht nicht! Es geht nur immer MEHR. Mal relaxen, dass Erreichte erhalten und pflegen, mehr Beziehungen, bessere Gesundheit, besserer Sex, liebevollere Gemeinschaften, mehr Spiritualität, also Abbau des Egos... dafür ist zunehmend weniger Platz.

Also im Grunde wird das Leben immer mehr aus dem Leben der Menschen verdrängt.

Wir kriegen immer weniger Kinder. Kinder sind ja irgendwo DAS LEBEN. Das Leben drückt sich ja auch auf der Ebene der Fortpflanzung aus und in den Kindern wird jedesmal das volle Leben sichtbar. Und dafür ist immer weniger Platz.

Man ist mit dem Generieren von sinnlosem Wachstum beschäftigt.

5. Wenn Sie nach einer durchzechten Nacht aufwachen, möchten Sie am liebsten gleich weiter trinken.

Kann man für jeden sagen, der Aktiengewinne realisiert hat. Wird hier exzellent parodiert, aber darum gehts: immer wieder re-investieren und re-investieren und re-investieren.. weil es Junkies sind.

7. Ihr Alkoholkonsum löst Ängste, alkoholbedingte Depressionen und Selbstmordgedanken in Ihnen aus.

Depressionen und Ängste... genau das wird dann auf die Menschen übertragen, wenn die sich mal gegen Neuerungen wehren. Wie wurden damals die Leute beschimpft, als man die Gentechnik nicht haben wollte. Wie wurden die Atomkraftgegner beschimpft oder jetzt die Gegner von 5G.

Und immer wird mit dem Zusammenbruch der Wirtschaft argumentiert, mit dem Verlust von Arbeitsplätzen, mit...

Dahinter steht eben die Angst, den nächsten Schuss, den nächsten großen Schluck aus der Pulle nicht zu bekommen.

Der Maaz hat das ja klar gesagt: Weil wir Süchtige sind.

8. Sie leiden unter körperlichen Entzugssymptomen wie Schwitzen, Zittern oder Übelkeit und Sie können diese Symptome nur durch den Konsum von Alkohol abstellen.

Bankenkrise 2008. Das war ein kollektives Zittern, Schwitzen, vielen wurde sehr schlecht und nur weil der Staat oder die Staaten Billionen ins System gepumpt haben, ging es dem Patienten wieder besser.

Da war ein ganzes System plötzlich auf Entzug.

9. Einige Ihrer Angehörigen haben bereits Bedenken zu Ihrem Alkoholkonsum geäußert.

Das sind dann Leute wie Maaz oder im ganz Kleinen auch der Blog hier.

10. Sie erzählen Ihren Angehörigen nicht, wie viel Sie wirklich trinken.

Auch interessant! Denn kaum einer spricht über seine Gewinne, über sein Gehalt, über seinen Konsum. Das wird alles schon versucht zu verbergen.

11. Sie gehen Risiken ein - und fahren beispielsweise betrunken oder leicht angetrunken Auto.

5G -  die Risiken werden komplett ausgeblendet und, siehe zitierten Artikel im Beitrag von vorgestern, zum Teil einfach übergangen.

 13. Sie versuchen, Ihre Alkoholfahne durch Kaugummi oder Mundsprays zu verbergen.

Es wird immer schwerer, die Symptome der Sucht zu verbergen. Immer mehr bröckelt der Lack ab und die Sucht und die nackte Gier kommen zum Vorschein. Die Fassade wird immer rissiger und darunter kommt der nackte und verzweifelte und gierige Mensch zum Vorschein, der nach MEHR WACHSTUM, nach Suchtbefriedigung giert.

www.merkur.de/leben/gesundheit/diese-anzeichen-verraten-viel-alkohol-trinken-zr-8288091.html

Fundierte Einwände gegen die Folgen der Digitalisierung, etwa gesundheitliche Risiken, eine autoritäre, die Totalüberwachung möglich machende Technik und letztlich ein unverantwortbarer zusätzlicher Energie- und Rohstoffverbrauch, werden eher als Randnotiz denn als Gefahr wahrgenommen. Die zukünftige smarte Lebensführung wird als revolutionär angepriesen, die nackten Verbrauchsparameter allerdings treiben jedem umweltbesorgten Menschen die Schweißperlen auf die Stirn.

Es geht eben nicht "weniger". Das gibt es nicht. Es geht immer nur MEHR. Und genau deswegen wird das ja gemacht! Um ein MEHR zu generieren. Alles andere sind Verkaufstricks.

Von 2006 bis 2021 hat sich Deutschland ein 75 000 Quadratkilometer großes Tiefseeareal im äquatornahen Nord-Pazifik gesichert, den sogenannten Manganknollengürtel zwischen Hawaii und Mexiko. Hinzu käme das 18. Bundesland im Indischen Ozean mit 10 000 Quadratkilometern, für das Deutschland von 2015 bis 2030 Abbaurechte an Massivsulfiden hat. Bei beiden zielt man darauf ab, in Tiefen von bis 6000 Metern Rohstoffe wie Kupfer, Nickel und Kobalt in gigantischen Mengen (25 bis 40 Milliarden Tonnen) gewinnen zu können. Der Rohstoffhunger der gesamten Welt macht auch vor den entlegensten Winkeln der Erde nicht Halt, und noch bevor diese wenig erforschten Naturräume wissenschaftlich verstanden sind, fallen sie riesigen Explorationsmaschinen zum Opfer.

Das erinnert mich so an den Film Avatar, wo der Minenboss der Forscherin sagte: Hier, das bezahlt den ganzen Spaß, auch ihre Forschungen! Und nur deswegen sind wir hier!

Wir greifen eben immer tiefer in das Naturgefüge ein und in die lebendigen Abläufe dieses Organismus Erde. Und wir feiern die Umwandlung in sinnlosen Technikkram dann als Erfolg. Dabei kommen wir bis heute nicht mal mit den Autos richtig klar, bis heute haben wir jedes Jahr tausende Tote, wir haben nicht mal die Erfindung des Bürostuhls und des Bildschirms verkraftet, der macht uns zu Hunderttausenden krank, oft Rückenschmerzen. Und das Smartphone ist nicht mal ansatzweise beherrschbar geworden. Das Ding beherrscht "uns".

Und noch bevor wir die bisherigen "Errungenschaften" verdaut und verkraftet und gelernt haben, damit umzugehen, schon kommt der nächste Brocken. Das geht so schnell, dass keine Zeit zur Anpassung und zum Erlernen eines sinnvollen Umgangs damit bleibt.

Im Grunde haben wir uns noch nicht mal wirklich an die Sesshaftigkeit gewöhnt, geschweige denn wirklich an Milch und Weizen, die bis heute oft krank machend sind und das gibts hier schon 7.500 Jahre und noch immer kommen wir darauf nicht wirklich klar.

Dieses System des Wachstumszwanges macht alles zur Gegenwart. Alles muss sofort realisiert werden, nichts dürfen zukünftige Generationen entdecken und entwickeln. Alles muss in die Gegenwart gezerrt werden, um JETZT damit mehr Wachstum zu generieren.

Nichts wird sorgfältig geprüft, abgeschätzt, ausprobiert, vielleicht auch verworfen und nie wird gesagt, das ist Mist, das schaffen wir wieder ab. Oder nur wenn wir dies oder jenes verbessern, ist es tauglich.

Es wird einfach "auf den Markt" gekippt und die negativen Folgen jucken dann nicht mehr.

"Die Verfügbarkeit von Rohstoffen wird zu einer zentralen Herausforderung für das Industrieland Deutschland. Nur mit High- Tech-Rohstoffen werde es Zukunftstechnologien 'made in Germany' geben, erklärte BDI-Präsident Dieter Kempf." Das ist Lobbyismus in Reinkultur, ohne Vertretung von Umweltorganisationen oder der Betroffenen der Abbaugebiete.

Der Tumor braucht Gewebe zum Wachsen. Anders gehts nicht.

Zukunftstechnologien. Das hat man über das Smartphone auch schon gesagt. Das ist dann das Ergebnis: www.ovb-online.de/bilder/2018/01/22/9549286/123537757-d70b1669-d365-4fd1-bdaa-27183ccc05ab-2qa7.jpg

Fragt je jemand, ob wir diese Zukunft überhaupt wollen? Wird je breit über Alternativen diskutiert? Wird je etwas anderes als erstrebenswert dargestellt als mehr Technologie und techisches Wachstum?

Vielleicht wollen die Menschen ja mal mehr Zeit für sich? Mal mehr Zeit für erfüllende Beziehungen, für mehr Liebe und Lebendigkeit, für mehr guten Sex und Erotik. Für mehr eigenes Schaffen, statt nur noch Rädchen zu sein.

Es wird immer so gemacht, als ob die Zukunftstechnologie unbedingt notwendig wäre. Klar, sind sie, aber nicht für die Meisten. Wie viele sind nun dem Smartphone verfallen und bei wie vielen spielt das Ding schon eine kontrollierende und vielleicht sogar beziehungsstörende Rolle. Ist im Grunde also destruktiv?

Es wird da immer mit der Angst gearbeitet, entweder es kommt so, wie wir wollen, oder morgen gehts dann den Bach runter. Na ja, aber wenn es stimmt, dass auch die elektromagnetische Funkstrahlung Erstarrungserscheinungen in der Atmossphäre erzeugt, wird die Zukunft eh nicht lustig werden.

Und mal ehrlich: wer will schon in einer Zukuft leben, wo alles und jeder kontrolliert wird und alles maximal verstrahlt ist?

Wieso reden wir nie über Gärten? Permakultur und Gemeinschaften als wirklich nachhaltige Zukunftstechnologien?

Fast alle der im Einzelnen genannten Rohstoffe spielen für die Digitalisierung eine zentrale Rolle: Antimon, Baryt, Beryllium, Borat, Bismut, Kobalt, Kokskohle, Flussspat, Gallium, Germanium, Hafnium, Helium, Indium, Magnesium, Natürlicher Grafit, Naturkautschuk, Niob, Phosphorit, Phosphor, Scandium, Siliciummetall, Tantal, Wolfram, Vanadium. Metalle der Platingruppe: Iridium, Platin, Rhodium, Ruthenium, Palladium. Hinzu kommen leichte- und schwere Seltene Erden.

Vor allem bei Lithium, leichten und schweren Seltenen Erden oder bei Tantal übersteigt der zukünftige Bedarf die heutigen Fördermengen um etwa das Dreifache. Bei diesen Stoffen schlägt sich die (noch) geringe Recyclingquote auf die primäre und damit maximal umweltschädliche Entnahmemenge und -form nieder.

Zusammen mit Silber, Kupfer, Aluminium, Zinn, Wolfram, Platin, Indium und Gallium sind damit auch schon die wesentlichen Bausteine der Industrie 4.0 mit ihren Zukunftstechnologien genannt. Unmengen an neuen Sensoren, Displays, Mikrochips, Radio-Frequency-Identification (RFID)-Systeme und die dafür notwendigen verbindenden Lote (Legierungen) werden gebraucht.

Na ja, es ist absurd, da von "mehr Ökologie" zu sprechen. Das ist nur ein Verkaufsargument. Es muss immer wachsen und dazu braucht man eben jetzt immer mehr dieser aufgezählten Rohstoffe. Da wird rein garnichts ökologischer. Im Gegenteil. Man wird alles rauskratzen aus der Erdkruste, was irgendwie rauszukratzen geht und dann nach uns die Sintflut!

Was ich so absurd finde: was wir für Aufwand betreiben und wenn man dann schaut, dann sind auch jetzt schon die Läden voll mit Krempel und wir machen so, also wir das nun unbedingt zum Leben bräuchten, ansonsten müssen wir alle verhungern. Und dabei sind jetzt schon die Läden voll bis oben hin.

Das ist so ein absurder Wachstumswahn.

Die Einzigen, die das brauchen, sind die Primärzellen in den Zentren der Stadt-Metastasen: die Banken. Die brauchen das.. die brauchen das Wachstum, um zu überleben. Die Menschen brauchen das nicht. Millionen von Menschen, die bis heute einigermaßen in Harmonie mit ihrer Umwelt leben, bezeugen das. Der Mensch kann hervorragend mit wenig auskommen. Was Gutes zu Essen, Dach überm Kopf und viel gute Gemeinschaft .. und schon ist man satt und glücklich. Der Rest stört dann nur.

Also muss man unbedingt verhindern, dass der Mensch sich je daran erinnert, was er WIRKLICH braucht und man muss ihm suggerieren, dass er das braucht, was im Grunde nur die Banken und Spekulanten brauchen.

Und dafür wird ein riesiger Aufwand betrieben. Nennt sich Werbung.

Und das will man am Liebsten verdecken:

Es sind nicht nur die ökologischen Schäden. Die sozialen Auswirkungen für die in den Fördergebieten und Minen arbeitenden Menschen sind alles andere als menschenwürdig. (...) "Auch im Osten der rohstoffreichen Demokratischen Republik Kongo herrscht Gewalt. Milizen, Rebellen, Banditen, Armee und Polizei kämpfen gegeneinander. Den Milizen geht es zumeist um die Kontrolle über die reichen Bodenschätze der Region. Insgesamt sind rund 4,5 Millionen Menschen innerhalb des afrikanischen Staates auf der Flucht. Knapp 700 000 flüchteten ins Ausland."

Zum Thema Peter Scholl-Latour. Afrikanische Totenklage.

Es sind die immer gleichen Auswirkungen des Rohstoffabbaus: schlechte Arbeitsbedingungen, viel Leid durch mangelnde Nahrungs-, Gesundheits- oder Bildungsversorgung, rücksichtslose Naturzerstörung und in der Folge Entzug von Lebensgrundlagen für Mensch, Tier und Pflanzen, weit über die eigentlichen Abbaugebiete hinaus.

Na ja, es geht den Menschen dort so, wie es den Tieren und Pflanzen in der Massentierhaltung hier geht: schlecht. Es wird rausgepresst, was geht. Sonst wirds teuer und man hat die Menschen ja in Richtung "Geiz ist geil!" erzogen. Mehr noch, nachhaltige Produkte sind teurer und haben, sonst können sie nur an die allergrößten Idealisten verklauft werden, geringere Gewinnspannen.

Und nur mit der Ausbeutung lassen sich Billigprodukte herstellen und nur weil es Billigprodukte gibt, kann man wieder HIER die Löhne drücken. Wer sich noch mit 1.000€ netto mit Essen und sogar einem Smartphone versorgen kann, dem muss man nicht mehr Geld zahlen, damit er nachhaltigen und fair gehandelte Waren konsumieren kann. Will man, dass das konsumiert wird, dann müsste man den ganzen Menschen, die da im Niedriglohnsektor arbeiten, deutlich mehr Geld zahlen.

Also nur weil es die Ausbeutung von Menschen, Tieren und Pflanzen bis zum Exzess gibt, können die ganzen Menschen ab untere Mittelschicht überhaupt mit solchen Produkten "abgespeist" werden. Ansonsten wären es absolute Luxusprodukte. Was die Fairtraid- und die Bioprodukte ja für viele mittlerweile sind.

Es gibt kaum konfliktfreie Mineralien beziehungsweise Abbaugebiete. Dies musste der holländische Hersteller des Fairphones bei seinem Mobiltelefon einschränkend zu bedenken geben. Derzeit stecken immerhin die vier fair gewonnenen Mineralien Zinn, Wolfram, Tantal und Gold im nachhaltigsten Smartphone, das es derzeit zu kaufen gibt.

Ein Anfang. Aber wie gesagt, wenn man alles fair und ökologisch und nachhaltig produzieren würde, mit fairen Löhnen und Gesundheitsversorgung, Wiederaufforstung und Renaturierung, Umweltauflagen und Partizipation der Bevölkerung am erwirtschafteten Erfolg, dann würden die Produkte wohl so teuer, dass sie für Millionen Menschen hier nicht mehr bezahlbar wären. Egal um welches Produkt es sich da handelt.

Das geht nur, weil die Produkte von den wirklichen Kosten entkoppelt wurden. Wenn da mal eine Lithummine ausgebeutet ist, dann bleibt die liegen. Da wird wahrscheinlich nichts renaturiert oder saniert. Genau wie hier eben alle die Grundwasserreinigung bezahlen müssen, statt das die Verursacher das tragen.

Erfüllen sich alle Wünsche der Wirtschaft zur Digitalisierung, stehen uns massiv wachsende Stromverbräuche ins Haus. So wird der globale Stromverbrauch der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) von aktuell ca. 2300 Terawattstunden (TWh) bis zum Jahr 2030 auf etwa 8000 TWh taxiert.

Na ja, und das alles aus Erneuerbaren natürlich. Also wir kommen zunehmend in den Bereich der Absurditäten.

Aber auch hier sieht man wieder: es geht nur um ein MEHR. Um nichts anderes. Wachstumsimpulse auch für die Energieerzeuger.

Wenn sich allerdings die Rechnerleistung pro kWh alle 1,5 Jahre verdoppelt, gleichzeitig aber immer mehr Geräte produziert und genutzt werden und dabei deren verbaute Prozessorleistung stark ansteigt, verpufft das Einsparpotenzial. Bis 2020 werden ca. 32 Milliarden Dinge über das Internet vernetzt sein. Dieser Datenaustausch trägt zum jährlichen 20-prozentigen Datenwachstum bei und wird auch den Energieverbrauch drastisch steigern.

Unterm Strich steht also trotz versprochener Einsparungen wieder das "MEHR". Wieso wundert mich das nicht?

Wir kommen langsam in Bereiche, wo nach anfänglichen Verbesserungen des Lebens, ich meine, wer will auf fließendes Wasser und Strom verzichten, es immer mehr auf Kosten des Lebens selber geht. Wenn wir ganze Generationen von Handysüchtigen einfach so hinnehmen, 30% chronisch kranke Kinder, zunehmende Gewalt und Messerattacken, wenn wir zunehmend die Kleinsten opfern, indem wir sie in die Kitas stecken, wo sie fremdbetreut werden, also wenn es zunehmend zu Lasten einer gesunden Entwicklung und zu Lasten der LEBENDIGKEIT von Mensch und Natur geht, dann ist doch dieses ganze Wachstum nichts wert.

Das ist doch ein Schnulliwachstum! Eine Art Masturbation. Ein "Sich einen Abwichsen" an den neuen technischen Spielereien und den sich daraus ergebenden Gewinnen, statt echter, erfüllender Sexualität und Liebe.

Die ganzen "Zukunftstechnologien" erfüllen und verbessert doch das Leben nicht mehr.

Einen Fingerzeig, woher die zunehmenden Datenmengen kommen, liefern die Verkaufszahlen von Endgeräten. 2016 wurden in Deutschland mehr als 20 Millionen Smartphones verkauft, Erlöse aus hochwertigen Flachbildfernsehern hatten rund 300 Prozent Zuwachsraten, Wearables wie Fitnesstracker oder Smartwatches spülten gut 80 Prozent mehr in die Händlerkassen. Da nehmen sich die 25 Prozent Steigerung beim Verkauf von hochwertigen (smarten) Home-Audiosystemen fast schon bescheiden aus. Dabei stützen sich die immer effizienteren Geräte wie bereits erwähnt nicht selten auf Rechenkapazität, Speicherplatz und Dienstleistungsangebote aus der Cloud im Hyperscale-Rechenzentrum. Der ausgewiesene (verhältnismäßig geringe) Energieverbrauch des genutzten Gerätes verschleiert deshalb die Gesamtbilanz benötigter Ressourcen- und Energiequellen im Hintergrund.

Und dann wird man auch noch rundumüberwacht und die Daten werden gehandelt und irgendwann muss man sich, um überhaupt noch am Leben teilhaben zu können, solchen Krempel kaufen.

Den Vogel als Energietreiber schlechthin schießen aber Blockchain-Anwendungen mit einer Proof-of-Work-Absicherung ab, wie sie beispielsweise bei der Kryptowährung Bitcoin zum Einsatz kommen. Eine einzige Transaktion zieht 500 kWh Stromverbrauch nach sich. Deshalb trauen die Autoren eines Artikels in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Nature Climate Change" Bitcoin alleine das Potenzial für eine Erderwärmung über das Zwei-Grad-Ziel hinaus zu.

Absurd. Eine digitale Währung.

So wird auch der Gesamtstromverbrauch nicht fallen, wenn für die neue 5G-Technik der mobilfunkgestützten Datenübertragung nur noch ein Tausendstel Stromverbrauch pro Byte veranschlagt wird, das System gleichzeitig aber auf die Kommunikation von 100 Milliarden Geräten ausgelegt ist und 2050 ca. 50 Milliarden solch vernetzter Geräte in Interaktion erwartet werden.

Auch materiell stehen alle Signale auf Mehrverbrauch. Elektroschrott hat seit 2015 um fast ein Viertel, der Verpackungsmüll, angeheizt durch Lieferdienste, seit 1990 um 40 Prozent zugelegt. Die Online-Handelsplattform Ebay verzeichnet seit 2008 einen Rückgang des Gebrauchtwarenanteils am Gesamtangebot von 50 Prozent auf nur noch 20 Prozent in 2016. Das Volumen des Online-Handels in Deutschland ist seit 2010 von 20 Milliarden auf 49 Milliarden Euro im Jahr 2017 hochgeschnellt. Eine Dematerialisierung der Wirtschaft in Folge der angestrebten Industrie 4.0, Smart City, Smart Home etc. zeichnet sich nirgendwo ab. Aber der ausgelegte Köder wird begierig verbreitet.

Also wie ich vermutet habe. Im Endeffekt geht es in allen Bereichen um ein Noch Mehr.

Na gut, wie solls auch anders sein. Wirtschaftskrebs eben. Schrumpfung ist da nicht angelegt. Das bräuchte es aber, um den Gesamtorganismus zu entlasten. Der Organismus Erde muss ja sowohl das Gewebe für das Wachstums dieses "Wirtschaftstumors" hergeben, nennt sich Rohstoffabbau, und auch die Energie muss aus dem Organismus Erde bezogen werden. Und auch erneuerbare Energien sind Eingriffe in den Fluss des Lebens.

Fazit:

Die Grundzüge der Digitalisierung weisen in eine Zukunft des Mehrverbrauchs, Mehrkonsums, steigenden Wachstums. Vermeintlich bequem, zeitgemäß, eben smart, lenkt der massenhafte, zum Zwang werdende Austausch von Daten vom eigentlich zu lösenden Problem ab: der drastischen Reduzierung von Rohstoff- und Energieverbräuchen. Die Digitalisierung in all ihren Facetten wird hierzu keinen Beitrag leisten. Zumindest so lange nicht, wie sie der etablierten Wachstums- und Profitlogik folgt.

Wie zu erwarten war.

Im Grunde gehts darum:

eoimages.gsfc.nasa.gov/images/imagerecords/57000/57723/globe_east_540.jpg

Können wir sie erhalten, das LEBEN wieder zulassen? Die Wüsten wieder begrünen? Die breiten sich eh immer weiter aus. Den Fluss des Lebens zulassen? Die Flüsse wieder revitalisieren? Die Tiere und Pflanzen erhalten und in Harmonie mit dem Heimatplanten kommen, oder nicht?

Das ist die große Frage.

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