Arten und Artensterben

08.05.2019 15:01

Also so ein Dreckswetter bisher im Mai. Brrr... viel zu kalt, vor allem die Nächte und wieder viel zu trocken. Na ja, was will man machen?

Der Danisch hat mal in seinem Blog sinngemäß geschrieben, dass er keine Lösungen anbietet, weil das nicht seine Aufgabe ist, sondern:

Die Linken machen restlos alles kaputt. Und ich schreibe darüber. Fertig. Mehr ist nicht (mehr).

Ich finde das immer etwas kurios, wenn man so die Linken schreibt, oder woanders die Rechten, weil ich das eigentlich für infantilen Kinderkram halte. Ich sehe da immer den Maaz vor mir, wie der in Bautzen abgegangen ist:

www.youtube.com/watch?v=CF32CpEqwkE&t=3222s

Als Ökologe, Naturschützer, Gärtner, naturverbundener Mensch sehe ich die Probleme von einer etwas höheren Warte und, immer vorausgesetzt, die Meldungen stimmen, dann kann einem hier Angst und Bange werden, wenn man die Lage betrachtet.

Der Blog hier ist auch sowas wie: Die Menschen machen restlos alles kaputt und ich schreibe darüber. Aber im Gegensatz zum guten Hadmut will ich immer wieder auch Lösungen, Lösungsansätze und Ideen in die Weiten des Netzes stellen, weil ich denke, dass es diese Lösungen und Auswege gibt. Und ich will auch meine eigene schuldhafte Beteiligung nicht leugnen. Auch ich verursache Plastikmüll und verbrauche Öl zum Heizen. Es bringt also nichts, alle Schuld nur bei anderen zu sehen.

Aber man kann eben das Konto so weit es geht auch positiv gestalten.

Bei den Lösungen halte ich die Rohkosternährung für eine enorm wichtige Sache, dazu eben die bioenergetische Arbeit nach Wilhelm Reich, Permakultur usw.. Ich denke, dass das die Samen sind, aus denen man für zukünftige Generationen ein natürlicheres Leben erwachsen kann.

Und ja, es gehört auch dazu, immer wieder auch den Dreck zu sehen, der gerade überall angespült wird. Wie diese Meldung:

https://www.deutschlandfunk.de/uno-bericht-eine-million-tier-und-pflanzenarten-vom.2932.de.html?drn:news_id=1004273

 Nach dem in Paris vorgestellten Bericht des Welt-Biodiversitätsrats droht bis zu einer Million von insgesamt rund acht Millionen Arten die Ausrottung. Viele könnten bereits in den kommenden Jahrzehnten verschwinden. Die Menschheit lösche global die Basis ihrer Volkswirtschaften, Nahrungsmittelsicherheit und Lebensqualität aus, sagte der Vorsitzende der UNO-Organisation, Watson. Die Wissenschaftler fordern in dem Bericht „tiefgreifende Änderungen“ beim Naturschutz, bei der Landwirtschaft und beim Konsum. Bundesumweltministerin Schulze sprach von einem Weckruf.

Nun muss m Nun muss man fairerweise sagen, dass es solche Meldungen mindestens so lange gibt, wie ich bewusst denken kann. Seit Kindesbeinen höre ich immer wieder solche Schreckensmeldungen, jede Natursendung der 1980er Jahre schloss mit mahnenden und warnenden Worten und doch ist die Liste der wirklich ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten dann doch relativ kurz.

Die der Säuger findet sich hier: de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_neuzeitlich_ausgestorbenen_S%C3%A4ugetiere

Schaut man sich das mal an, dann sind es nur eine handvoll Arten, die in den letzten 20 Jahren wirklich ausgestorben sind. Und dann auch oft auf Inseln, wo es eben generell ein höheres Aussterberisiko gibt, eben weil oft Rückzugsgebiete fehlen und Störungen auf oft auch nur kleine Populationen einen enormen Einfluss haben.

Siehe auch hier: de.wikipedia.org/wiki/Liste_ausgestorbener_Tiere_und_Pflanzen

Also jede Art ist ein Verlust, aber verglichen mit den Warnrufen ist es doch relativ übersichtlich, was schlussendlich wirklich ausgestorben ist.

Das Problem sind auch nicht die generellen Aussterbeereignisse, sondern die LOKALEN Aussterbeprozesse. Sprich, es verschwinden immer mehr Arten aus Gebieten, in denen sie bisher lebten und Populationen werden immer kleiner, überleben nur in Randgebieten, Restwäldern, auf Bergen usw..

DAS ist das große Problem!

Dass die Natur immer weiter zurückgedrängt wird und es zum Verschwinden von Teilpopulationen und somit zu genetischen Flaschenhalseffekten kommt. Wie der Bär oder der Wolf in Deutschland. Diese Arten gab es noch irgendwo in den rumänischen Karpaten, gelten, bzw. galten aber in weiten Teilen Europas als lokal ausgestorben.

Und genau diese lokalen Aussterbeprozesse, die sind enorm und gehen wirklich rasant von vonstatten. Und die Ursache ist eben der Mensch. Alle wollen essen, trinken, leben, Geld verdienen... einem Mädel imponieren mit Erfolg und materiellem Reichtum und Wohlstand.

Und die Frauen nehmen gerne die Männer, die erfolgreich sind in diesem System. Und so kommt es da zu einer sich immer wieder neu aufschaukelnden Spirale der Wohlstandsmehrung. Der Wohlstand schaukelt sich da quasi immer mehr hoch weltweit.

Und Wohlstand bedeutet eben auch Energiehunger, Luxusprodukte, Auto.. oder was auch immer in der jeweiligen Kultur gerade in ist.

Gestern habe ich bei Radio Emergency Nr. 55 gehört, dass die deutschen Bauern keine Frauen mehr finden, weil keine diese Arbeit mehr machen will und viele sich nun eine Frau aus Polen suchen, weil die noch gewohnt sind, anzupacken.

Man sieht also hier ganz deutlich auch die Präferenzen in der Partnerwahl. Bauer, Landwirt, zupacken, arbeiten... das will keine mehr. Die Lösung vieler Probleme liegt aber genau da: wieder mehr selber machen, wieder selber gärtnern, ackern, anbauen. Und das eben soweit es geht biologisch-ökologisch im Sinne von entsprechenden Qualitätsstandards. Weil biologisch-ökologisch ist im engeren Wortsinn ja alles.

Was kaum einer weiß: den Peak der Biodiversität der Gefäßpflanzen gab es in Deutschland um das Jahr 1850. Da wurden durch die extensive Landwirtschaft, die eben auch harte Arbeit bedeutete, so viele Nischen geschaffen, dass für viele Tier- und Pflanzenarten Platz war wie nie zuvor. Man gehe nur mal die Liste der ganzen unterschiedlichen Wiesenarten durch, die eben durch extensive Nutzung entstanden.

Und heute stehen in Deutschland viele Arten genau dieser ehemaligen Kulturlebensräume auf der roten Liste. Und viele werden dann auch verschwinden. Übrig bleibt dann die artenarme mehrschnittige Löwenzahnwiese, im Vergleich zur artenreichen Extensivwiese steht die ja nur kurz über dem Golfplatzrasen.

Ich fand das mal sehr interessant und auch sehr ehrlich, was da ein Bauer aus Franken sagte, der seinen Hof auf Permakultur umgestellt hat: dass es da eben immer viel zu tun gibt und man eben viel Handarbeit machen muss, weil man eben viele Nischen hat, und keine industrielle Produktion, wo man eben mit den Maschinen das Meiste erledigt.

Irgendwo hatte ich das Video mal hier im Blog.

Also man sieht auch hier, dass das, was wir brauchen, gar nicht als Partner oder als Lebensstil präferiert wird. Die begehrtesten Berufe sind bis heute:

(www.elitepartner.de/magazin/die-attraktivsten-berufe.html)

Attraktive Berufe bei Frauen:

  1. Arzt 42 %
  2. Handwerker 42 %
  3. Ingenieur 35 %
  4. Architekt 34 %
  5. Polizist 31 %
  6. Geschäftsführer 30 %
  7. Wissenschaftler 29 %
  8. Journalist 27 %
  9. Jurist 26 %
  10. Künstler 26 %
  11. Lehrer 22 %
  12. Rettungssanitäter 21 %
  13. Designer 20 %
  14. Informatiker 20 %
  15. Kaufmännischer Angestellter 16 %
  16. Psychologe 15 %
  17. PR/Marketingmitarbeiter 12 %
  18. Steuerberater 11 %
  19. Flugbegleiter 6 %
  20. Politiker 6%
 Und? Genau! Ökobauer, Gärtner usw. sind nicht mal ganz unten in der Liste.
 
Es ist immer wieder genau dieser Widerspruch zwischen dem, was man bräuchte und dem, was passiert, auf den man stößt.
 
Nochmal:
Die Wissenschaftler fordern in dem Bericht „tiefgreifende Änderungen“ beim Naturschutz, bei der Landwirtschaft und beim Konsum. Bundesumweltministerin Schulze sprach von einem Weckruf.
Ja, und wer soll das anpacken? Wie gesagt, mir ist klar, dass es genau diese drei Punkte sind, die angepackt werden müssten, aber es findet ja auch bei der Partnerwahl immer wieder diese Fehl-Auswahl statt. Und so wird das immer weiter getrieben: die Männer strengen sich an, um es zu etwas zu bringen, was aber immer wieder mit mehr Naturverbrauch einhergeht, und die Frauen wählen dann diese Männer in der Partnerwahl aus.
 
Frauen finden Ärzte am attraktivsten? Dann brauchen wir viele Krankheiten, damit auch viele Ärzte gebraucht werden.
 
Der Bio-Bauer, der mit seiner Arbeit die artenreiche Kulturlandschaft erhält, der findet nicht mal eine Frau. Der muss nach Polen oder in die Ukraine schauen, und wenn er Pech hat, läuft die auch noch weg, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Wer will solche Jobs dann noch machen?
 
Weiter:
 
Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Jessel, sagte, nötig sei mehr Wildnis in der Natur.
So ist es. Zonen, wo sich das wilde Leben ausbreiten darf, mal Dynamik herrscht. Es gibt nichts schöneres als Auwälder oder Flüsse, die Kiesbänke und allerlei unterschiedliche Strukturen schaffen... Dynamik halt.
 
Aber genau das fürchtet man.
Das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung kritisierte Fehlsteuerungen bei Subventionen für fossile Kraftstoffe, Fischerei und Landwirtschaft. Wenn diese nicht grundlegend korrigiert würden, seien alle anderen Maßnahmen ein Tropfen auf den heißen Stein.

Ja, genau so.

Machen wir uns nichts vor: die Entwicklung ist so gewollt. Nochmal: nur mit Billigkram kann man auch die Löhne niedrig halten, um mehr Profite zu machen. Nur wenn das Essen so billig wie möglich ist, haben die Menschen auch genug für die anderen Konsumprodukte. Und Billigkram kann man nur mit industriellen Methoden produzieren. Das heisst: Nischen weg, Hecken weg, Pestizide, Große Landmaschinen, Massentierhaltung.

Das geht dann wieder nur auf Kosten der wild lebenden Tiere und Pflanzen.

Ich kam mal, hatte ich schon im Blog, mit einem älteren Herrn im Nachbardorf ins Gespräch, als ich im Studioum da ein Projekt hatte. Der hat mir dann erzählt, dass es hier früher Diestelfalter gab und ach.. der war ein richtiger Falterexperte und plötzlich kamen dem die Tränen, weil ihm bewusst wurde, dass es diese Arten alle hier nicht mehr gibt.

Industrielle Landwirtschaft eben.

Es ist so gewollt. Man hat sich enorm angestrengt, um aus dem rauszukommen, was früher Vielfalt erschaffen hat. Weil es schwere Arbeit war. Das wollte man nicht mehr. Und jetzt hat man nun endlich genau die Strukturen, die man haben wollte. Und eben auch mit allen Folgeerscheinungen.

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Ich freu mich über jeden Beitrag!

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Matthias Brautschek

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